EK “Internet und digitale Gesellschaft” – wir haben ja Zeit

Bei Netzpolitik.org ist ein Auszug aus der Themenliste der von der Union vorgeschlagenen Enquete-Kommission: “Internet und digitale Gesellschaft” veröffentlicht worden. Generell finde ich es ja super, daß bereits 2010 sich die Union mit diesem Thema auseinandersetzen will und deswegen Experten in eine Enquete-Kommission entsenden will. Ich selber bin in der Enquete-Kommission Verantwortung in der medialen Welt und halte es für sinnvoll, sich generell über einen längeren Zeitraum mit einem derartigen Thema auseinanderzusetzen.

Aber, in Anbetracht der Tatsache, daß die letzten Jahre in Deutschland eine netzpolitische Wüste entstanden ist, haben wir jetzt ehrlich gesagt nicht mehr die Zeit, uns lange zurückzulehnen und den großen Bogen zu spannen. Das Kalkül der Union ist hier, wie üblich, leider, daß mit einer Handvoll Symbolpolitik suggeriert werden soll, daß ein Thema jetzt auf der Tagesordnung ist und angepackt wird. Damit sollen Kritiker besänftigt und der Öffentlichkeit vorgegaukelt werden, daß jetzt ein Fokus auf diesem Thema sein wird. Das Gegenteil ist der Fall. 2 Jahre sollen sich jetzt in aller Ruhe die Experten mit dem Thema auseinandersetzen und in der Zwischenzeit hat die Koalition dann schon Fakten geschaffen, die im Abschlußbericht zur Kenntnis genommen werden.

Solange es im Bundestag nur einen Unterausschuß für Neue Medien gibt, so lange das Thema Internet und digitale Gesellschaft nur ein Randthema für die Parlamentarier darstellt, so lange es nicht breit und ohne Scheuklappen diskutiert wird, so lange wird sich beim Verständnis für das Thema nichts ändern und es wird auch keine bessere Netzpolitik geben. Allerdings muß Deutschland sich endlich bewegen und das Thema mit mehr Vehemenz angehen, sonst gerät Deutschland im internationalen Vergleich noch weiter ins Hintertreffen.

Als Quickfix macht es mehr Sinn, die Parlamentierer der Union in ein paar VHS-Kurse zu schicken, als hier eine Enquete-Kommission einzusetzen.

Die Ideologische Schweinegrippe der Linken

Selten kann ich Lothar Bisky so zustimmen, wenn er sagt:

Unsere Partei ist von einer Art ideologischer Schweinegrippe befallen worden

Allerdings dachte ich immer, das gehört zum Konzept “Die Linke” dazu. Viel Ideologie, dazu einen Schuß Demagogie gepaart mit einem Eimer Populismus, und schon ist das Rezept der Linken angerührt.

Der derzeit eintretende Fieberwahn ist also völlig normal, kommt eben in Schüben, aber ich glaube in diesem Fall ist das chronisch.

[ via: Führungsstreit: Bisky sieht Linkspartei von “ideologischer Schweinegrippe” befallen – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Politik ]

Lego Universe

Lego Universe ist das neue MMOG von Lego, das bereits für Spieler ab 8 Jahren geeignet sein soll und 2010 auf den Markt kommen wird.

Moderne Zeiten: Alltagsmeldungen von Freunden

Sebastian Dalkowski schreibt über Moderne Zeiten: Twitter und das Thema “Warum Menschen denken, ihr Leben sei ständig 140 Zeichen wert”:

Es ist nur so: Die wenigsten twittern Bilder von notgelandeten Flugzeugen oder verabreden sich im Iran zu Demonstrationen. Die meisten schreiben bloß, was sie gerade tun, denken und entdeckt haben und halten das für so wichtig, dass andere unbedingt davon erfahren müssen. Weil sie aber zwischen Latte-Macchiato-Trinken und „das nächste Projekt planen“ kaum Zeit haben für durchdachte Äußerungen, kommt ihnen die Beschränkung auf 140 Zeichen gerade Recht. Und sollte ein anderer Nutzer den Beitrag tatsächlich retweeten, also mit Verweis auf den Urheber selbst twittern, fühlen sie sich wie die 17-Jährige aus Emden, die Dieter Bohlen für den Recall zulässt.

Die DDR brauchte wenigstens noch die Stasi, um an belanglose Informationen zu kommen. Heute muss man die Menschen einfach nur lange genug sich selbst überlassen.

Der Autor übersieht allerdings ein wesentliches Merkmal der Kommunikation auf Twitter (und auch in anderen sozialen Netzwerken): es wird Kommunikation verschriftlicht, die traditionell eher verbal funktioniert hat. Also Gespräche zwischen Freunden, Bekannten, Nachbarn, am Stammtisch, etc. werden jetzt verlagert auf soziale Netzwerke und ziehen ihre Kraft vor allem daraus, dass sich die Leute kennen. Was einem neutralen Betrachter als belanglos erscheinen mag, finden die Follower u.U. total spannend, oder ebenso belanglos, aber es dürfte nahezu jedem schon mal passiert sein, dass er etwas erzählt hatte, bei dem die Zuhörer eher nur desinteressiert mit der Schulter zuckten.

Wenn man diesen Artikel liest, hat man den Eindruck, daß der Autor sich und seine Art der Nutzung von Online-Kommunikation für viel besser hält, während Twitter ein See der Belanglosigkeit für ihn darstellt. Damit hat er Twitter im Kern nicht verstanden.

Guttenberg gibt den Satiriker

Anders kann ich diese Aussage nicht deuten:

Die Bundeskanzlerin führt, sie führt stark, und sie führt in einer Weise, dass ich nur sagen kann, dass es ein exzellenter Führungsstil ist.

Mal sehen, wann wir Guttenberg im Quatsch Comedy Club entdecken können.

[ via: News-Ticker – News – Bild.de ]