Echtzeitüberwachung der Stoppschild-Zugriffe?

Kinderporno-Sperren: Regierung erwägt Echtzeitüberwachung der Stoppschild-Zugriffe schreibt Heise.de:

Falls das Gesetz wie geplant in Kraft tritt, sollte sich allerdings jeder Internetnutzer genau überlegen, ob er noch unbekannte Webadressen ansurft. Geriete man etwa versehentlich oder durch böswillige Hinweise provoziert zu einem Stoppschild, würde dann de facto eine Hausdurchsuchung oder Schlimmeres drohen. Auch dies bestätigte Staudigl: „Ob und gegebenenfalls wer sich strafbar gemacht hat, wird regelmäßig erst durch die sich daran anschließenden strafrechtlichen Ermittlungen geklärt werden können.“

Das bedeutet also im Klartext, daß in einigen Wochen mit Viren verseuchte Rechner anfangen werden, die Sperrlisten abzusurfen, um ein Kinderporno-Zugriffsmuster zu erstellen, damit dann die Ermittlungsbehörden ermitteln und völlig unbehelligte Personen dem Verdacht der Nutzung von Kinderpornografie ausgesetzt werden.

Jedenfalls würde mich ein derartiges Szenario nicht wundern, zeigt es doch mehr als deutlich die Absurdität der nun verabschiedeten sogenannten Kinderporno-Sperren, die völlig an der Realität vorbeigehen und nur Symbolpolitik darstellen.

10 Antworten auf „Echtzeitüberwachung der Stoppschild-Zugriffe?“

  1. „Das bedeutet also im Klartext, daß in einigen Wochen mit Viren verseuchte Rechner anfangen werden, die Sperrlisten abzusurfen, um ein Kinderporno-Zugriffsmuster zu erstellen, damit dann die Ermittlungsbehörden ermitteln und völlig unbehelligte Personen dem Verdacht der Nutzung von Kinderpornografie ausgesetzt werden“

    Ja, aber es bedeutet zu allererst, dass JEDER beim Surfen angst haben muss, auf eine Stopp-Seite zu gelangen. (also außer ich aktuell, ich bin QSC-Kunde)
    Es wäre schön, wenn sich mal Juristen äußern könnten, wie man das schnellstmöglich stoppt, denn stoppen muss man es können, da es ein Angriff auf die Freiheit ist.

  2. Wenn für die meisten die Vorratsdatenspeicherung noch recht weit weg war, muss es hier doch allen Internetnutzern klar werden, dass das eine extrem gefährliche Entwicklung ist. Massenklage vor dem BVerfG ahoi…

  3. Das kommt immer darauf an, was gefilert wird. Wenn es wie in Australien auch beliebte Po*n-Portale sind, weil sie vermeintlich* Jugendliche zeigen (§ 184c StGB), dann werden die Staatsanwälte Überstunden machen müssen.

    *Nach dem deutschen verschärften Gesetzesauslegung gilt der Anschein, nicht das tatsächliche Alter der Darsteller.

  4. Das mit den virenverseuchten PCs ist eine Gefahr, ein 1x1px großer IFrame auf die Stoppseite in einem gehackten Blog eine andere ebenso bedrohliche.

  5. Zu meiner obigen Vermutung gibt es nun reale Planungen:

    blog.fefe.de/?ts=b4fe9b3c

    Das wird so kommen, würde ich einiges darauf wetten…

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