Da guckte ich wie immer die CBS Evening News, am frühen Abend um 18 Uhr, denn ich verbrachte ein Jahr als Austauschschüler in Des Moines, Iowa. Aufgewachsen im Zonenrandgebiet waren die Ereignisse im Herbst 1989 für mich irgendwie ziemlich fern, denn die Nachrichtenlage im Mittleren Westen war eher etwas mickrig, auch wenn Dan Rather und andere Anchormen ziemlich sofort direkt von der Berliner Mauer berichteten. Ich durfte ein Editorial für die Schülerzeitung schreiben, die netterweise mit einer Illustration versehen wurde, bei der die Berge im Norden waren und das Wasser im Süden, aber West und Ost waren von den Proportionen wenigstens richtig. “It’s the thought that counts” sagt man dazu. An meiner Schule und in meinem Umfeld gratulierte mir jeder zur Re-Unification und mir war ehrlich gesagt nicht so richtig klar, was das alles bedeuten würde.
Irgendwie war die Situation auch merkwürdig. Da passierte also endlich mal etwas direkt bei mir zuhause um die Ecke und ich war mal eben mitten in einem anderen Kontinent. Nun ja, das kommt in den besten Familien vor und als ich im Sommer wieder in Deutschland war, konnten Familie und Freunde kaum verstehen, daß ich über die vielen Trabanten und Wartburgs verwundert war, die eine lange Autoschlange von der ehemaligen Zonengrenze bis zum Aldi bildeten.
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[...] Bilder gibt’s bei Spreeblick [via netzpolitik.org], und auch Nico erinnert sich, genau wie Blognachbar Torben. Und der Bulo hat wie seine ganz eigene, nicht [...]