Thomas Knüwer greift gerade das Thema Internet-Community auf:
Wann immer ich den Begriff höre, ergreift mich ein kalter Schauer des Unverständnisses: "Internet-Community". Immer wieder fällt er, bei Politikern, Wissenschaftlern, Managern. Und, ja, auch Medien verwenden diesen Anglizismus gerne.
Fast immer, wenn jemand diese Vokabel ausspricht, tut er das auf eine spezielle Art. Es schwingt ein gewisser Ton mit, der signalisiert, dass der Aussprechende nicht Teil dieser "Community" ist. Und dass er froh ist darüber. Fast verwunderlich, dass dem "Internet-Community" nicht noch "ominöse" vorgeschickt wird.
Es ist schon befremdlich, daß der gemeine Internet-Nutzer an sich immer noch als etwas Besonderes dargestellt wird. Ich finde auch den Begriff Community in diesem Zusammenhang sehr umständlich, denn nur weil ich ein Medium nutze, bin ich noch lange nicht in einer Gemeinschaft, weder in der Zeitungs-Community, in der TV-Community noch in der Internet-Community. Sicher, das Internet hat einen Rückkanal und macht es deswegen so interessant, aber für eine Gemeinschaft braucht es IMHO auch inhaltliche, verbindende Elemente.
Das Bedrohungspotential des Internet ist aus der Sicht der eher Etablierten auch enorm, da geraten Geschäftsmodelle ins Wanken, die Aufmerksamkeiten verändern sich, die Mediennutzung wird neu austariert und dabei sind wir bei dem Prozess erst noch am Anfang. Internet-Community, Neue Medien – da geht es immer um Abstand, immer auch um Abgrenzung.
Da mittlerweile mehr als die Hälfte der Bevölkerung online ist, sollte nicht von Internet-Community gesprochen werden, wenn man normale Menschen wie Du und ich meint.












