Länger schon stellen sich viele Beobachter des Online-Marktes die Frage, wie und wann Google auf das massive Wachstum und die hohe Nutzungszeit von Facebook reagieren würde. Nun berichtete Techcrunch unlängst, daß Vic Gundotra, VP Engineering und bislang für Android verantwortlich, sich um die Social-Themen des als Suchmaschine gestarteten Google kümmern wird. Ebenfalls wurde bekannt, daß Google für $182 mio Slide.com kaufen werde, die eine enorme Reichweite in den Zeiten aufgebaut hatte, als MySpace noch die große neue Sache am Internet-Himmel war. Anfang Juli wurde von einem $100 Mio Investment in die Social Games Plattform Zynga berichtet. Man könnte also glatt meinen, Google macht jetzt Druck. Gleichzeitig allerdings wird die Eigenentwicklung Google Wave nicht mehr weiterentwickelt, die wahrscheinlich ewig unterschätze Plattform für kollaboratives Arbeiten.
Google steht unter einem enormen Druck, sich jetzt mal eben neu zu erfinden. Facebook verknüpft User-Beziehungen mit Inhalten, während Google die Inhalte bereits im Index hat, aber die sozialen Beziehungen der User untereinander fehlen, die diese Inhalte sinnvoll anreichern würden. Beide Unternehmen nähern sich also dem Thema Relevanz von unterschiedlichen Enden, wobei es Google deutlich schwerfällt, die sozialen Beziehungen der User untereinander greifbar zu machen.
Kann sich Google neu erfinden? Kann das Unternehmen die DNA verändern und den Fokus verschieben von einer Fokussierung auf Programmierung und Entwicklung hin zu den Usern und ihren Beziehungen untereinander? Kann Google das Thema Social in seinen Kern aufnehmen? Oder werden wir sehen, wie Google seine schiere Größe zum Verhängnis wird, weil man einfach nicht mehr ordentlich auf Anforderungen des Marktes reagieren kann? Google hat unglaublich viele smarte Menschen, aber sind dies die richtigen? Wenn ich mir die aktuellen Nielsen-Zahlen zur Internet-Nutzung in den USA angucke, dann sieht man deutlich, was für ein riesiger Markt im Bereich Social Networks entsteht, den Google mit all seinen Versuchen nicht wirklich erreicht hat. Google ist bei allem, was es tut, sehr technisch-fokussiert, sehr klar und kühl sind die Angebote gestaltet, und gerade bei den Google Profilen merkt man, daß für den Umgang mit Social Media das Verständnis für die Belange der User fehlt. Da hilft es nicht, einfach nur ein Produkt anders zu gestalten, der Kern der Produkt muß mit einem Ansatz aufgebaut werden, sonst klappt das Thema Social nicht.
Was würde Google tun, um sich neu zu erfinden?
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