23. April 2010

Unsere Daten und so – alles schlimm?

In dem Artikel The Facebook Backlash Has Begun… auf ReadWriteWeb schreibt Mike Melanson ein paar Sätze, die zum Nachdenken anregen:

Caution is good, but the cautionary tales of people losing their jobs, wives, husbands, whatever, because of Facebook have potentially gone a bit too far. We are a generation constantly terrified by the idea of someone, somewhere, effectively advertising to us by way of glancing at our "data" and knowing whether or not we like country music or alternative 90s rock. But is it really so terrifying to have annoying banner ads offering deals on some product you might actually enjoy? We wear t-shirts declaring our fandom of certain bands; we paste bumper stickers on our cars professing our ideals; heck, we tell Pandora night and day what type of music we like and don't, but the second we hear about Facebook sharing info (such as our list of musical interests) we run in fear.

Alles gar nicht so schlimm? Oder schlimmer als wir uns in unseren kühnsten Träumen vorzustellen wagen?

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Der Knackpunkt liegt imho nicht darin, den Nutzern von Facebook auf sie zugeschnittene Werbeangebote zu unterbreiten oder wegen irgendwelcher Saufbilder seinen Job zu verlieren, sondern im Verkauf aller gesammelten Nutzerdaten an Dritte, die dann ein Soziogramm meiner Person erstellen. Auf das Soziogramm habe ich nur bedingt Einfluss, falls ich mich in meinen Surfverhalten nicht selbst beschru00c3u00a4nken mu00c3u00b6chte.
Was wu00c3u00bcrde denn passieren, wenn nicht Yahoo oder Bing meinen Soziographen nutzen, sondern z. B. eine Bank, die danach meine Kreditwu00c3u00bcrdigkeit festlegt?
Nicht das das Zukunftsmusik wu00c3u00a4re, denn z. B. anhand meines Alters und der soziodemographischen Struktur meines Wohnumfeldes wird heute teilweise schon festgelegt, wie hoch mein Kreditlimit ist. Diese Daten lassen sich mit denen von Facebook nocht gewaltig pimpen.

Das Rezept ist einfach. Man muss nur aufpassen was man preisgibt. Jeder, der seinen Job wegen Facebook verliert, hat sich vorher daru00c3u00bcber keine Gedanken gemacht. Ich weiss schon, warum ich z.b. keine Verlinkungen zulasse. Mein Arbeitgeber muss mich nicht besoffen sehen.

Also ich wu00c3u00bcrde insofern zustimmen, als das sich konkrete Gefahrenszenarien genannt bekommen will. Wir werden in Zukunft mehr und mehr Daten u00c3u00bcber uns preisgeben, Datenschutzbemu00c3u00bchungen hin oder her. Datenvermeidung ist realitu00c3u00a4tsfern und Datensparsamkeit auch nur son Modewort.

Aber wird es alles im Super-GAU enden? Oder werden wir uns dran gewu00c3u00b6hnen und alles ist doch gar nicht so schlimm?

Sicherlich wird es Probleme geben, aber dann ist immer noch die Frage, wie oft und wie man mit den konkreten Problem dann umgeht.

Mich wu00c3u00bcrde gerne interessieren, was nach "und dann verknu00c3u00bcpfen allerhand Dienste meine Daten" kommt. Und darum sollten sich Gesellschaft und Politik dann ku00c3u00bcmmern. Bilder von Besoffenen, die sich damit angeblich ihr ganzes Leben ruiniert haben, sind glaub ich nicht so wirklich das Problem (aber man mag mich mit Statistiken eines Besseren belehren).

Und dann ergeben sich vielleicht ja aus den Daten auch Chancen. Wer diskutiert das mal?

Voll der Skandal! Da bereichert sich wer (ohne dass am Ende wer zu Schaden kommt). Wo soll das alles nur hinfu00c3u00bchren! Wu00c3u00a4hrend die deutsche Ru00c3u00bcstungsindustrie fleissig Sprengsu00c3u00a4tze produziert, die u00c3u00bcberall auf der Welt Dritte-Welt-Kindern die Extremitu00c3u00a4ten wegfetzen, ist natu00c3u00bcrlich so ein bisschen Datensammeln voll der Skandal. Weil da profitieren wir ja nicht davon! Manchmal mu00c3u00b6chte man echt ...

Nico,
es geht nicht um die Nutzung fu00c3u00bcr Targeting.

Mit dem neuen iFrame bekommt Facebook jede URL von Websites, die ihn einbauen (solange jemand bei FB registriert ist und Cookies nicht ausgeschaltet hat - unabhu00c3u00a4ngig davon, ob Du den Like-Button klickst.)
Damit bekommt FB Trackingdaten und kann diese der Personenidentitu00c3u00a4t zuordnen. Wenn viele Websites das einbauen, hat Facebook Dein Surfverhalten.
Und darf - siehe neue Nutzungsbestimmungen - das inklusive Social Graph zB an Bing, Yahoo, CNN weitergeben.

Fu00c3u00bcr mich ist das aus verschiedenen Gru00c3u00bcnden ein No Way. Und es ist mir auch nicht verstu00c3u00a4ndlich, warum viele diesen Button schon einbauen, denn es ist 1. fu00c3u00bcr alle Websites ein Nullsummenspiel, der Traffic steigt NICHT und 2. geben Betreiber der Websites faltisch die Klarnamen ihrer Kunden heraus (via FB-ID).

Soweit erstmal zur Sache, diskutiert werden wird das sicher noch die nu00c3u00a4chsten Tage...

Was ist denn Deine Meinung?