Neulich bin ich über einen interessanten Text gestolpert, den ich in Auszügen hier einmal dokumentieren möchte:
Beides – Professionalisierung und Öffnung der Parteien – bedeutet die Entstehung eines neuen Parteientyps. Parteien müssen zu “atmenden Organisationen” werden, die für Engagierte und Interessierte Platz schaffen. Und die Parteien müssen systematisch die Möglichkeiten des Internets für Ihre Arbeit erschließen – Web 2.0 für eine Partei 2.0. Blogs und Angebote im Internet gewinnen für die Wahlkämpfe der Zukunft ohne Frage an Bedeutung. Sie gehören zum Anspracherepertoire genauso wie Infostände oder das Verteilen von Parteizeitungen und Broschüren, die im Übrigen bereits heute mangels funktionierender Verteilergruppen für viel Geld vom örtlichen City-Post-Austräger in die Briefkästen gesteckt werden müssen. Arbeitsgemeinschaften in festen Strukturen, wie sie die SPD seit den 70er-Jahren kennt, können auch in Zukunft noch Sinn machen. Aber vermutlich nur dort, wo diese Organisationsstruktur auf ein nachhaltiges Interesse stößt und nicht, weil es traditionell eben immer so war. Denn die Arbeitsgemeinschaften der deutschen Sozialdemokratie wurden geschaffen, um Zehntausende neuer Mitglieder in den 70er-Jahren zu integrieren. Heute sind Zehntausende Mitglieder ausgetreten oder verstorben – nur die Arbeitsgemeinschaften bestehen so wie bisher und kämpfen im Zweifel verbissen um ihre Konferenzen, Vorstands- und Delegiertenmandate.
Die Parteien, die diesen Wandel gestalten, also ihre traditionellen Organisationsformen erhalten und sie um moderne Angebote zur Teilnahme und Teilhabe an der politischen Willensbildung ergänzen, werden die größeren Erfolge und auch die größere Glaubwürdigkeit erzielen.
Ich bin gespannt, ob und wie der Autor dieses Textes [Amazon] die SPD ab dem nächsten Wochenende umkrempelt.



[...] Partei 2.0: Ein paar Ansätze… (Lummaland) – Ein paar kluge Gedanken zu einem neuen Parteityp. Ob dies für die SPD umgesetzt werden kann? [...]