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Archiv für Juni 2010
Der war niemals drin
FDP will doch nur Steuersenkungsversprechenpartei sein
Kaum gibt der Finanzminister bekannt, daß die Neuverschuldung doch nicht so schlimm ist wie befürchtet, sondern um 20 Milliarden Euro niedriger ausfällt, da erwachen die finanzpolitischen Irrläufer der FDP aus ihren feuchten Träumen und fordern wieder einmal Steuersenkungen: Rainer Brüderle will bis 2013 die Steuern senken.
Es ist jetzt nicht so, daß auf einmal 20 Milliarden Euro irgendwo in Berlin rumliegen und dringend verprasst werden müssen, sondern es sieht nur gerade nicht ganz so mies aus, wie ursprünglich angenommen. Der Schuldenberg des Bundes ist nachwievor gigantisch, die Neuverschuldung unter Finanzminister Wolfgang Schäuble ist so hoch wie seit Theo Waigel nicht mehr, und da wittert die FDP dann noch Morgenluft und will unbedingt ihre Steuersenkungsversprechen in dieser Legislaturperiode verwirklicht sehen. Das zeigt mal wieder, auf was für einem finanzpolitischen Schlingerkurs sich die schwarz-gelbe Bundesregierung befindet. Erst kommt das Sparpaket mitsamt einer erheblichen sozialen Schieflage und dann sollen die Steuersenkungen noch dafür sorgen, daß sich die Schieflage verstärkt. Das hat nichts mit Haushaltskonsolidierung zu tun und mit sozial verantwortlichem Handeln schon gar nicht. Sollte tatsächlich im Haushalt etwas finanzieller Spielraum vorhanden sein, dann muß die Koalition die sozialen Härten des Sparpakets minimieren!
Das Gerede von Steuersenkungen zeigt allerdings, daß die schwarz-gelbe Koalition völlig uneins ist über die Leitlinien der Finanzpolitik. Nachdem einige führende Politiker der FDP letzte Woche noch öffentlich darüber nachgedacht haben, der FDP einen sozialen Anstrich verpassen zu wollen, prescht nun das Old Boys Network der FDP in Person von Herrn Brüderle vor und stellt noch einmal klar, warum die FDP sich in der Opposition nicht programmatisch regenerieren konnte. Die FDP ist eine Single-Issue-Partei und Steuersenkungsversprechen ist ihr Mantra. Das ist deutlich zu wenig.
Firma XY bringt iPad-Konkurrenten auf den Markt
Aus der Abteilung “wichtig klingende Schlagzeilen leichtgemacht”: nachdem das iPad jetzt auf dem Markt ist und Journalisten gemerkt haben, daß dieses iPad durchaus Aufmerksamkeit auf sich zieht, kommt nun die zweite Welle der Nachrichten. Basierend auf Android werden in den nächsten 6 Monaten eine Fülle von Tablets auf den Markt kommen, die natürlich alle irgendwie auch eine Konkurrenz zum iPad sein könnten. Da es bei Android keine feste Verknüpfung mit der Hardware gibt, ist es für viele Firmen relativ leicht, so ein Produkt auf den Markt zu bringen.
Der Nachrichtenwert hält sich allerdings in Grenzen. Das iPad hat jetzt erst einmal Maßstäbe gesetzt und nun kommen Android-basierte Geräte für die Massen, genauso wie man die Entwicklung im Smartphonemarkt beobachten konnte.
Einen gewissen Newswert hätte lediglich die Meldung, daß ein neues Produkt bei den Faktoren Sexyness und Habenwollen mehr Reize auslöst als es derzeit beim iPad der Fall ist. Allerdings würde dies bedeuten, daß das Reality Distortion Field des Steve Jobs empfindliche Löcher aufweist, woran ich derzeit nicht glaube.
Viel Spaß bei der Berichterstattung über die iPad-Konkurrenten der nächsten Monate.













