Monopoly City Streets verpeilt den Restart

Ich hatte ja schon mal angedeutet, dass ich Monopoly City Streets für ein sehr spannendes Projekt halte, da dort basierend auf einem bekannten Gesellschaftspiel eine Spiellogik geschaffen wurde, die Google Maps in Echtzeit nutzt und Spieler auf der ganzen Welt zusammenbringt. Da der Start sehr holprig war, wurde ein Neustart des Spiels beschlossen.

So weit so gut, aber irgendwie verstehen es die Leute von Hasbro ziemlich gut, den Spass aus dem Spiel zu nehmen. Erst der Restart, der dazu führt, daß man alle bereits erspielten Strassen verliert, dann das miese Timing beim Restart unter dem Motto “irgendwann in den nächsten 12-24 Stunden gehen wir wieder online”, der dazu führte, daß viele, so auch ich, den initialen Landgrab verpasst haben und nun auch noch die neuen Changes… wie z.B. Steuern, die bei 3% anfangen, aber bereits ab 38 Strassen 100% betragen und damit das Spiel irgendwie sinnlos machen. Was für einen Incentive soll es geben, Reichtum anzuhäufen, wenn dann 100% Steuern fällig werden?

Monopoly City Streets hätte echt spassig werden können, insbesondere mit einer Facebook App oder einer Verknüpfung mit OpenSocial, damit man mit seinen Freunden spielt und nicht einfach nur mit irgendwelchen Nicknames, denn leider sind die Spieler-Profile komplett anonym gehalten. Nach dem Restart ist jetzt aber irgendwie der Spaß komplett weg, was ich sehr schade finde, denn das Potential des Spiels ist riesig.

Did You Know 4.0

Sehr sehenswert. Der Vollständigkeit halber auch auf diesem Blog eingebunden.

Das Konsens-Duell

Gestern fand das erste und einzige TV-Duell zwischen Angela Merkel und Frank-Walter Steinmeier statt. Hoffentlich war das auch das letzte TV-Duell dieser Art. 90 Minuten lang breitete sich Langeweile aus, denn schon das Setup war so konzipiert, daß ja keine Debatte stattfinden konnte. 4 Moderatoren von 4 Sendern, dazu zwei Diskutanten, die als Kanzlerin und Vizekanzler gemeinsam in der Regierung sitzen – wie sollte da überhaupt eine Debatte entstehen? Die 4 Moderatoren mussten sich profilieren und konnten nicht zulassen, daß kontrovers diskutiert wurde, da ansonsten a) die Antwortzeit der Diskutanten überschritten werden könnte und b) nicht jeder Moderator oft genug zum Zug kommen könnte. Auf der anderen Seite Merkel und Steinmeier, die eher gemeinsam gegenüber den Moderatoren auftraten als daß sie versuchten, in Abgrenzung zum jeweils anderen zu punkten. Steinmeier war zwar ein kleinen Tick angriffslustiger und hat auch einige gute Punkte gemacht, nur für ihn als Herausforderer war das deutlich zu wenig. Das enge Korsett des TV-Duells hat zu 90 Minuten Konsens-Soße geführt, ohne dass auch nur im Ansatz die Unterschiede zwischen Merkel und Steinmeier herausgearbeitet werden konnten.

Was ich nicht verstehe: auch wenn man im Vorfeld so ein TV-Duell gemeinsam bespricht, warum haut dann Steinmeier nicht mal auf den TIsch, um wichtige Punkte zu machen? Mir wäre Redezeit oder Abfolge von Moderatoren-Fragen ziemlich egal, wenn es darum geht, die eigene Politik deutlich und offensiv zu verkaufen. Es ist gut und schön, wenn man staatsmännisch agiert, aber es ist Wahlkampf, da darf man gerne auch mal die Samthandschuhe ausziehen und deutlich machen, wofür man steht und wo die Defizite des Gegners liegen. Da haben dann die Zuschauer auch Spaß dran und im Idealfall werden diese Themen dann die nächsten zwei Wochen noch angeregt diskutiert. Merkel hat mit ihrer Wahlkampfverweigerung mit ihrem Teflon-Umhang dafür gesorgt, daß Themen an ihr abprallen und die Wähler eingelullt werden. Gestern hätte Steinmeier die Gelegenheit gehabt, ihr den Umhang abzunehmen, aber das ist leider nur in Ansätzen geglückt. Die offene Flanke war da, denn Frau Merkel gibt sich gerade mal nicht marktradikal, was sich im Hinblick auf ihre Wunschkoalition schwarz-gelb sicherlich zügig ändern wird.

Mein Fazit zum TV-Duell: leichte Vorteile für Steinmeier, aber jede mögliche Kontroverse wurde duch das Konsens-Setup sofort beendet.