Da Roland in den Kommentaren zum Artikel Jack Wolfskin, die Meute und die AGB Barack Obama bemüht und Ralf Schwartz meint, daß der Konsument heutzutage die Macht habe, muß ich kontern mit:
“With great power comes great responsibility” – Uncle Ben in Spiderman.
Konsumenten haben heutzutage viel mehr Möglichkeiten, sich mit einer Marke auseinanderzusetzen und natürlich muß dies das Verhalten der Marke zu den Konsumenten widerspiegeln. Aber es ist ein Irrglaube, daß dies bedeutet, die Konsumenten können machen, was sie wollen.
Es gibt rechtliche Rahmenbedingungen, die kann man akzeptieren, oder eben nicht, aber dann darf man auch die Konsequenzen tragen. Man kann auch nicht erwarten, daß die Enabler, also Plattformen, die Publizieren von User Generated Content erst möglich machen, für die User die rechtlichen Konsequenzen übernehmen. Damit wäre jegliche kommerzielle Nutzung von User Generated Content völlig illusorisch, bzw. würde bedeuten, daß Unternehmen riesige Rechtsabteilungen vorhalten müssten, um den Content ihrer User bereits vor dem Publizieren auf mögliche rechtliche Probleme zu überprüfen.
Die Konsumenten haben die Macht, sie können Marken diskutieren, sie können Produkte empfehlen, sie können dafür sorgen, daß eine Marke strahlt. Genau so können die Konsumenten dafür sorgen, daß eine Marke negativ wahrgenommen wird, daß die Produkte nicht empfohlen werden und die Marke ihren Glanz verliert. Die Konsumenten haben aber auch eine Verpflichtung, mit der Macht besonnen umzugehen. Da kann es keinen Freifahrtsschein geben im Sinne von “im Zweifel für den User”. Und natürlich müssen auch Marken mit Fingerspitzengefühl agieren. Aber wenn der Konsument einen Dialog auf Augenhöhe verlangt, dann muss der Konsument auch Spielregeln für den Dialog einhalten. Dazu gehört eben auch die rechtliche Komponente, die das Schützen der Marke zulässt und dem Markeninhaber das Recht gibt, gegen Verstösse vorzugehen. Ob dieses Vorgehen rechtmässig ist, entscheiden dann die Gerichte, und nicht diejenigen, die am lautesten rufen. Und ja, die gängige Abmahnpraxis in Deutschland gehört geändert, denn sie schafft ein ziemliches Ungleichgewicht.
Letztendlich zeigt auch der Jack Wolfskin Fall: ohne gemeinsame Rahmenbedingungen kommt ein Dialog nicht zustande. Das Verständnis für diese Rahmenbedingungen entwickelt sich nicht über Nacht und kann für Marken ein schmerzhafter Prozeß sein. Müsste es aber eigentlich nicht.



[...] ist in etwa, was ich mir auch bei Nico Lumma in den Kommentaren gewünscht [...]
[...] Oh, und Nico spielt einmal mehr den Bad Cop. Zugeben, zum Teil sehe ich es ähnlich. Sei’s drum, das Minimalziel ist [...]