Lead Awards 2009 – online spielt keine Rolle

Nico —  2.04.2009

img_0228Gestern abend war ich bei der Preisverleihung der Lead Awards 2009 in den Deichtorhallen, quasi als Kontrastprogramm zur re:publica, an der aus Zeitmangel nur mein braun-weisses alter ego teilnehmen kann. Ich saß so ziemlich in der vorletzten Reihe zwischen @jogroebel und @rbw sowie hinter @juliadelesmads.

anzeigenmotivdesjahresDie Lead Awards 2009 war eigentlich eine nette Veranstaltung, es wurden tolle Anzeigen prämiert, z.B. gewannen die Kollegen von Scholz & Friends Berlin völlig verdient Gold für das Anzeigenmotiv des Jahres und auch sonst wurden viele tolle Arbeiten prämiert. Kleine Anmerkung am Rande: seit ich bei Scholz & Friends bin, kann ich Print-Werbung viel mehr würdigen, weil ich nun ansatzweise weiß, was da oftmals für eine immense kreative Leistung hintersteckt.

Aber.

Lead Awards 2009 - alle Gewinner und soEs war das Schaulaufen von Print, das hat man deutlich gesehen. Wenn selbst ein Titel wie der Stern, der eigentlich seit 20 Jahren seinem eigenen Anspruch hinterläuft, Gold gewinnt und das Zeit Magazin gleich viermal absahnen kann und dies alles zelebriert wird, dann aber die Online-Kategorien nicht nur völliger Müll (Webmagazin, Community, WebTV) sind, sondern auch noch en bloc durchgewunken werden, dann frage ich mich wirklich, was die Lead Awards eigentlich sein wollen. Ich tippe ja auf Blei, nicht auf Führende, denn diese Art und Weise, Entwicklungen in der Medienwelt zu negieren, regt mich durchaus auf. Ich freue mich für Frank, dass Rivva mit Gold ausgezeichnet wurde, aber warum bitte als Weblog? Twitter wurde als beste Community prämiert, von mir aus ist auch das in Ordnung. Aber die anderen Nominierten hätten eine ordentliche Würdigung verdient, sei es Alexander Svensson, der seit Jahren mit einer zurückhaltend-bestimmten Art die Medien auf Wortfeld kommentiert und auf Umbrüche hinweist, sei es Ruben Schnell mit seinem Team von Byte.fm, der einen extremen Kontrapunkt gegen den allgegenwärtigen Dudelfunk setzt, um nur zwei Personen stellvertretend zu nennen. Und was natürlich völlig gefehlt hat: die Kategorie „Online-Werbung des Jahres“. Da hätte der Lead Award dann auch einfach nicht vergeben werden können, wenn man der Meinung ist, daß man da eigentlich kaum jemanden nominieren kann. Aber eigentlich müssten zumindest die Print-Kategorien auch für den Bereich Online Anwendung finden, oder man sollte sich gleich von der strikten Trennung in Kanäle trennen, will man den Anspruch eines Lead Awards haben.

Ansonsten gab es Pasta und das Bier war gut gekühlt.

One response to Lead Awards 2009 – online spielt keine Rolle

  1. Da haben wir ja nichts verpasst.