Niemand hat die Absicht, das Internet zu filtern

Das war so klar:

Köln (ots) – Der CDU-Bundestagsabgeordnete und baden-württembergische CDU-Generalsekretär Thomas Strobl will über die Sperrung kinderpornografischer Seiten im Internet hinausgehen und hat auch die Sperrung von Killerspielen ins Gespräch gebracht. "Wir prüfen das ernsthaft", sagte er dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Freitag-Ausgabe). "Wir gehen nach Winnenden nicht zur Tagesordnung über. Wenn es einen Nachweis gibt, dass sich Killerspiele negativ auf das Verhalten Jugendlicher auswirken, dann kann das Internet kein rechtsfreier Raum sein.&quot

Und Dieter Gorny meldet auch bald wieder fröhlich Ansprüche für die Musikindustrie an, dann kommt die Filmwirtschaft, dann irgendjemand anders, dessen tradiertes Geschäftsmodell durch das Internet in Gefahr ist. Schliesslich gibt es ja bald eine Zensur-Infrastruktur und da werden Begehrlichkeiten geweckt, immer mit dem Hinweis auf den angeblichen rechtsfreien Raum, der im Internet vorherrsche.

Ich könnte kotzen.

11 Antworten auf „Niemand hat die Absicht, das Internet zu filtern“

  1. Hab den livestream auch angeschaut. Unglaublich welche Stimmmacht diese Medieninkompetenz wirklich hat. Ich zitiere “… da Frau Zypries nicht mal wusste was ein Browser ist!” Ich kotze mit!

  2. Mir ist auch schon ganz schlecht… Höchste Zeit den immer wieder beliebten Nuhr Spruch auszugraben… “Wenn Du keine Ahnung hast, einfach mal…” Nur schade, dass unsere Politiker auf dem Ohr leider taub zu sein scheinen…

  3. Wer berät denn eigentlich den Bundespräsidenten, wenn es um seine Zustimmung zu Gesetzen geht?

    Es ist an der Zeit auch Herrn Köhler aus Sicht der Netzgemeinde aufzuklären. Wir müssen ihm schreiben.

    Die Verbreitung meines Blogs reicht nicht aus, um dies zu organisieren. Hier sind die Top-Blogger gefragt und zwar schnell und effektiv

  4. Danke für den Einsatz. Es ist enttäuschend aber trotzdem beeindruckend was die Webcommunity geschaffen hat. Diese Änderung wurde wenigstens nicht so still und heimlich durchgedrückt wie geplant und die ganze social und traditionelle Medienlandschaft wird nun ganz genau beobachten was passiert. Das ist schon ein Erfolg. Das Thema wurde von einer Netzaffinen Gruppe über den eigenen Tellerrand in die Offlinegesellschaft getragen. Das ist Erfolg! Denk ich zumindest.

    Lasse

  5. Ich befürchte dass auch Herr Köhler nicht viel ändern wird, oder eine Verfassungsklage. Das Gesetz kommt unter neuem Namen und Deckmantel immer wieder. Dieses Machtinstrument lassen sie sich nicht so einfach aus der Hand nehmen. Willkommen im Polizeistaat. Fang schonmal an eure Nachbarn kritischer zu betrachten…

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