schwarz-grüne Erhöhung der Kita-Gebühren

Von wegen „Wachsen mit Weitsicht“ – der schwarz-grüne Senat befindet sich in einer Finanzklemme und bittet daher gerade die zur Kasse, die dafür sorgen sollen, dass die Stadt weiter wächst. Das ist nicht nur unsozial, sondern führt auch dazu, daß die Stadt für Familien weniger attraktiv wird. Weitsicht würde bedeuten, daß man die Familien mit Kindern als das Kapital der Stadt ansähe und hier investiert, in Ganztagesbetreuung, in günstige Plätze und weniger Bürokratiegenerve, also einen Kita-Platz für alle, die ihn nutzen wollen. Das wäre ein Schritt nach Vorne. Die Kita-Gebühren zu erhöhen führt nur dazu, daß Familien in der Stadt Hamburg noch mehr Kostenlast haben, denn die Lebenshaltungskosten sind eh schon hoch. Wenn jährlich 5000 junge Familien ins Umland ziehen, dann sollte dies für den schwarz-grünen Senat ein deutliches Signal sein, aktivere Stadtentwicklungspolitik zu betreiben.

Wachsen mit Weitsicht sollte auch bedeuten, daß eine familienfreundlichere Stadt das Ziel sein muß. Davon ist schwarz-grün weit entfernt.

So, Lars, ich freue mich wie immer auf Deinen ersten Kommentar.

9 Antworten auf „schwarz-grüne Erhöhung der Kita-Gebühren“

  1. Hi Nico,

    das gleiche kurzsichtige Verhalten wie hier in Korschenbroich:
    Der CDU-dominierte Rat der Stadt Korschenbroich hat in seiner Sitzung am 09.02.2010 die Elternbeiträge für die OGTS erhöht.

    Alte Beiträge: http://www.korschenbroich.de/downloads/pdf/ortsrecht/OGTS_Elternbeitraege.pdf

    Neue Beiträge: http://www.maternus-schule.de/flummi/Anmeldung/10-08_Beitrag.pdf (interessanterweise noch nicht auf der Homepage der Stadt zu finden ;-)

    Sehr schön: Je höher das Einkommen desto höher die Aufschläge – bis zum Spitzenverdiener, der zahlt den alten Beitrag, ganz ohne Zuschlag.

    Mir fehlen da immer noch die Worte!

  2. Na na.

    Die Sicherheit der Leistungsträger in ihren Villen muss nun mal finanziert sein!
    Ihr immer mit euren Kindern…

  3. Ach Hamburg, meine Perle. Noch ein paar Tropfen und ich gehöre zu einer von den Jungfamilien, die der Stadt den Rücken kehren. Kita- und Schulpolitik… Und dann ja noch das schöne Thema Stadtentwicklung und Wohnungsbau… Ach, meine Perle…

  4. Eine Stadt, die sich in der heutigen 23-seitigen FAZ-Werbebeilage als „aufregendste Stadt der Republik“ bezeichnet, alle Grundschulen mit „dynamischen Licht“ ausstatten will, in die Speicherstadt hunderte Millionen versenkt, in der Gentrifizierung seit Jahrzehnten zum Konzept gehört – das hat doch alles nichts mit schwarz-grün zu tun. Das ist seit Jahren Hamburger Politik. Hamburg will keine Familien, sondern Touristen und die wohlhabende Kinderlose. Damit sollte man sich abfinden, auch wenn es schwer ist.

  5. Ja, „sich damit abfinden“, das ist schon seit Jahrhunderten ein großartiges Konzept, ohne das die Menschheit heute nicht dort stünde, wo sie steht.

  6. Dann mal tau. Ämdere es. Selbst bei schnellem Erfolg werden deine Kinder nicht mehr davon profitieren. Und Stadtplanung ist ein Feld, in der die Änderungen noch langsamer vorankommen. Wobei ich in Hamburg von keiner Seite den Willen zu Änderungen sehe.

  7. Ja, auch diese Einstellung hat die Menschheit voran gebracht: „Ich tu nur was, wenn ich ganz direkt selbst davon profitiere“. Mensch, im Ernst. Es ist nicht nur die Politik, die hier Dinge vermurkst, es sind auch zigtausende Bürger, die Eigennutzoptimierung in den Vordergrund stellen. Hauptsache der eigene Spross wird Akademiker, wohin mit der Gesellschaft? Ach, das sehen wir dann… Wobei das jetzt weg vom Thema führt. In Sachen Kitageld ist das bittere einfach: Eltern sind eine heterogene Masse, die sich leichter austricksen und schlechter mobilisieren lässt, als andere gesellschaftliche Gruppen.

  8. Es ist schwer den Eigennutzen hintendran zu stellen, wenn an allen Ecken und Enden die Entwicklung entgegenläuft. Nach einem Artikel in der heutigen Morgenpost gehören 90% der Läden in der Spitaler Str. zu Ladenketten und am Jungfernstieg wird Hamburgs 2. Apple-Store eröffnet, den ehemaligen Räumen gleich zweier alteingesessener Geschäfte. Alles sehr schick. Wie auch die Gartenbauausstellung 2013. Die mindestens 70 Millionen Euro wären in Wilhelmsburg sicher besser anzulegen gewesen, als in Blumen und einem Touristenevent. Hamburg macht es immer gross: Es wird eine besonders teure und prestigeträchtige „Internationale Gartenbauaustellung“ sein. Wir nur alle 10 Jahre vergeben. Hamburg war 1963 und 1973 schon dabei. Das könnte ewig so weitergehen, Cruise Center II, Umbau Altona Altstadt, usw.

    Wo man auch hinsieht, geht es um Wirtschaftsinteressen und Tourismus, aber selten um die Lebensqualität und die Bedrfnisse der Bürger oder gar Familien.

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