Archiv für August 2009

17. August 2009

Die Internet-Community an sich

Thomas Knüwer greift gerade das Thema Internet-Community auf:

Wann immer ich den Begriff höre, ergreift mich ein kalter Schauer des Unverständnisses: "Internet-Community". Immer wieder fällt er, bei Politikern, Wissenschaftlern, Managern. Und, ja, auch Medien verwenden diesen Anglizismus gerne.

Fast immer, wenn jemand diese Vokabel ausspricht, tut er das auf eine spezielle Art. Es schwingt ein gewisser Ton mit, der signalisiert, dass der Aussprechende nicht Teil dieser "Community" ist. Und dass er froh ist darüber. Fast verwunderlich, dass dem "Internet-Community" nicht noch "ominöse" vorgeschickt wird.

Es ist schon befremdlich, daß der gemeine Internet-Nutzer an sich immer noch als etwas Besonderes dargestellt wird. Ich finde auch den Begriff Community in diesem Zusammenhang sehr umständlich, denn nur weil ich ein Medium nutze, bin ich noch lange nicht in einer Gemeinschaft, weder in der Zeitungs-Community, in der TV-Community noch in der Internet-Community. Sicher, das Internet hat einen Rückkanal und macht es deswegen so interessant, aber für eine Gemeinschaft braucht es IMHO auch inhaltliche, verbindende Elemente.

Das Bedrohungspotential des Internet ist aus der Sicht der eher Etablierten auch enorm, da geraten Geschäftsmodelle ins Wanken, die Aufmerksamkeiten verändern sich, die Mediennutzung wird neu austariert und dabei sind wir bei dem Prozess erst noch am Anfang. Internet-Community, Neue Medien – da geht es immer um Abstand, immer auch um Abgrenzung.

Da mittlerweile mehr als die Hälfte der Bevölkerung online ist, sollte nicht von Internet-Community gesprochen werden, wenn man normale Menschen wie Du und ich meint.

17. August 2009

Social Media Sucht

Im richtigen Leben ist das alles ganz anders, dies ist nur Werbung.

[ via: off the record » Blog Archive » Stop Social Media ]

16. August 2009

Max

Während ich hier sitze und die Woodstock Doku zum xten Male gucke, denke ich an den einen Menschen, den ich kannte, der in Woodstock war: Max. Als ich ihn Ende der 80er kennenlernte, war er ein Zyniker vor dem Herrn, liebte Bob Dylan und hatte zu meiner Verzückung sämtliche Alben von ihm und noch quasi alles, was es in den 60ern an guter Musik gab. Sonst war Max ziemlich unnahbar, arbeitete als Pflichtverteidiger in einem Vorort von Kansas City und lebte ein normales Leben mit seiner Familie in der Vorstadt. Auf sein Leben angesprochen, kam wortkarg ein Hinweis auf eine Zeit in Kanada, um dem Wehrdienst in Vietnam zu entgehen, und dass er ordentlich Drogen ausprobiert hätte und in Woodstock war. Sonst eher wenig, nur bei Bob Dylan taute er auf. Seine Frau erzählte gerne über die Zeit als Hippies, von Haight-Ashbury, von Woodstock, von LSD und Marihuana, freier Liebe und alles, was sonst noch dazu gehören sollte. Max wollte lieber seine Ruhe haben und redete wenig. Wenn, dann gab es einen bissigen Kommentar.

Ein Jahr später habe ich Max und seine Familie mit meiner damaligen Freundin besucht. Während einer Autofahrt unterhielten wir uns auf dem Rücksitz auf deutsch, während vorne Max saß und sich mit dem Beifahrer unterhielt. Plötzlich fauchte er uns an, daß er es nicht ertragen könne, daß wir in seinem Auto deutsch reden würden. Dann erzählte er uns die Geschichte, wie er als kleiner jüdischer Junge nach dem Krieg aus Polen in die USA gekommen ist, denn seine Familie wurde nahezu komplett von den Nazis ermordet. Selten war mir innerlich so unwohl wie damals auf der Rücksitzbank.

Max ist Ende der 90er gestorben, nach einer langen, qualvollen Krankheit, die er mit seinem Zynismus stets begleitete. Jedes Mal, wenn ich die Musik vom Woodstock Festival höre, muß ich an ihn denken.

12. August 2009

Blick nach vorn oder doch lieber Stillstand?

wirhabendiekraft“Wir haben die Kraft” postuliert die CDU, doch wofür? Als ich Anfang der Woche in Berlin war, habe ich den ersten Schwung der Wahlplakate an den Laternenpfählen bewundert und festgestellt, dass die CDU wieder einmal versucht, einen Wahlkampf zu machen, in dem auf Angst gesetzt wird. Der Tenor ist, wie so oft bei der CDU: es gibt eine Krise und nur die CDU kann die Republik retten, vor anstürmenden sozialistischen Horden, vor Inflation, vor mehr Arbeitlosigkeit, vor was auch immer. Die CDU setzt auf Verunsicherung und Stillstand, dabei ist ein Blick nach Vorne nicht hilfreich, sondern der Wähler soll sich Sorgen machen und dann lieber das vermeintlich Bewährte wählen.

Anders die SPD, hier wird auf den Plakaten deutlich gemacht, wo die Reise hingehen soll und das der Blick nach Vorne gerichtet ist. Ich finde die Motive für die Großplakate durchaus gelungen, viel besser als zur Europawahl. Ein Plakat alleine entscheidet keine Wahl, aber ich finde es schon interessant, ob man den Wählern einen Pfad in die Zukunft zeigen will, oder lieber Zukunftsängste schüren will.
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06. August 2009

Von der Rutsche ins Wasser, ganz einfach

Klassischer Fall von “don’t try this at home” und “#fake”, oder?

[ via: Giant Waterslide Jump ]