Irgendwie habe ich es geschafft, den ganzen Rummel um Avatar ignoriert zu bekommen, war dann aber dennoch gestern abend im Kino, um mir den Streifen anzugucken. 3D-Kino klingt immer so nach Freizeitpark der 80er Jahre, wo man dann irgendeinen Film mit einer Achterbahnfahrt gesehen hat, für den man 30 Minuten anstehen musste und der dann 5 Minuten dauerte, aber alle waren begeistert. So auch gestern abend, als der Hinweis auf der Leinwand kam, dass man nun die 3D-Brillen aufsetzen müsse. Schon bei den in 3D gezeigten Trailer wurde mir klar, daß 3D-Filme etwas advancedter sein könnten als die zweiteilige Serie Wenn die Fernsehbilder plastisch werden, die 1982 im 3. Programm des NDR ausgestrahlt wurde und bei mir für null 3D-Erlebnis gesorgt hatte.
Nach den Trailern startete dann Avatar und die Bilder sind schon beeindruckend. Man fühlt sich oftmals hineingezogen und spürt eine viel größere Nähe als bei einem herkömmlichen Film. Aber nach ca. 30 Minuten war dieser Neuheits-Effekt verpufft und es wurde zunehmend klar, daß die extrem dünne Handlung, die Pocahontas komplex erscheinen lässt, nur der Rahmen ist für eine wilde 3D-Effekthascherei und eine ordentliche Baller-Orgie. Technisch gesehen ist Avatar sicherlich ein Meilenstein, aber das extrem plumpe Storytelling lässt dann doch einen faden Beigeschmack zurück. Mein Fazit direkt nach dem Film war daher auch: Avatar ist auch nur “der mit dem Wolf tanzt” mit anderen Mitteln.
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