Es sind nicht die Specs, es ist die Kategorie

Nico —  28.01.2010

Seit gestern abend wird das iPad angeregt diskutiert. Es gibt viele Kritiker, die meinen, daß das iPad zu teuer sei im Vergleich zu einem Netbook, oder zum Kindle, oder daß eine Kamera fehle, oder ein Telefon, oder Multitasking, oder eine bessere Tastatur, oder oder oder.

Aber das Thema ist nicht, wieviel Features aus der Computer- oder Mobiltelefonie-Welt Apple in ein Tablet-Device hereingestopft bekommt, sondern wie Apple wie schon beim iPhone einfach eine neue Kategorie definiert und damit die Maßstäbe setzt.

Das iPad definiert eine ganz andere Mediennutzung, die sich viel mehr an Entertainment-Aspekten orientiert als an technischen Specs, die ein User Interface hat, die neue Möglichkeiten erlaubt, die auf einen App-Store zurückgreifen kann, die Casual Games ermöglicht genau so wie das Betrachten von Fotos oder Videos, ganz zu Schweigen von Email- und Web-Nutzung oder einem unkomplizierten Internetzugang, über den man nicht nachdenken muß, weil dieser im Gerät integriert ist.

Das iPad definiert eine neue Kategorie. Technische Specs sind so 20. Jahrhundert.

17 responses to Es sind nicht die Specs, es ist die Kategorie

  1. mal sehen ob deine ganzen casual flashgames da laufen ;)

  2. flash ist doch ebenfalls nicht das thema.

  3. Lass uns in nem Jahr mal darüber quatschen :)

  4. ok, ich packe mir das auf wiedervorlage. :)

  5. Man nenne mich rückständig aber ich sehe den Nutzen von dem Ding nicht und für mich sind einige Specs tatsächlich wichtig…
    Wenn ich ein tragbares Gerät habe, will ich, dass es aus einem Material ist, dass so widerstandsfähig ist, dass ich es auch mal fallen lassen kann. Die Unfähigkeit, Stifte zu benutzen, ist dann auch noch ein Thema.

    Davon abgesehen: Sehr viele werden daraus jetzt sicher einen Hype machen. Ich sehe nicht, wie man das Gerät produktiv nutzen könnte… aber den hab ich beim iPhone ja auch nicht gesehen und trotzdem nutzen das alle…

  6. Wie sagt man so schön: We are not the fucking Zielgruppe. Ne Kamera fehlt trotzdem.

  7. Das mit der einfach mal ne «neue Kategorie aufmachen» gefällt mir sehr gut.
    Schlecht für die SWOT Analysten, die nur bestehendes mit Erkenntnissen von «Marktforschungsexperten» verkuppeln. Dabei nette Zahlen errechnen, in nette Ampelfolgen – Rot (20%), Gelb (20-69%) und Grün (70-100&) bringen und kaum zu innovativen Erkenntnissen gelangen. Und wenn es, wie so oft schon bei Apple Geräten passiert, Erfolg hat, hat Apple wieder mal recht behalten, und neben einer Kategorie die Messlatte für die Kopisten und Nachbeter höher gesetzt.

    Tja, schade um das Ende der zu einfach gestrickten digitalen W-Lan Bilderrahmen und Zeit für Extra Glasversicherungen.

  8. Die Kategorie existiert schon länger, siehe Archos und andere Pads, aber es braucht wohl das Reality Distortion Field, um das Produkt zu verkaufen. So ganz kann ich ob des iPads nicht jubeln. Torsten Kleinz hat das besser zusammengefasst als ich es könnte: http://notes.computernotizen.de/2010/01/29/die-zukunft-ist-closed/

  9. Kommt sonst noch jemand mit nach Stockholm? :)

  10. Neue Kategorie – einverstanden, aber trotzdem lässt Apple dann eine Reihe von potenziellen Interessenten zurück, die eben andere Ansprüche an ein mobiles Device haben als nur nur nur die einfachste Nutzung. Die zwar sagen: Devicegröße, -display, -connectivity – alles super, aber ich will auch mal am iTunes vorbei eine Datei auf das Gerät laden können, oder eben nicht alles ausschließlich über die Monetarisierungsmodelle von Apple fremdsteuern lassen. Die sagen: ich will die Maschine beeinflussen KÖNNEN, wenn ich es möchte. Offensichtlich will Apple diese Menschen nicht als Konsumenten haben. Schade für mich und meinereiner.

  11. Wenn man am iPad stundenlang lesen kann wie am kindle, dann wird das Ding auf jeden Fall ein Erfolg. Ganz unabhängig davon, ob es mir oder anderen, die gerne etwas mehr Technik hätten gefällt oder nicht!
    Das eine hat mit dem anderen nix zu tun.
    Triffst also mit der Kategorie ins schwarze, Nico!

  12. @Ingo: Aber genau das bezweifle ich leider. In dämmerigen Lichtverhältnissen kann ich mir nicht vorstellen, dass man auf einem hintergrundbeleuchteten Display stundenlang lesen /will/. Möglich ist alles.

  13. Ich kann mich da nur anschliessen.

    Bei einer Zeitung interessiert mich auch nicht irgendwelcher Klimbims, ich will einfach und leicht zugänglich Zeitung lesen – beim iPad habe ich allein schon einfach(st)en Zugang zu Online-Medien. Klar bekommt man diesen auch mit einer PC Workstation mit 1 TB Festplatte, großem Betriebssystem, Monitor, Tastatur, Maus, X-Anschlüssen, Flash & Java-Arien, und allem optionalen Pipapo – nur geht das völlig am Thema vorbei. Das interessiert (den Nutzer) letztlich nicht.

    Ob es sinnvoll ist auf dem iPad ein Buch zu lesen möchte ich verneinen, aber dafür gibts ja auch Bücher die ich lese wenn das angebracht ist, und eben Blogs oder Online-Medien wenn das angebracht ist. Es hat jedes seine Funktion.

    Genau wie beim Thema Online-Filme interessiert mich auch nicht der ganze Ip, Streaming, Technik-Kram, ich will das es funktioniert, und das einfach. Deswegen ist T-Home Zeug mit Decoder, Vertragsklimbim und Anschlusszeugs – auch wenn die Idee gut ist – oder einzeilne Film-Downloadportale so unerfolgreich (selbst geschenkt möchte man die nicht nutzen weil Plugin, Anmelde- und Ruckelnervig), und wird der iPad erfolgreich werden.
    Irgendwann bauen sie dann noch die Kamera ein, man hängt sich das Ding in die Küche, und durch die Einfachheit, wird sich dann, nach X-Jahren, auch Videotelefonie durchsetzen, weil man dafür nix mehr tun oder installieren muss, und es einfach funktioniert.

  14. Für mich definiert es vor allem ein Gerät, das nicht auf Contentproduktion oder kreative Leistung angelegt ist, sondern auf reinen Konsum. Kreativität bitte nur in engen Grenzen von ein paar Apps, mit denen man im Baukastensystem was machen kann. Wenn das die neue Kategorie ist, dann entwickeln wird uns nicht weg von der TV-Zeit, sondern wieder dahin zurück.

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  1. uberVU - social comments - 29.01.2010

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  2. Nachtrag zur Blogger Bundesliga – Des Trainers zweiter Kader – LOGOLOOK - 30.01.2010

    […] gelten, einem trotzdem zurück schreiben, wenn man sie etwas fragt. Außerdem bewundere ich es, wie Nico das Thema Social Media in Agenturen und auf Kundenseite voran […]