Nach der Lektüre von Where ist the beef? Neues aus dem journalistischen Neandertal war ich natürlich durchaus interessiert an den neuen Druckerzeugnissen aus dem Hause Gruner + Jahr. Schon seit einiger Zeit nervt es mich maßlos, daß meine Frau für das gelangweilte Durchblättern immer irgendwelche Zeitschriften zur Hand hat, ich aber irgendwie nur so Druckerzeugnisse mit viel Text kenne, oder eben mit vielen Brüsten oder vielen Artikeln zum Thema “Sixpack in 3 Tagen”, kurzum fehlt mir die kurzweilige, dennoch halbwegs intelligente Lektüre für den Mann ab 30.
Gestern abend habe ich dann in der Gala Men rumgeblättert, die mir meine Frau netterweise mitgebracht hatte. Gar nicht mal so schlecht finde ich das Blatt, auch wenn ich mit Brad Pitt nun irgendwie so gar nix anfangen kann, immerhin war die Auswahl der Artikel und Sektionen durchaus bunt gemischt und damit würde das Magazin für das Kriterium “Heft für die Fahrt Berlin-Hamburg” ziemlich gut passen, aber beim Aussteigen allerdings direkt in den Papiermüll wandern, also quasi direkt nachdem es seinen Zweck erfüllt hat.
Heute morgen wollte ich dann mal gucken, was Gala Men dann online so macht.

Nix. Gar nix. Ebenso wenig bei Business Punk. Beef gibt es online, aber in einer Schmalspur-Edition.
Das kann doch nicht angehen! Da schmeisst ein Verlagshaus drei neue Titel für Männer mit Einkommen auf den Markt und hat keine ordentliche Online-Präsenz vorgesehen? Wie kurzsichtig kann man sein? Das muß doch heutzutage Hand in Hand gehen. Die Zielgruppe soll erreicht werden, dafür bieten sich dann verschiedene Nutzungs-Szenarien an, aber man kann doch im Jahr 2009 nicht darauf verzichten, mit dem Launch eines Magazins auch eine vernünftige Online-Präsenz zu etablieren. Da böte sich z.B. bei vielen Fotostrecken ein Miki an, bei guten Autoren ein Blog, bei Produktempfehlungen die Verlinkungen in den Shop und so weiter. Wo sind die Fanpages bei Facebook, die Edelprofile bei MeinVZ, die YouTube Channels, und so weiter? Mit einem Online-Konzept von 1999 kann man 2009 eher schwer punkten.
Gruner + Jahr hat hier gleich zum Start gezeigt, wie wenig sie online verstehen und leben, mal ganz abgesehen von den verschenkten Monetarisierungs-Optionen. Wie sagt man so schön: #fail
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