Man muß sich das mal vorstellen, da gibt es Unternehmen, die meinen, in sozialen Netzwerken wie Facebook eine Präsenz einrichten zu müssen, damit ganz normale Menschen auf die Idee kommen, ihr Interesse an dem Unternehmen durch den Click auf einen Button mit einem simplen “gefällt mir” zum Ausdruck zu bringen, um dann auch noch mit diesen Leuten in einen Dialog treten zu wollen. Noch dazu wollen diese Unternehmen dann dafür sorgen, daß die Konversationen mit diesen Menschen dafür sorgen, daß die Freunde dieser Menschen ebenfalls auf das Unternehmen aufmerksam werden. Das kann ja gar nicht funktionieren. Weiterhin bietet dann das soziale Netzwerk Werbeformen an, die den User nicht stören, sondern sogar zielgerichtet ausgeliefert werden können und noch dazu aufzeigen, welche Freunde die Werbung bereits gut finden. Schöne neue Welt.
Wunderbarerweise gibt es Matthias Ehrlich, Vizepräsident des Bundesverbands Digitale Wirtschaft, der erkennt, daß es so nicht gehen kann:
“Es gibt Bereiche, in denen klassische Onlinewerbung einfach schlecht funktioniert. In sozialen Netzwerken wird selten ein konkretes Thema verfolgt. In einer Welt, wo hauptsächlich ‘gequatscht’ wird, ist keine gezielte Markenführung möglich. Facebook-Fanseiten und Co werden maßlos überschätzt. [...] Als Markenverantwortlicher muss man Millionen Menschen ansprechen, da reicht es nicht, 5.000 Leute auf einer Fanseite zu haben.”
Eine Lösung hat Matthias Ehrlich sicherlich auch parat: herkömmliche Online-Werbung. Die seit über einem Jahrzehnt die Nutzer nervt, die konzipiert ist für eine lineares Leseverhalten, wie es aus dem Printbereich gelernt ist, und die aufgrund des massiven Inventars zunehmend verramscht wird und Websites aussehen lässt wie billigste Illustrierte, zugepflastert mit Werbung, auf die kaum jemand clicken mag, oftmals auch mit zweifelhaften Angeboten. Klar, wenn man nichts als klassische Online-Vermarkung hat und eigene Ideen wie unddu.de massiv gefloppt sind, dann muß man natürlich versuchen, die alten Ladenhüter als das probate Mittel für gezielte Markenführung anzupreisen. Wenn man sich ab und zu wundert, daß deutsche Firmen im internationalen Vergleich im Internet keine Rolle spielen, dann weiß man nach derartigen Aussagen, woran es liegt: keine Ideen, keine Innovation, dafür viel Beharren auf dem status quo.
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[...] antwortet darauf in seinem BLOG, dass soziale Netwerke Werbeformen bieten, “die den User nicht stören, sondern sogar [...]