22. Juli 2009

Amazon kauft Zappos

Im aktuellen CEO Letter von Zappos.com wird verkündet:

Today is a big day in Zappos history.

This morning, our board approved and we signed what’s known as a “definitive agreement”, in which all of the existing shareholders and investors of Zappos (there are over 100) will be exchanging their Zappos stock for Amazon stock. Once the exchange is done, Amazon will become the only shareholder of Zappos stock.

Tja. Damit verändert sich die eCommerce-Landschaft noch einmal wesentlich und etliche Marktbegleiter werden sich verwundert die Augen reiben, wie auf einmal aus einem kleinen Startup, das einige Jahrelang gelobt wurde, der massive Schritt von Amazon in den Bereich Fashion werden konnte. Für Versender wie Otto und Co. dürfte dies sehr weh tun, denn mit Amazon dürfte sicher sein, daß demnächst auch der europäische Markt in den Fokus rückt.

[ via @diedrich ]

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da ist Otto und Co selber Schuld!
Ich bin seit 5 Jahren Kunde bei Zappos. Der Grund ist ganz einfach: Dienst und Service am Kunden. Das bietet mir Otto und HSE 24 nicht.
365 Tage Ru00c3u00bcckgabe Garanie und kostenloser Overnitversand und dann bin ich noch Vip Kunde. Die werten mich als Kunden echt auf.

Wirklich dramatisch ist doch, dau00c3u009f Amazon mit der u00c3u009cbernahme von Abebooks jetzt einen 40% Anteil an

librarything.de

hu00c3u00a4lt, einer meiner Lieblingsseiten zum Verwalten von Bu00c3u00bcchern. Aber das scheint ja hier niemanden zu interessieren. Arrggggghhhh!?!?!

fh, Jeff Bezos, der Gru00c3u00bcnder von Amazon hat ja gestern in einem fu00c3u00bcr mich beeindruckenden Video nicht nur seine Gedanken (und Begeisterung) bei der u00c3u009cbernahme von Zappos ausgedru00c3u00bcckt, sondern auch recht unterhaltsam einiges aus der Gru00c3u00bcndungszeit von Amazon erzu00c3u00a4hlt. Drei (eigentlich vier) Geschu00c3u00a4ftsweisheiten gab's gratis dazu: "Obsess over customers", "Invent", "Think long term" und zum Schluss, "It's always day #1". Der letzte Punkt ist grossartig.

Das alles hat er sicher auch in Zappos gesehen, auch wenn es dort natu00c3u00bcrlich in einer anderen Weise gelebt wird. Das hat ihn begeistert. So gesehen, gebe ich dir natu00c3u00bcrlich recht.

Mein Kommentar bezog sich aber auf Nicos letzten Satz.

Cem, ich glaube nicht, dass das wirklich spannende an dem Zappos-Deal der "Amazon verkauft bald Schuhe" Teil ist. Das, was Zappos gross und beru00c3u00bchmt gemacht hat, war eher der latent Startup-untypische Stil an manchen Ecken. Statt "schnell reich werden wollen, und am besten noch ne Twitter-Integration" hat Zappos teilweise sehr ungewu00c3u00b6hnliche Wege beschritten, um eine ganz besondere Corporate Culture und damit verbundene Kundenzufriedenheit zu erreichen. Ob das nun das legendu00c3u00a4re "du bekommst 2000$ wenn du uns verlu00c3u00a4sst"-Angebot am Ende der Probezeit oder die unzu00c3u00a4hligen positiven Hotline-Geschichten sind.

Amazon hingegen hat die technische Seite der Kundenanalyse und den damit verbundenen Bestellkomfort extrem gut im Griff, die Papers von Amazon zu diesem Thema beeindrucken mich seit Jahren immer wieder.. Daher du00c3u00bcrfte die Kombination hier weit mehr fu00c3u00bcr die Onlineshoppingwelt ausmachen, als nur eine Sortimentserweiterung von Amazon. Es gibt auch billigere Onlineschuhlu00c3u00a4den ;)

Und wenn dadurch auch der Rest der Startups mal "schnell, pfusch, buzzword" durch ein vernu00c3u00bcnftige Balance an Qualitu00c3u00a4t, Entwicklungsgeschwindigkeit und Charme ersetzt, dann um so besser. Gibt es leider viel zu wenig davon, bislang, so mein subjektiver Eindruck. :-)

Ich glaube nicht, dass das Otto & Co kurz- oder mittelfristig weh tut, wenn Amazon eines nicht fernen Tages auch Schuhe und passende Klamotten auch in Europa online anbietet. Aber es ist ein Zeichen, wohin die Reise geht.

Otto unternimmt ja seit ei nigen Jahren grosse Anstrengungen im Online-Geschu00c3u00a4ft Fuss zu fassen. Kann sein, dass der Amazon/Zappos Deal einiges in der taktischen Vorgehensweise u00c3u00a4ndert. An der Strategie von Otto u00c3u00a4ndert sich glaube ich nicht so viel. Tempo und Intensitu00c3u00a4t werden aber zugelegt werden mu00c3u00bcssen. Und auch einige neue Wege ausgetestet.

Wie wahr! Das wird auf jeden Fall ein harter Kampf fu00c3u00bcr z.B. die eh schon angeschlagene Quelle. Bei Otto sind wohl schon etwas lu00c3u00a4nger Aktivitu00c3u00a4ten am Laufen - entweder sind die panisch oder clever: http://tinyurl.com/nord6s. Aber ich denke Marken und Versender wie Esprit, H&M etc. werden die Marktstellung nicht so schnell verlieren - sofern sie nicht gekauft werden... ;-)

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  1. [...] Nico Lumma sieht Gefahrenpotential für den europäischen Branchenprimus Otto Group aus Hamburg, und weitere grosse Versandhäuser. Er meint, “dies dürfte sehr weh tun, denn mit Amazon dürfte sicher sein, daß demnächst auch der europäische Markt in den Fokus rückt”. [...]