Populismus und Demagogie haben die WASG und die PDS zur Linke zusammengeschweisst. Nun hat Oskar Lafontaine sein Ziel erreicht und die SPD im letzten Bundestagswahlkampf erheblich geschwächt, woraufhin er sich jetzt in das Saarland zurückzieht. Während er dies tut, wird offensichtlich, wie zerstritten die Führung der Linke in Wirklichkeit ist. Erst wird André Brie gemobbt, dann Dietmar Bartsch öffentlich gemaßregelt, Lothar Bisky wird brüskiert und Gregor Gysi zieht die Strippen. Eine neue Führung soll her, bestehend aus den Komponenten Ost und West sowie Mann und Frau. Man sieht deutlich, wie wenig WASG und PDS zusammengewachsen sind.
Jetzt scheint das neue Führungsduo gefunden worden zu sein: Gesine Lötzsch und Klaus Ernst. Ostfrau aus der SED stammend und West-Mann mit SPD und Gewerkschaftshintergrund. Gemäß der Arithmetik der Partei sicherlich die ideale Besetzung.
Lötzsch und Ernst allerdings sollen eine Partei führen, die innerlich kaum zusammengewachsen ist, die in die zwei Lager der Fundamentalopposionellen und der Koalitionswilligen zersplittert ist. Beiden fehlt das Charisma der Leitwölfe Gysi und Lafontaine – sie werden die Implosion der Linke nicht aufhalten können. Zu sehr gärt es an allen Ecken, zu Zersplittert ist die Partei. Der Kampf um die Nachfolgeregelung Lafontaines in den letzten Wochen ist ein gutes Indiz für den innerparteilichen Umgang mit einander innerhalb der Linke. Das Abschneiden in NRW wird der Moment der Ernüchterung werden.
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