Auch bei ZEIT Wissen darf man derzeit ordentlich Stuß schreiben, wie Jens Uehlecke mit seinem Kommentar Schluß mit dem Geschnatter eindrucksvoll zur Schau stellt.
Dort heisst es u.a.:
Über die Webseite Twitter versenden Millionen Menschen Belanglosigkeiten. Das nervt.
Da frage ich mich allerdings: wenn es so nervend ist, warum tut sich Jens Uehlecke das an? Es gibt Stand Heute keinerlei Lesezwan für Twitter, und das wird sicherlich auch so bleiben. Hinzu kommt, daß man sich grundsätzlich selber aussuchen kann, wem man folgen mag, insofern ist man selber in der Lage, die Dosierung des Twitterstreams zu bestimmen.
Würde sich der Autor anmassen, zu schreiben:
Über das gesprochene Wort reden Millionen Menschen Belanglosigkeiten. Das nervt.
und dann fordern, daß Menschen nicht mehr mit einander reden sollten?
Ich glaube kaum. Man sieht hier mal wieder eindrucksvoll, wie aus der Print-Denke kommend, das geschriebene Wort mit einer Bedeutung aufgeladen wird, die im Rahmen der massiven Nutzung von User Generated Content schon längst nicht mehr angebracht ist. Hinzu kommt das Unverständnis von Jens Uehlecke, was Sinn und Zweck, bzw. den möglichen Nutzwert von Twitter angeht. Dies kann nämlich jeder selber definieren, was ehrlich gesagt eines der wunderbaren Begleiterscheinungen von Twitter ist. Naja, das kann man bei ZEIT Wissen sicherlich nicht wissen, da ist ein Standpunkt von oben herab sicherlich nützlicher, um die eigene Erhabenheit zu untermauern.
Schliessen möchte ich mit einem weiteren Zitat:
Spätestens in Momenten wie diesem hofft man, dass endlich jemand ein Online-Pendant zu Scheuermilch erfindet, um das Netz von dem Geschmiere zu befreien.
Da ist aber jemand ziemlich von sich und seiner Allwissenheit überzeugt, so sehr sogar, daß er sich anmaßt, die Kommunikation anderer Leute bewerten und auslöschen zu wollen. Interessant, daß jemand bei ZEIT Wissen einen Online-Kärcher fordert, ich dachte immer, daß die ZEIT einen Anspruch hat, als liberales Wochenblatt in Deutschland für Qualitätsjournalismus zu stehen. Wie man sich doch irren kann.
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