Archiv für März 2009

12. März 2009

Google Reader als Wasserspender in der Einzelzelle

Google Reader ist für mich das beste Tool zum Lesen von RSS-Feeds. Viele Beiträge share ich, um damit mein Interesse an dem Thema bzw. die Relevanz es Artikels zum Ausdruck zu bringen. Was ich bislang vermisst habe, ist die Möglichkeit, auch direkt in den Artikeln zu kommentieren. Seit ich einen RSS-Reader benutze, kommentiere ich weit weniger und seit ich meine Feeds zum großen Teil auf dem iPhone mit Google Reader lese, kommentiere ich noch weniger.

Natürlich war ich verzückt, als ich Google Reader is your new watercooler entdeckte. Kommentarieren aus dem Google Reader heraus klingt nach einer wirklich sinnvollen Produkt-Erweiterung. Allerdings ist die Lösung, die sich Google jetzt ausgedacht hat, eher ein weiterer Beitrag, um die Kommentare noch weniger zusammenhängend über das Netz zu verteilen. Schon jetzt kann man Anmerkungen angeben beim Empfehlen von Artikeln, schon jetzt laufen diese Inhalte auf Friendfeed, Facebook, Twitter und anderen Plattformen auf, und nun sorgt Google für eine weitere Kommentarschleife irgendwo im Netz. Ich kann ja nachvollziehen, daß Google auch gerne mehr vom Social Graph der User profitieren will und daß natürlich die Profile der User weiter mit Inhalten angereichtert werden müssen und für eine zusätzliche Stickyness durch Kommentare gesorgt werden soll.

Aber eigentlich erwarte ich irgendein cooles Googlewhizbangtool, mit dem ich über Google Reader direkt im Kommentarfeld des Blogs kommentieren kann. Eine Diskussion am Wasserspender sieht ehrlich gesagt anders aus, dies ist eine Schmalspurvariante, die nicht wirklich die Diskussion weiterführt.

11. März 2009

Hamburger Hafen im Gegenlicht



Die Aufnahme erfolgte heute nachmittag während eines Meetings. Links könnte man die Elbphilarmiebaustelle erahnen. Manchmal bin ich echt überrascht, was für tolle Fotos man mit dem iPhone doch machen kann. Was natürlich auch daran liegt, daß ich tief im Inneren meiner selbst doch ein ziemlich begnadeter Fotograf bin, eigentlich.

11. März 2009

Mensch vs. Maschine vs. Nutzungsoptionen

In seinem Beitrag Mensch vs. Maschine und die Unfollower-Party schreibt Sascha Lobo über die stetig zunehmende Zahl von Followern beim Twitter-Account @Spiegel_EIL :

Natürlich sagt die Anzahl der Follower über nichts etwas aus außer über die Anzahl der Follower. Und vielleicht noch über die Frisur. Bemerkenswert aber, dass eine Maschine in einem so persönlichen Medium wie Twitter derart reüssiert (das gilt auch für @cnnbrk, den seit einigen Tagen meistverfolgten Account der Welt). Wenn es eine gut gemachte Twitterredaktion wie @hazde oder @derwesten wäre – aber gegen einen unpersönlichen, ungepflegten RSS-Feed? Ohne die Überzeugung redaktioneller Notwendigkeit aus bloßer Mitmachability ins Netz geblasen?

Als Konsequenz ruft Sascha zum Unfollowen von @Spiegel_EIL auf. Das kann er gerne machen, aber ehrlich gesagt ist es gewohnt anmassend, anderen Leuten vorschreiben zu wollen, wie sie Twitter nutzen sollten.

Twitter ist Kommunikation auf 140 Zeichen, wie man diese 140 Zeichen nutzt, kann sich jeder selber überlegen. Eben so kann man sich überlegen, ob man jemandem folgen will oder nicht.

Es liegt natürlich auf der Hand, daß ein automatisch generierter Tweet, der einfach aus einem RSS-Feed besteht, nicht ansatzweise so toll ist wie ein händisch erstellter Tweet. Lobo hat recht, der Spiegel ist böse. Oder?

Wer viele RSS-Feeds abonniert, der kennt das Problem, daß man irgendwann nicht mehr hinterherkommt mit dem Lesen der Feeds und daß man oftmals feststellt, dass nicht alle Inhalte wirklich relevant sind. Dennoch füllen sie die Leseliste. Ein getwitterter RSS-Feed hat einen entscheidenen Vorteil für den Follower: die Tweets versenden sich quasi. Wenn ich den Tweet mitbekomme, habe ich einen Informationsvorsprung, wenn nicht, dann ist es auch egal. Also je länger ich darüber nachdenke, desto sinnvoller finde ich @Spiegel_EIL und desto nerviger finde ich diese ewige Twitterdeutungsmafia, die meint vorschreiben zu müssen, wie was wann und wo man zu twittern hat.

Es gibt immer mindestens zwei Leute bei Twitter, den Follower und denjenigen, der die 140 Zeichen twittert. Einen Followerzwang gibt es nicht und insofern sollte man es doch den Leuten selbst überlassen, wie sie Twitter nutzen.

10. März 2009

Plista und der gewagte PR-Stunt

Seit einiger Zeit beobachte ich wohlwollend das Berliner Unternehmen plista, die sich dem das Themengebiet Relevanz und Empfehlung verschrieben haben und einige innovative Ideen umsetzen wollen. Wenn allerdings eine Pressemeldung mit dem Titel Offene Application Platform kommt für StudiVZ – Facebooks Erfolgskonzept jetzt auch für alle StudiVZ-Nutzer verfügbar rauskommt und Sites wie horizont.net bereits darüber berichten, dann lese ich noch einmal genauer nach. In der Meldung steht dann weiter:

Nach dem Vorbild der offenen Application Platform von Facebook rüstet das Berliner Unternehmen plista GmbH die verbreiteten sozialen Netzwerke StudiVZ, SchülerVZ und MeinVZ mit einer eigenen, offenen Applikations-Plattform aus. Externe Entwickler erhalten so endlich die Möglichkeit, eigene Applikationen in alle drei Netzwerke zu integrieren. Mit einem Ableger der beliebten SuperPoke Applikation für Facebook stellt plista mit PowerPoke die erste Applikation für die VZ-Familie online. Nutzer können Ihre Freunde mit über 50 Aktionen “zum Kaffee” einladen oder “in die Nase zwicken”. Für die nahe Zukunft kündigt plista weitere Anwendungen an. Besonders hervorzuheben ist, dass die Plattform auch externen Entwicklern offen steht, die so eigene Anwendungen kreieren und in die Netzwerke einbinden können.

Abgesehen davon, daß Superpoke und andere eher nerivge Apps mir persönlich durchaus egal sind, wundere ich mich dann schon ein wenig, warum Plista für die VZs eine Applikations-Plattform entwickeln sollte. Aber es wird noch besser:

Technisch läuft die Applikations-Plattform über eine API, auf welche mittels einer Browser-Erweiterung für Firefox zugegriffen werden kann. Die verfügbaren Applikationen werden dann Client-seitig in die entsprechenden Seiten integriert.

Ach so. Also können künftig die paar Leute, die das entsprechende Browser-Plugin für Firefox installiert haben, sinnlose Applikationen nutzen, die dann mit den VZs verknüpft werden? Das ist etwas komplett anderes als eine Applikations-Plattform auf StudiVZ, MeinVZ und SchülerVZ. Das ist ein aufgepfropfter Dienst, der durchaus ohne jegliches Zutun der VZs implementiert werden kann. Von den Millionen Usern der VZs wird sicherlich nur eine kleine Handvoll jemals in den Genuß dieses Plista-Plugins für Firefox kommen. Ein Browser-Plugin ist sicherlich interessant, aber es eben kein genuiner Dienst, den die Plattformen anbieten, sondern hier offeriert ein Fremdanbieter eine Erweiterung, die man sich zusätzlich installieren muß.

Also ehrlich gesagt ist das eine extrem reisserische Pressemeldung für ein interessantes Plugin, wobei allerdings der eher unbedarfte Leser durchaus in die Irre geführt wird und sich denken soll “boah, watt sind die Plista-Jungs für coole Typen, daß die die Applikations-Plattform für StudiVZ bauen!” – Plista hat das typische Henne/Ei-Problem eines Startups mit einer coolen Idee, die nicht auf Anhieb jeder versteht. Plista braucht Aufmerksamkeit, aber mit dieser Meldung und dem dahinterstehenden Feature schiessen die Jungs weit über das Ziel hinaus.

10. März 2009

New Math

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sehr feine Idee: New Math

[ via: New Math - TheJunction ]