Sachar Kriwoj hat in seinem Blog die Frage Droht eine neue Hexenverfolgung? gestellt:
So langsam aber müssen sich die Medien und auch die Generation über uns damit abfinden, dass sich der technologische Fortschritt und die damit verbundenen gesellschaftlichen Veränderungen nicht mehr aufhalten lassen. Darum wäre es eminent wichtig, sich mit all diesen Diensten auseinanderzusetzen. Nicht durch aktionistische und an die Hexenverfolgung erinnernde Berichterstattung, sondern in der Praxis. Nur dann kann es einen sachlich fundierten Journalismus, nur dann kann es gesellschaftliche Aufklärung, nur dann kann es Verbesserung beim Datenschutz geben. Alles Andere ist Panikmache und fördert einen echten Generationen-Konflikt, der ausnahmsweise nicht finanzieller sondern gesellschaftlicher Natur ist.
Ich glaube, daß der Kern der Auseinandersetzung in den deutschen 70ern und 80ern zu suchen ist – als man sich in Deutschland entschieden hat, sehr skeptisch zu werden, was Computer-Technologie anbelangt. Insbesondere, wenn es um dieses Internet geht, bei dem es keine Authorität gibt, die alles kontrollieren kann. Der grassierende Luddismus ist ein letztes Aufbäumen bevor man eingestehen muß, daß das Internet die Spielregeln für immer geändert hat. Der Nachteil an dieser eher rückwärtsgewandten Diskussion ist, daß Deutschland immer mehr ins Hintertreffen gerät und die Ausprägungen des Internets nicht aktiv mitgestalten kann, sondern die Richtung diktiert bekommt. Diese Hilflosigkeit kann man in der Diskussion gut beobachten. Es ist an der Zeit, nach Vorne zu gucken und zu gestalten, anstatt zu hoffen, daß die Vernetzung der Gesellschaft zurückgedreht werden kann. Die Welt hat sich technlogisch massiv verändert und ändert sich in den nächsten 10 Jahren schneller als je zuvor, mit allen gesellschaftlichen Auswirkungen, die es zu meistern gilt.
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