Archiv für Juni 2010

14. Juni 2010

Der flotte Dreier sorgt für Kopfschmerzen

Nach jahrelangem Vorspiel und dem üblichen Geplänkel wollten im letzten Herbst Merkel, Seehofer und Westerwelle zusammen loslegen. Anfangs war alles noch neu und ungewohnt, so zu dritt. Alle wollten mal, aber dann war irgendwann klar: Merkel will nicht so wie die andereren beiden. Und die wollten auch nicht so richtig miteinander. Der flotte Dreier wurde zu einer seltsamen Beziehung.

Jetzt hat Deutschland eine Regierung, die offensichtlich weitermachen will, aber folgende Fragen nicht geklärt bekommt:
- wieso?
- weshalb?
- warum?

Einer der drei Partner wurde gleich zu Anfang kastriert, indem ihm Kopfpauschale und Steuersenkungen genommen wurde und für die FDP lediglich ein massives Steuergeschenk an die Hotelbranche blieb. Seitdem klar war, daß man dies so einfach mit der FDP machen kann, tritt die CSU tagtäglich nach und versucht, sich auf Kosten der FDP zu profilieren. Mutti Merkel hingegen zeigt deutlich, daß sie die CDU als Kanzlerwahlverein Kohlscher Prägung in einen Kanzerlinwahlverein Merkelscher Prägung transformiert hat, bei dem völlig unklar ist, welche Pläne die CDU in Deutschland eigentlich hat.

Merkels präsidialer Stil hat in der großen Koalition noch funktioniert, da die SPD für ein gutes Stück Kontinuität gesorgt hat, aber jetzt fehlt Frau Merkel völlig der Kompass und sie kann sich eben nicht auf ihre Partner verlassen, daß die wissen, wo die Reise hingehen soll. Von Frau Merkel wird Führung erwartet, stattdessen gibt es nur Tumulte und Frau Merkel kann nicht mehr so tun, als sei sie völlig unbeteiligt.

Nach einem halben Jahr wird klar, daß der flotte Dreier nicht für eine dauerhafte funktionierende Beziehung taugt – schwarz-gelb sorgt für Kopfschmerzen bei denen, die eigentlich regieren sollten.

14. Juni 2010

Limango, Gutscheine und die Fans

Ende April hatte der Shopping-Club Limango die Aktion Shoemania gestartet, bei der man für bestimmte Schuhe einen € 20 Gutschein erhalten konnte. Netterweise gab es im Rahmen dieser Aktion die eher beliebten Converse Chucks in einigen Farben für lumpige € 24,95, weswegen die Anzahl der Fans auf der Limango Fan-Page auf Facebook innerhalb kürzester Zeit massiv zugenommen haben. Eine Grundbedingung, um den Gutschein im Rahmen der Shoemania-Aktion zu erhalten war nämlich, daß man auf Facebook Fan von Limango werden musste.

Die Reaktionen auf die Shoemania-Aktion waren wie erwartet: Jubel in den Kommentaren auf Facebook, viele Blog-Posts zum Thema und auch ich bin aufgrund der Tatsache, daß Facebook-Freunde von mir die Aktion “geliked” haben auf Shoemania aufmerksam geworden und habe mir dann sobald die Gutscheine verfügbar waren, ein paar Chucks bestellt.

So weit so gut, die Aktion hat funktioniert, der Bekanntheitsgrad von Limango wurde gesteigert und der Shopping-Club Limango konnte sich sicherlich über etliche Neuregistrierungen freuen. Alles für einen €20 Gutschein pro Kunden.
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11. Juni 2010

Geräuschkulisse ist das Unwort des Jahres

Meine Nominierung für das Unwort des Jahres ist eindeutig “Geräuschkulisse”. Ich freue mich ja sehr für Südafrika und die von jedem Kommentator x-fach erwähnte “erste WM auf afrikanischem Boden”, aber diese dauerhafte Geräuschkulisse nervt massiv.

Wenn noch dazu das Niveau des Spiels sich irgendwo zwischen Kreis- und Bezirksliga einpendelt, dann sinkt die Freude am Fußball rapide.

Als Werbetreibender würde ich dringend handeln, denn das Geräusch-Generve drückt auf die Stimmung der Zuschauer. Ein Trending Topic bei Twitter ist daher auch Vuvuzela. Bislang bereit mir die FIFA WM 2010 eher Kopfschmerzen als einen Fernseh-Genuß. Kann man diese Geräuschkulisse nicht herausfiltern? Ich will den Zuschauern im Stadion ja nicht ihre Freude nehmen, aber als Fernsehzuschauer bin ich doch stark genervt.

11. Juni 2010

Mutti ist mit allem überfordert

Die schwarz-gelbe Koalition war lange von Merkel und Westerwelle gewünscht, aber schon nach wenigen Monaten ist der Lack ab und der Elan verpufft, so es dann überhaupt einen gab. Die Koalition zeigt tagtäglich, wie zerstritten sie ist. Der Streit verläuft nicht nur zwischen Union und FDP, sondern auch innerhalb der Union. Neben alledem steht Kanzlerin Angela Merke und wirkt massiv hilflos, gar gelähmt.

Zentrale Projekt der Koalition sind mittlerweile gekippt, man wird das Gefühl nicht los, daß schon bei den Koalitionsgesprächen kein deutlicher Wille war, überhaupt irgendetwas umsetzen zu wollen. Das Regieren ist wichtig, die Programmatik fehlt und muss sich den kurzfristigen Interessen der Kanzlerin unterordnen.

Die Gesundheitsreform mitsamt Kopfpauschale ist vom Tisch, die Steuersenkungen auch, damit steht die FDP doof da. Stattdessen soll es nach der Bundespräsidentenwahl eine Steuererhöhung geben und schon die angeblichen eingesparten 80 mrd € machen deutlich, daß die Koalition keinen Kompass hat und Kürzungen dort ansetzt, wo es am meisten schmerzen wird. Hinzu kommen die Personalquerelen von Röttgen über Koch zu Rüttgers und Wulff, die deutlich machen, daß Frau Merkel der Rückhalt schwindet und die CDU-Landeschefs sie zunehmend in die Enge treiben.

Die Nominierung von Wulff zum Bundespräsidentenkandidaten der Koalition zeigt auch, wie wenig politisches Gespür Frau Merkel derzeit an den Tag legt. Anstatt einen wirklich überparteilichen Kandidat zu präsentieren, und die Chancen waren durchaus vorhanden, wird ein Politiker gefunden, der noch aktiv in der Politik ist und zudem noch Vize-Chef der CDU spielt. Die Resonanz aus Reihen der Union und der FDP ist entsprechend. Die Nominierung Wulffs bedeutet eine Beschädigung des Ansehens des Amtes und zeigt deutlich den Machtverlust, den Merkel gerade hinnehmen muß.

Merkel wirkt benommen und dem Geschehen entrückt. So brüskiert sie erst ihren blassen Wirtschaftsminister mit dem Hinweis, daß nach seiner Ablehnung einer Bürgschaft für Opel das letzte Wort noch nicht gesprochen sei, um dann einen Tag später bei einem Treffen mit den Ministerpräsidenten der Länder mit Opel-Standorten verkünden zu müssen, daß sie auch keine andere Lösung hat und es bei Brüderles Ablehnung bleiben wird. Das Wort Richtlinienkompetenz mag man bei so einer ungeschickt agierenden Kanzlerin schon gar nicht mehr in den Mund nehmen. Aber immerhin hat sie so dem Wirtschaftsminister Brüderle zu einem kleinen Erfolg für die FDP verholfen, steht aber selber ziemlich dämlich da.

Die nächsten Fettnäpfchen für Frau Merkel stehen schon bereit, da bieten die Wehrpflicht und vor allem die kommenden Steuererhöhungen jede Menge Möglichkeiten, die Planlosigkeit der Koalition und ihrer Führung weiter unter Beweis zu stellen. Muttis Überforderung wird von Tag zu Tag immer deutlicher.

10. Juni 2010

Neuer Claim für Schweinefleisch gesucht

Seit 1987 wirbt das National Pork Board mit dem Claim “the other white meat” für den Konsum von Schweinefleisch. Aber jetzt ist es aus mit dem Claim:

“Our research is showing that ‘other white meat’ no longer moves consumer choices,” Ceci Snyder, vice president-marketing for the Pork Board, which among other things administers the producer check-off.

Snyder said at the World Pork Expo on Wednesday in Des Moines that a final strategy hasn’t been set, but the Pork Board will likely roll out a new advertising and marketing campaign later this year or next spring.

She gave no details about what the new campaign would say except that it would try to “break through the clutter of messages that consumers receive.”

Dann kommt ja eigentlich nur noch irgendwas mit Bacon in Frage, oder? Die Möglichkeiten sind schier endlos.

[ via: For pork, a goodbye to “other white meat” | Des Moines Register Staff Blogs ]