Jack Wolfskin, gib Pfötchen, los!

Nico —  23.10.2009

Beim Werbeblogger kann man gerade drei Dinge lesen:

1. Das Unternehmen Jack Wolfskin hat reagiert und die Abmahnungen gegen die beiden User von Dawanda zurückgenommen. Das finde ich gut und richtig, ich habe dieses Vorgehen immer für überzogen erachtet, aber eben auch angemerkt, daß die Nutzer von Dawanda die Regeln eines Marktplatzes auch anerkennen müssen.

2. Einen Forderungskatalog, was Jack Wolfskin alles unternehmen sollte, aus Sicht der Autoren. Das alles klingt nach einem Ultimatum des Internets an Jack Wolfskin und ist mehr als nur anmaßend. Formulierungen wie „Wiedergutmachung der ’schlaflosen Nächte’ innerhalb der gesamten Familien“ oder „Ernennung eines neuen Markenrecht-Anwaltes“ zeigen deutlich, daß hier jemand alles Maß verloren hat. Der Beitrag gipfelt in folgenden Sätzen:

Wir wissen, wir können nicht die Welt retten, wir können nur das Bewußtsein schaffen! Der Rest muß aus der Blogosphäre und dem Volke kommen, wenn das Unternehmen nicht nachhaltig, weise und einsichtig denkt und handelt.

Ein aktuelles Treffen am kommenden Montag entbehrt nun zunächst jeder Grundlage; gerne erwarten wir aber Ihre neuen Vorschläge, Herr Hell.

Ja, nee, ist klar. Ich dachte, wir reden hier davon, daß ein Unternehmen seine Marke schützen will und dabei überreagiert hat, und nicht über das Ende der freien Welt und den Niedergang der Zivilisation. Es geht hier um Fleecepullis und nicht um Krieg und Frieden! Ganz abgesehen davon verstehe ich nicht, warum ein Unternehmen gerade auf diejenigen als Berater hören sollte, die gerade tagelang ordentlich Öl ins Feuer gegossen und immer „hey, kommt alle rüber, hier brennt es ordentlich, guckt euch das an!“ gerufen haben, aber das nur am Rande.

3. In den Kommentaren spielt sich gerade ein sehr skurriles Schauspiel ab, wo sich jetzt alle darüber auslassen, daß die Reaktion des Unternehmens a) zu wenig sei, b) nicht ernst genug gemeint sei und es c) doch nicht alles gewesen sein könne. Da frage ich mich auch, was es für eine Erwartungshaltung gibt und wie ein Unternehmen wie Jack Wolfskin reagieren sollte. Freifleece für alle?

Bleibt doch bitte alle mal auf dem Teppich und versucht auch nur mal ansatzweise, Euch in ein Unternehmen oder eine Marke hereinzuversetzen. Dort geht es nicht immer nur um Friede, Freude, Eierkuchen, sondern auch darum, Umsatz zu generieren, Arbeitsplätze zu sichern, Produkte zu entwickeln und lauter andere anstrengende Dinge mehr. Da ist es naheliegend, die eigene Marke zu schützen. Und nochmal, nur weil jeder Nutzer mittlerweile online Inhalte erzeugen oder an Marktplätzen teilnehmen kann, bedeutet das noch lange nicht, daß die Nutzer sich nicht an rechtliche Rahmenbedingungen halten müssen. Ich finde es einen guten und richtigen Schritt, daß Jack Wolfskin die Abmahnungen zurücknimmt, jedoch auf dem Löschen der Angebote beharrt. Sicherlich gäbe es jetzt noch weitere Schritte, die Jack Wolfskin unternehmen könnte, aber diese in einem Blogpost als Forderung zu formulieren, geht entschieden zu weit.

42 responses to Jack Wolfskin, gib Pfötchen, los!

  1. Wo Du recht hast, hast Du recht.

  2. Auch an dieser Stelle einen großen Dank für die zutreffenden Worte!

  3. Right. Manche müssen jetzt langsam wieder einen klaren Kopf bekommen. Ich denke, bei JW sind intern einige Krisensitzungen abgehalten worden. Zudem bin mir sicher wird man sich zukünftig genau überlegen, welches Nutz/Schadensverhältnis bei leichtfertigen Abmahnungen vorliegt.
    Forderungen gegenüber JW halte ich für übertrieben aber sie können durchaus eine Hilfestellung für andere Firmen sein, ihre zukünftige Abmahnstrategie auf einen Prüfstadt zu stellen.

    Trotzdem kauf ich kein JW.

  4. Einerseits stimme ich dir zu. Der Forderungskatalog klingt ein wenig ultimativ und nach „Erfüllen oder Krieg“.

    Andererseits scheinst du das abgemahnte Material noch nicht gesehen zu haben, sonst würdest du nicht in die Bresche des Markenschutzes springen. Hier geht es nicht um den Schutz einer Marke sondern um Schmuckbilder in einem völlig anderen Kontext. Würden wir diesen „vermeintlichen“ Markenschutz weiterspinnen, würden wir irgendwann dort landen, wo es verboten wäre, eine Kindertapete mit Katzenbildern und dazugehörigen Pfötchenspuren zu verkaufen. SO weit darf der Schutz eines Logos nicht gehen.

    Was du in deinem Beitrag völlig untergehen lässt, ist der Umstand, dass JW völlig dilletantisch aus PR- und Marketingsicht reagiert. Das solltest du als gepriesener Marketingexperte doch sofort ankreiden. Wäre ein Wort der Entschuldigung soooo viel verlangt? Nein. Wäre es nicht. Und es wäre aus diplomatischer und PR-Sicht sehr schlau gewesen. Und hätte nix gekostet. Da zeigt sich dann doch wieder die Arroganz oder die Inkompetenz der Verantwortlichen.

    Findest du aber nicht. Zumindest liest man bei dir nix davon. Schade eigentlich. So rückt man dann doch ein wenig in die Ecke des JW-Verteidigers..

  5. Die Nutzer von Dawanda haben „die Regeln eines Marktplatzes“anerkennen. Da Wurden (geschmacklich äußerst fragwürdige) Glitzerkatzentatzen neben Glitzertatzen auf Mädchen-Tshirts geklebt. Oder Hundedecken mit Hundepfötchen bestickt, wenn die Damen dabei überhaupt an einen Outdoorproduzenten im Taunus dachten(was ich stark bezweifle), dann hätten sie niemals vermutet, damit einen Markenrechtsverstoß zu begehen. Die haben Jack Wolfskin mit Jacken und Fleece-Pullovern verbunden. Nicht mit Hundedeckchen.

  6. „… in ein Unternehmen oder eine Marke hereinzuversetzen. Dort geht es nicht immer nur um Friede, Freude, Eierkuchen, sondern auch darum, Umsatz zu generieren, Arbeitsplätze zu sichern, Produkte zu entwickeln und lauter andere anstrengende Dinge mehr. Da ist es naheliegend, die eigene Marke zu schützen.“

    Damit hast recht. Und genau deshalb hat sich das Ganze zu einem feinen Patt entwickelt. Nur wer am Umsatz kratzt, bewirkt Veränderung, alte CSR-Regel. Und die Veränderung würde ich sehen, wenn die Chefetage den Unterschied zwischen Katzenpfotenstoff (nach Information des Herstellers rechtefrei und kommerziell nutzbar) und einem Outdoor-Label verstanden hat.

    Dir würde – verzeih – ein bisschen Bionachhilfe auch nicht schaden. Bislang fehlt der schlüssige Hinweis darauf, dass hier tatsächlich eine Rechteverletzung vorliegt. Und wir werdens wohl auch nie erfahren, weil Jack Wolfskin nicht etwa die Firma abmahnt, die Inhaberin der Nutzungsrechte an dem unter anderem monierten Katzenstoff ist. Da frag ich mich mal ganz naiv, wieso sie das nicht tun, wenn sie doch so unbedingt ihre Marke schützen müssen, um weiter feine Sachen zu entwickeln und Arbeitsplätze sichernd im Big Business mitzuspielen.

  7. „Es geht hier um Fleecepullis und nicht um Krieg und Frieden!“ „Freifleece für alle?“
    ich finde diese polemik vollkommen unangebracht und verletzend. nein, es geht nicht um krieg und frieden. aber es geht verdammt noch mal auch nicht um das wohl eines unternehmens, sondern um das recht des verbrauchers!

    und ganz ehrlich. hast du die abgemahnten produkte gesehen? bist du ernsthaft der meinung, dass ein rosa kissen mit katzenpfote abmahnfähig ist?

    es geht hier ums prinzip. und darum, dass ein unternehmen nicht einfach wilde sau spielen kann. heute nicht MEHR. und in zukunft noch weniger. dank des internets fliegt heute auf, wer scheiße baut. früher oder später.

    und die „opfer“ angemessen zu entschädigen, würde JW sicherlich keinen zacken aus der krone brechen. im gegenteil. mit einer ernst gemeinten entschuldigung könnten die immer noch sympathie zurück- und hinzugewinnen.

  8. Dass da völkische Begrifflichkeiten benutzt werden fand ich aber schon irgendwie lustig. Von JW hatte ich btw mal nen Rucksack. Da war ich 16 oder so.

  9. fully ack.

    Für den Weltfrieden gibt es Stuhlkreise!

  10. … Das Netz hierläßt seine Tatzen überall und reinigt sich danach selbst. Danke für die klaren Worte @nico !

    Der bisherige No-Name (zumindest im Netz) erhält trotz eindeutigem Fehlverhalten nebenbei noch das große A = Attention. Super Brand-PR – von wem ist die Kampagne nochmal? Vermutlich der Kanzlei selbst …

    Ganz sooo kritisch bin ich jedoch gegenüber @werbeblogger nicht. Saures muss halt auch mal richtig sauer sein, damit was passiert.

    So – und jetzt habt euch wieder lieb!

  11. Der Tonfall beim Werbeblogger ist schon haarsträubend, keine Frage. Aber du scheinst das Problem auch nicht wirklich verstanden zu haben. Der Skandal ist ja weniger, dass JW hier ein paar Hausfrauen abgemahnt hat, sondern dass man den (legitimen) Schutz der eigenen Marke ins absurde treibt und auf alles, was einer Tierpfote auch nur im Ansatz ähnelt, ein Monopol zu haben glaubt, auch wenn es (wie in den konkreten Fällen) Null Verwechslungsgefahr mit der Marke gibt.

    Dazu dann noch das mit Millionenaufwand betriebene Außenbild des naturverbundenen freiheitsliebenden Öko-Unternehmens, da darf man sich nicht wundern, wenn die Verbraucher jetzt mal genauer hinschauen und sich nicht mit wachsweichen Presseerklärungen zufrieden geben.

  12. Also ich wär schon dafür, jetzt die Konsequenzen zu ziehen und Jack Wolfskin schleunigst unter staatliche Aufsicht zu stellen. Eine Enteignung stellt in meinen Augen die einzig verhältnismaßige Lösung dar.

  13. Das Zitat hast du schön aus dem Zusammenhang gerissen, so wirkt es nicht mehr selbstironisch sondern maßlos.

    Ohne das „Öl ins Feuer gießen“ wären die Abmahnungen wohl nicht zurückgenommen worden. Es haben sich ja noch einige Leute gemeldet, die bereits abgemahnt wurden und auch zahlen mussten.
    Daher ja auch das a) b) a) in den Kommentaren…

  14. Danke für deinen Beitrag. Sonst müsste man sich als Blogger für die Ergüsse der werbeblogger wirklich fremdschämen.

  15. „Der bisherige No-Name (zumindest im Netz) erhält trotz eindeutigem Fehlverhalten nebenbei noch das große A = Attention.“

    Eben nicht. Es war weder ein eindeutiges noch ein zweideutiges Fehlverhalten. Es war GAR kein Fehlverhalten. Oder ist es auch als Fehlverhalten zu sehen, dass Souvenierhändler an Ost- und Nordsee Muschelbilder oder gar Muscheln selbst verkaufen, obwohl ein bekannter Mineralölkonzern doch das Bildrecht an der gemeinen Muschel hält? Eben. Irgendwo muss man die Kirche auch mal im Dorf lassen, wenn man sich nicht öffentlich komplett lächerlich machen will. Und JW hat sich furchtbar lächerlich gemacht.

  16. Und nebenbei bemerkt habe ich bei manchen Beiträgen das Gefühl, dass die Verfasser in den Diensten der Schadenbegrenzungsabteilung von JW stehen.

  17. wie hieß die Kanzlei von diesem Problemwolf gleich wieder?
    Gute Leute!
    Mir kommt da so ’ne Idee…

  18. Das Beste dabei ist, dass wohl kaum jemand von diesen laut schreienden Leuten wohl auch nur ein einziges Kleidungsstück der Marke besitzt oder vorhat zu kaufen. lol.

  19. sorry, aber jw straft sich selber lügen und hat noch lange nicht fertig mit seinen absurden abmahnideen

    http://skorpionstich.wordpress.com/2009/10/22/jack-wolfskin-dies-ist-erst-der-anfang/

  20. Wie war das noch mit Blogs und Klowände!? Irgendwie ist da schon was dran.

    Mir geht diese ganze aufgesetzte und systematisch geplante Empörungsmaschinerie der Blogger gehörig gegen die Schnur. Markeninhaber sind bald wohl nur noch Freiwild!

  21. Widerspruch:
    Haben Sie das ganze wirklich nicht verstanden? Oder wird hier schon angebiedert an die Sicht potentieller, vom Web 2.0 überraschten Kunden? Wirklich erfurchtgebietend, wie glaubwürdig Sie Ihr Verständnis der Kundenperspektive beweisen. Das klingt fast wie ein Rebriefing für JW.
    Die Bastelmuttis haben bis auf höchstens eine keinerlei Markenrechte verletzt, es sei denn, der JW-Markenschutz dehnt sich dynamisch aus und umfasst jetzt plötzlich außer (schägen) Wolfspfoten alle Tierspuren oder zwischenzeitlich erstmal Hunde, Katzen und Bären.

    Die Selbstzerstörung von JW liegt nicht an einem berechtigten Kampf gegen Markenverwässerung, die Empörung richtet sich gegen den bewussten JW-Kampf für eine Markenausweitung. Was ist schlimm daran, das zu bemerken und zu kritisieren? Die 2. JW-Pressemitteilung stellt es so dar, als hätte JW Recht und sei jetzt mal kulant. Die Mehrheit der Kommentierenden findet das nicht und protestiert natürlich weiter. Entscheiden kann das nur das Gesetz und auch der Gesetzgeber.

    Wollen Sie wirklich behaupten, dass Sie später mal von der guten alten Zeit schwärmen, als Buchstaben, Farben und Tierspuren Markenrechtlich schützbar waren?

    Und: Haben Sie schon eine Abmahnung der Ausburger Puppenkiste bekommen? Wäre nicht schön, oder? Und doch viel gerechtfertigtter als bei Katzenpfoten.

  22. @Matthias(20)
    Ruhig Brauner, ich bin schon dran…

  23. @Nico(24)
    Meinst du mich?
    Entschuldige, ich dachte an „Trallafitti“.
    Ist gut oder? Sag’s nicht weiter, ich hab’s von einem Juristen geklaut.
    PS. Der Streitwert ist doubliert.
    Bei weiteren Widerworten „Ben Gurion“!

  24. Grundsätzlich ist Markenrecht wichtig:
    Nun ja, wenn das aber alles mit Markenrecht zu tun hätte, gäbe ich dir recht.
    Aber 5 Tatzen sind nicht 4 Tatzen, ein Bär ist kein Wolf und links ist nicht rechts.
    Was hier alles abgemahnt wurde und auch nicht zurückgenommen wurde, lässt sich nicht mit Markenrecht begründen, sondern mit Paranoia.
    Ich rede hier vom Bärensymbol und die Abmahnung gegen die Stuttgarter Bärencommunity und den Onlineshop bearwaer.nl.
    wikipedia source: http://de.wikipedia.org/wiki/Bear_Community
    Blog: http://skorpionstich.wordpress.com/2009/10/22/jack-wolfskin-dies-ist-erst-der-anfang/

    Meine Erwartungshaltung ist die. Man überprüft alle Abmahnfälle und schaut genau hin, wo absichtlich koipiert wurde und wo es nur eine entfernte Ähnlichkeit gibt.
    as wäre Augenmaß.

  25. Hier gehts nicht um Krieg oder Frieden, sondern nur darum, das die Markenansprüche die JW seiner Taze beispricht, völlig überzogen und nicht gerechtfertigt sind.

    „..Eine Marke kann nicht eingetragen werden, wenn ihr die Unterscheidungskraft fehlt..“ Quelle: markenmagazin.de

    Schaut man sich die Wolfstaze und die eines Bären an (z.B. am leider durch JW geschlossenen Bärenshop http://www.bearwear.nl/BEARWEAR.NL/Enter_EU.html ) sieht amn das ein Bär eine Zehe mehr hat. Aussicht von JW ist da natürlich eine Verwechslunsgefahr gegeben, das Problem mist nur das die Bärentaze in der Natur vorkommt und nicht erst designt wurde. Diese verwechslungsgeafhr die hier JW sieht ist auch die Verwechlungsgefahr die bei der Eintragung der Taze als Marke hätte auffallen müssen. Die Taze als Marke hätte niemals eingetragen werden dürfen.
    Die Taze für JW war schon am Tag der Eintragung eine extrem schwache und von Haus aus schon verwässert.
    Das Vorgehen von JW nun alle Pfoten, Tazen dieser Welt abzumahnen um eine verwässerung der marke vor zubeugen ist desshalb so unerhört.

    Ziel ist es die Austragung der Marke zu erreichen. JW hat sich einfach ein schlechtes Logo von der Taz geklaut.

  26. Ich habe den Eindruck, dass die lieben Kollegen beim Werbeblogger einfach heillos überfordert sind mit der Aufmerksamkeit, die sie erhalten. Natürlich ist es zunächst sehr richtig, darauf hinzuweisen, wenn ein Unternehmen sich unverhältnismäßig benimmt. Wenn Blogs das dort tun, wo die klassischen Medien es nicht hinbekommen, und damit letztere auf den Plan rufen, leisten sie eine wichtigen Beitrag für die Öffentlichkeit.

    In dem Moment aber, in dem sie sich Gehör verschaffen und SpOn mit dabei ist (oder wer auch immer jetzt die Geschichte in den Mainstream getrieben hat), ist es Zeit, Augenmaß zu haben und sich der Pflicht, die mit der Öffentlichkeit einhergeht, auch bewusst zu sein. Stattdessen dermaßen unwürdig die Fassung zu verlieren und dieses Revolutionsgeheul anzustimmen, führt meines Erachtens die Werbeblogger genau in dem Moment ad absurdum, in dem sie eigentlich ihre größte Stärke beweisen könnten.

    Das ist schade. Und ein weiteres Zeichen dafür, dass die „Öffentlichkeit von unten“ in Blogs & Co. hierzulande immernoch viel zu unreif sind, um wirklich ernst genommen zu werden.

  27. Zitat:
    „3. In den Kommentaren spielt sich gerade ein sehr skurriles Schauspiel ab, wo sich jetzt alle darüber auslassen, daß die Reaktion des Unternehmens a) zu wenig sei, b) nicht ernst genug gemeint sei und es c) doch nicht alles gewesen sein könne. Da frage ich mich auch, was es für eine Erwartungshaltung gibt und wie ein Unternehmen wie Jack Wolfskin reagieren sollte.“

    Ich sagte im Forum, dass ich mich von jeglicher Hetzjagd distanzier usw.
    Und ich distanziere mich auch hier von „allen“ im Zitat.

  28. nein-nein-nein 24.10.2009 at 15:31

    Der „Forderungskatalog“ beim Werbeblogger ist nicht mehr oder weniger überzogen als das Ansinnen JWs, alle Tatzen und Pfoten die nicht von JW stammen einzustampfen.

    Erschreckend sind dabei zwei Dinge:
    1. Dass sich JW eine Pfote als solche, markenrechtlich überhaupt hat schützen lassen können.
    Oder eben auch, dass JW seine geschütze Pfote (die ja in Wirklichkeit keine Tatze ist) als Mutter aller Pfoten ansieht.

    2. Die Ausweitung durch die von JW beim DPMA beantragten weiteren Klassen für diese Bildmarke.

    Hier wird versucht, in weite Bereiche hinein ein Recht zu manifestieren welches so nicht begründbar ist.
    Jedenfalls nicht für einen normaldenken Menschen.

  29. Hier ist noch was zum Nachdenken –
    zwischen all dem „guter Wolf und böser Wolf“- Geknurr bringt meiner sehr unmaßgeblichen Meinung nach dieser Text auf den Punkt, warum eben nicht geht, was JW macht.

    http://fledgeflyingiseasy.blogspot.com/2009/10/reason-to-paws.html

    bel

  30. naja, wenn einer nicht mal die grundlagen richtig recherchieren kann… was kann dann sein urteil schon wert sein…? ich möchte ja mal sehen, was die aktionäre dazu meinen würden, wenn sie feststellen müssten, dass der achso zentrale und bedingungslose schutz der marke 50% ihrer investition gekostet hat…? es gibt halt welche, die können nur wie roboter handeln… und denen ist selbstverständlich jede sinnhafte überlegung ein unberechenbarer dorn im auge…

  31. Kann ich nicht nachvollziehen. Der „Forderungskatalog“ ist keiner, sondern es handelt sich um eine Sammlung von Punkten, die der werbeblogger bei dem anberaumten Treffen mit Mr. Hell am Montag ansprechen wollte. Nach der Pressemitteilung vom Freitag wurde das Treffen am Montag als obsolet betrachtet, die Agenda aber als Diskussionsanregung veröffentlicht.

    Das Unrecht besteht einmal darin, sich einseitig zum „Herrn der Pfoten“ aufschwingen zu wollen, und das dann mit widerlichen Methoden bei Leuten durchzusetzen, die sich aller Voraussicht nach dagegen nicht wehren können. Diese beiden Punkte sind es, die die Leute zu recht auf die Barrikaden bringen. Aus der Pressemitteilung von Freitag geht klar hervor, daß sich JW immer noch im Recht wähnt. Von Einsicht keine Spur, eher ein erzwungener teilweiser Rückzug, und dies führt beim aufmerksamen Beobachter zur Ächtung dieser Marke.

  32. Lieber Nico, lieber Martin Oetting!

    Was reitet Euch, in dieser Art und Weise gegen die Werbeblogger zu argumentieren?

    Nico, wie kannst Du es ernsthaft gutheißen, dass JW sich zu einer Rücknahme der Abmahnung durchringt, gleichzeitig aber darauf beharrt, die bei Dawanda gelöschten Artikel zu Recht beanstandet zu haben? Die Schutzbedürftigkeit der Marke „Tatze“ in dieser Weise zu dehnen, ist maximal grotesk. Schlimm genug, dass sich JW für diese minimalste aller Minimallösungen entschieden hat. Das auch noch offen per Pressemitteilung zu verbreiten, konnte seitens der Betroffenen doch nur zur einer „jetzt erst recht-Reaktion“ führen.

    Und an Euch beide: Den Post beim Werbeblogger derart misszudeuten – wer redet denn von Forderungskatalog ?! -, zeigt dass ihr den Prozess nur aus aus dem Augenwinkel verfolgt haben könnt. Hoffentlich!

    Schade, dass ihr in das Horn derer blast, die jetzt sagen, ist doch alles nicht so schlimm. Doch, es ist schlimm, dass unser Rechtssystem es einzelnen erlaubt, wirtschaftliche Macht derart auszuspielen. Es ist bedauerlich, dass es in Unternehmen Kräfte gibt, die diese Schwäche des Rechts ausnutzen. Und es wichtig, beides in aller Deutlichkeit anzuprangern.
    Bis sich etwas ändert.

  33. Ach ja. Wo wir gerade bei grotesk sind. Das Textfeld zum Kommentieren hier ist grotesk klein ;-)

  34. Ist der Ruf erst einmal ruiniert, mahnt sich ab ganz ungeniert. Habe ich kürzlich zu diesem Thema mal gelesen: http://www.ratgeberrecht.eu/abmahnung/abmahnung-der-firma-jack-wolfskin-durch-kanzlei-harmsen-utescher.html

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