Google Chrome OS – der Angriff auf den Desktop

Nico —  22.11.2009

Google hat jetzt also endlich Google Chrome OS vorgestellt. Die Message ist eindeutig: der Desktop soll obsolet gemacht werden. Und das bedeutet: Microsoft soll dort getroffen werden, wo es wehtut.

1. Google Chrome OS ist Linux-basiert und soll dementsprechend Momentum durch die vielen OpenSource-Entwickler bekommen.

2. Google Chrome OS setzt einen Internetzugang voraus, wo auch immer man den Rechner startet. Das setzt allgegenwärtiges Internet voraus, also massiven Ausbau der Internet-Infrastruktur und vor allem mehr Wifi, UMTS und vor allem LTE. Das freut die Provider, denn Google Chrome OS wird hierfür eine Nachfrage schüren.

3. Google Chrome OS nutzt die Cloud anstelle des Rechners für Applikationen und Datenspeicherung. Das bedeutet für den User weniger Kosten für Hardware zur Datenspeicherung und die Nutzung von SaaS, also vor allem nur dann, wenn man eine Software benötigt. Anstelle des Office-Pakets nimmt man dann eben Google Docs, oder eine andere Cloud-basierte Textverarbeitung, dasselbe gilt für Bildbearbeitung und andere Applikation, die derzeit vor allem auf dem Desktop massive Verbreitung erfahren.

4. Netbooks werden die Rechner für die breite Masse sein, für Leute, die kein Interesse an Hardware-Specs, Virus Software-Updates, Inkompatibilitäten oder ähnlichem haben, die einfach nur den Kasten anschalten und sofort loslegen wollen. Für die aber auch der Rechner weniger ein notwendiges Werkzeug bzw. Übel ist, sondern ein günstiges Infotainment-Device, das man tagtäglich nutzt und bei dem das Web im Vordergrund steht, denn da sind ja die Freunde, die Videos, die Games, die Textverarbeitung, die Musik und alles andere, was man so braucht. Youtube zieht jetzt schon massiv die Aufmerksamkeit und Zeit der User auf sich, das muß aus Sicht von Google noch ausgebaut und auf andere Bereiche ausgedehnt werden.

5. Je mehr Zeit die Nutzer im Browser verbringen, desto besser kann Google die Nutzung tracken, damit das Targeting der Werbung verbessern, dadurch die Preise für Werbung anheben, dennoch aber die Werbetreibenden besser zufriedenstellen und letztlich Umsatz und Gewinn deutlich steigern.

Durchbricht Google mit Chrome OS die Desktop-Metapher, knackt sie Microsofts Dominanz von Windows und Office. Das Ziel ist es, die Nutzungsdauer des Webs massiv zu erhöhen und die User enger an das Google Universum von Search, Entertainment, Advertising und Apps zu binden. Natürlich will Google damit den Unternehmenswert deutlich steigern und Microsoft dort schwächen, wo bislang Windows und Office dominierten.

3 responses to Google Chrome OS – der Angriff auf den Desktop

  1. Wenn die Dominanz des einen gebrochen wird, ist das gut. Wenn dadurch jedoch eine neue Dominanz entsteht, ist das nicht zwangsläufig besser.

    Die grundsätzliche Entwicklung finde ich auch sehr spannend. Saas und Cloud-Computing nutzen wir ja heute eh schon andauernd. Dennoch birgt die Entwicklung Google´s auch einige Gefahren.

    Das klingt fast ein wenig nach Weltherrschaft :-)

Trackbacks and Pingbacks:

  1. Fischmarkt - 23.11.2009

    Why Chrome OS is a Game Changer…

    Last week saw the introduction of a new operating system that will probably change the landscape over the course of the next few years. While it won’t replace Windows on the desktop anytime soon, Microsoft still needs to be……

  2. Anonymous - 14.12.2009

    […] […]