13. Oktober 2010

Protest ist auch nicht mehr was es mal war

Irgendwie habe ich den Eindruck, daß sich gerade eine neue Variante des Protestes in Deutschland formiert. Ich erinnere in meinem zarten Alter von 38 Jahren noch die Bilder des Protestes in Wackersdorf, die Auseinandersetzungen um die Startbahn West und natürlich die massiven Polizeiaufgebote rund um die Castortransporte. Ich erinnere mich auch noch an die Friedensbewegung, die Ostermärsche und ein Eintreten für eine bessere, friedlichere Welt. Irgendwie ging es da um viel. Atomenergie, massive Einschränkungen durch Flugverkehr, Atommüll-Endlagerung – da sehe ich ein Bedrohungsszenario und verstehe Protest. Auch wenn ich als Vielflieger jetzt sicherlich von der Startbahn West eher profitiere, kann ich nachvollziehen, daß dies damals massiv polarisierte. Ich erinnere mich natürlich auch an die Proteste, die aus Arbeitskämpfen resultierten, aus der Angst um den drohenden Verlust des Arbeitsplatzes, der oftmals verbunden war mit der Aussicht auf Perspektivlosigkeit in einer strukturschwachen Region. Auch provozieren Kürzungen Protest, denn es geht um soziale oder kulturelle Errungenschaften, generelle Arbeitsmarktpolitik und natürlich um die eigene persönliche Zukunft.

Derartigen Protest verstehe ich. Aber irgendwie verändert sich das gerade. Ich habe das Gefühl, daß Protest reaktionär wird. Es wird gegen Veränderung protestiert. Veränderungen waren mal positiv besetzt und eng mit dem Gedanken des Fortschritts verknüpft. Jetzt sehen wir vermehrt, daß ein bürgerlicher Protest mit völlig neuen Formen der Motivation losbricht. Als Argumente werden Themen wie finanzielle Kosten, fehlende Notwendigkeit des Vorhabens, zu geringe Transparenz des Vorhabens oder generelle Anderseinschätzung der politischen Legitimation angeführt.

Das finde ich bemerkenswert. Es geht nicht mehr um Leben oder Tod, Arbeit oder Zukunft. Es geht um das Infragestellen von allem, was einem irgendwie nicht in den Kram passt. Weil man bei Annahmen über die Zukunft nicht einer Meinung ist und nicht daran glaubt, daß Veränderung etwas Positives sein könnte.

In Hamburg formiert sich jetzt der Widerstand gegen die Stadtbahn, ein teures Infrastruktur-Projekt, das eine wenig charmante Hochhaus-Siedlung mit anderen Stadtteilen verbinden soll. Der Widerstand und die geplante Volksabstimmung geht vom etablierten Bürgertum aus, die vor allem nicht damit einverstanden sind, daß sich etwas ändert und Vorteile für den ÖPNV in Hamburg nicht sehen wollen. Ich bin gespannt, wie der schwarz-grüne Senat damit umgehen wird, denn ihre Wählerschaft organisiert hier den Protest.

Dank des Internets funktioniert heute die Mobilisierung viel schneller und leichter als je zuvor und auch die tradionelle Art der Meinungsbildung ändert sich rasant. Aber auch der Protest ändert sich und sorgt dafür, daß die Politik mit einer ganz anderen Herausforderung umgehen muss. Nicht nur die von Kürzungen Betroffenen gehen auf die Straße, sondern auch die, die nicht wollen, daß sich für einen Großteil der Menschen etwas verändert.

Ist das der Tod jeglicher Großprojekte? Gewinnen jetzt die mit den Jägerzäunen, die schon immer skeptisch waren, wenn irgendwas anders werden drohte? Wird künftig der Fortschritt wegprotestiert?

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Ralf 5 pts

Deutschland kann etwas mehr Protest und Ungehorsam nicht schaden. Wir lassen uns eben nicht mehr alles gefallen.

netz_reputation 5 pts

Sicherlich eine neue Art des Protestes. Interessant auch was im Internet dazu passiert: http://www.netz-reputation.de/2010/10/kampf-um-stu...

nilsmey 5 pts

Mich wundert es auch sehr stark, dass nun ausgerechnet gegen die Stadtbahn protestiert wird wu00c3u00a4hrend es anscheinend vu00c3u00b6llig in Ordnung ist eine U-Bahn Linie zu errichten deren 4 Stationen zusammen 400mio EUR kosten sollten und die einen ku00c3u00bcnstlichen Stadtteil anfahren in dem (gefu00c3u00bchlt) niemand wohnt oder arbeitet. Dazu kommt noch die Elphilarmonie, ein Projekt das den Steuerzahler hunderte Millionen kostet das aber ein Grou00c3u009fteil der Steuerzahler nicht selber nutzen wird.

Der Protest kommt auch daher dass der Bu00c3u00bcrger nun weiu00c3u009f dass u00c3u00bcber Wahlen kein wirklicher Einfluss mehr genommen werden kann. Es ist egal wen man wu00c3u00a4hlt, es passiert immer die gleiche Scheiu00c3u009fe: Ein Parlament voller Rechtsanwu00c3u00a4lte lu00c3u00a4sst sich bei Grou00c3u009fprojekten von der Wirtschaft u00c3u00bcbers Ohr hauen und der Steuerzahler zahlt die Zeche. An etlichen Stellen wird Geld sinnlos verschwendet (oftmals ist auch etwas Korruption im Spiel die wir in Deutschland netterweise legalisiert haben), an anderer Stelle wird dann geku00c3u00bcrzt oder Beitru00c3u00a4ge oder Steuern erhu00c3u00b6ht. Fu00c3u00bcr die Politiker gibt es keine Folgen, egal wen man wu00c3u00a4hlt es sind nachher die gleichen Torfnasen wieder am Start (oder du00c3u00bcrfen 4 Jahre aussetzen). Demonstrieren scheint da der letzte Versuch zu sein diesen Leuten an den Karren zu pinkeln.

Der Fortschritt von dem du sprichst von dem merke ich persu00c3u00b6nlich garnichts. Ich habe das Gefu00c3u00bchl dass fu00c3u00bcr jeden Euro Steuern und Sozialbeitru00c3u00a4ge die ich zahle ich keine gute Leistung zuru00c3u00bcckerhalte. Jedes Jahr wird es teurer und schlechter. Fortschritt ist fu00c3u00bcr mich dass sich das Leben der Menschen verbessert. Momentan scheinen mir sehr wenige auf Kosten von Vielen zu gewinnen.

Die Frage ist auch ob sinnlose, teure Bauprojekte wirklich Fortschritt sind? Ich denke schon dass man in Hamburg einige Stadtteile an den u00c3u0096PNV anbinden sollte (der ganze Bezirk Wandsbek z.B. hat fast garkeine Anbindung) und dass dies eine Verbesserung der Wohn- und Lebensqualitu00c3u00a4t dort zur Folge hat. Kann aber dann auch heiu00c3u009fen dass die Mieten steigen, gut fu00c3u00bcr die Vermieter, schlecht fu00c3u00bcr die Mieter ;)

sebaso 8 pts

"In Hamburg formiert sich jetzt der Widerstand gegen die Stadtbahn, ein teures Infrastruktur-Projekt, " Danke Nico fu00c3u00bcr die Hinweis, jetzt weiu00c3u009f ich auch, worum es geht - fu00c3u00bcr Berliner heiu00c3u009ft sowas ja Strau00c3u009fenbahn - das ist in der Tat merkwu00c3u00bcrdiger Protest, ist eine Tram(strecke) doch so ziemlich das Verkehrsmittel, das im Preis/Leistungsverhu00c3u00a4ltnis (aka Kosten/Nutzen) am besten abschneidet.

Klingt aber eher nach klassischem konservativen Autolobbyisten - traurigerweise starb ja die alte Hamburger Strau00c3u009fenbahn fu00c3u00bcr das in meinem letzten Kommentar erwu00c3u00a4hnte autofreundliche Stadtkonzept.

Jedenfalls wu00c3u00bcrde ich S21-Protest und Stadtbahn-Protest nicht in einen Topf werfen, nach dem, was ich bisher dazu sah.

ennomane 6 pts

Was ist das fu00c3u00bcr eine Haltung, den Menschen vorschreiben zu wollen wogegen sie in welcher Intensitu00c3u00a4t protestieren sollen? Und was ist das fu00c3u00bcr eine Logik, kleine Proteste mit "fru00c3u00bcher war alles besser" abzukanzeln, wu00c3u00a4hrend grou00c3u009fe Proteste wie z.B. gegen Castortransporte in Permanenz laufen (aber leider in den Medien kaum sichtbar sind)? Und warum fu00c3u00bchlt sich jemand befleiu00c3u009figt sich zu u00c3u00a4uu00c3u009fern, der offenbar irrelevant findet, wogegen andere demonstrieren, dem aber zugleich etwas "wichtig" scheiu00c3u009fegal ist ("Vielflieger")?

jjoeris 5 pts

"Protest ist auch nicht mehr was es mal war" klingt nach reaktionu00c3u00a4r nach "fru00c3u00bcher war alles Besser" und gar nicht so nach Fortschritt.

"Als Argumente werden Themen wie finanzielle Kosten, fehlende Notwendigkeit des Vorhabens, zu geringe Transparenz des Vorhabens oder generelle Anderseinschu00c3u00a4tzung der politischen Legitimation angefu00c3u00bchrt."
...
"Es geht nicht mehr um Leben oder Tod, Arbeit oder Zukunft."

Doch, weil das in den Grou00c3u009fprojekten versenkte Geld woanders fehlt, und ich habe dies in Form des Citytunnles in Leipzig direkt vor der Tu00c3u00bcr. reines Prestigeprojekt, fast doppelt so teuer (knapp 1 Mrd statt 500 Mio), fu00c3u00bcr eine popelige S-Bahn/Nahverkehrs-Strecke, die mit der Strau00c3u009fenbahn in 7 Minuten u00c3u00bcberbru00c3u00bcckt wird. Der Fernverkehr fu00c3u00a4hrt immer noch um die Stadt rum.
Und warum Grou00c3u009fprojekte jetzt zwingend Fortschritt bedeuten erschlieu00c3u009ft sich mir nicht. Das ist irgendwie so letztes Jahrtausend.

ChristianSoeder 7 pts

Stuttgart 21 ist ein du00c3u00bcmmliches Projekt, das zuviel Geld kostet. Dagegen zu sein soll reaktionu00c3u00a4r sein? Bitte, dann bin ich gerne reaktionu00c3u00a4r.

alrightokee 9 pts

Meine Vermutung: Da wird in erster Linie gegen die Politik als Klasse, nicht gegen ihre Entscheidungen demonstriert.

Fru00c3u00bcher hat vielen Leuten auch schon alles mu00c3u00b6gliche nicht gepasst. Heute aber, das hast Du richtig beobachtet, trifft das Internet als Kollaborations-Maschine auf eine hohe Politik(er)-Feindlichkeit, latente Angst vor Veru00c3u00a4nderungen auf eine revitalisierte Protest-Popkultur, die mit alter 68er-Romantik spielt. Gleichzeitig (siehe Jens Bests Kommentar) lu00c3u00b6sen sich gewisse Konfliktlinien endgu00c3u00bcltig auf, u00c3u00bcberschneiden sich Milieus bzw. verlieren an Bedeutungshoheit. Jeder kann mit jedem protestieren, und zwar nicht mehr nur gegen rechts.

Und nicht zu vergessen: Vielen Menschen geht es (immernoch?) sehr, sehr gut. Sie haben die Zeit und das Geld, tagelang pfeifend vor Wasserwerfern zu stehen. Protest muss man sich leisten ku00c3u00b6nnen.

sebaso 8 pts

Es geht nicht generell "gegen Grou00c3u009fprojekte", zumindest nicht im Fall Stuttgart - zu HH kann ich noch nichts sagen. Und Grou00c3u009fprojekte haben nunmal eine Tendenz zum Fail.

Und natu00c3u00bcrlich sind die Leute fru00c3u00bcher auch gegen Grou00c3u009fprojekte demonstriert, die nicht AKWs o.u00c3u00a4. waren - sonst wu00c3u00bcrde ganz Kreuzberg heute aussehen wie das Zentrum Kreuzberg (gegen das es vor Baubeginn erhebliche Proteste gab - und was passierte? Es wurde teuerer als gesagt, es war schlechter als versprochen etc) - ich empfehle dazu http://www.kreuzbergmuseum.de/index.php?id=162#c21...

Und klar, es wurde nicht genug protestiert - sonst wu00c3u00a4ren die Westdeutschen Innenstu00c3u00a4dte (ua in Stutthart!) nicht nach dem Konzept der autofreundlichen Stadt umbetoniert worden. Nicht alles, wo jemand "Fortschritt" draufschreibt ist auch welcher.

Und auch die Hochhausghetto-Siedlungen wie Berlin-Gropiusstadt, Bremen-Tenever, das MV und wie sie alle heiu00c3u009fen wu00c3u00a4ren uns erspart geblieben - die Fails, die sie auslu00c3u00b6sten waren alle vorhergesagt. Aber Baubranche und Politiker verdienten daran, darum wurde gebaut.

Davon abgesehen war dieser in "Beton gegossene Fortschritt wie Stadtautobahn und die neuen Trabantenstu00c3u00a4dte" 1968 durchaus ein Faktor einer auch heute noch als nicht wirklich reaktionu00c3u00a4r angesehenen Protestbewegung. (Zitat von http://www.phoenix.de/content/181607 )

marxal 6 pts

Sie vergau00c3u009fen zu erwu00c3u00a4hnen, dau00c3u009f "die mit den Ju00c3u00a4gerzu00c3u00a4unen" damals auch schon protestierten...

EnnoLenze 5 pts

Da ich etwa genau 10 Jahre ju00c3u00bcnger bin kenne ich viele Dinge nur aus Erzu00c3u00a4hlungen (wobei ich 1998 in Ahaus auch dabei war), aber irgendwie stimmt es schon. Schlimmer finde ich eigentlich, dass die echten Probleme einfach niemanden mehr interessieren, solange die Soaps im TV pu00c3u00bcnktlich laufen. Eine Revolution wu00c3u00bcrde es erst wieder geben, wenn RTL nen Stromausfall hat

MarcelNiedecken 5 pts

Ich denke der Protest gegen solche Grou00c3u009fprojekte ist oft in einem gru00c3u00b6u00c3u009feren Zusammenhang zu sehen. Es geht nicht nur um die Veru00c3u00a4nderung die mit dem Projekt einhergeht oder wie sinnvoll das Projekt nun ist. Das ist auch nicht ausschlieu00c3u009flich Protest gegen den Fortschritt, einfach um "dagegen" zu sein.

Meiner Meinung nach geht es auch um Protest gegen die Politik bzw. die Art, wie seit Jahren Politik gemacht wird. Diese Mischung aus Taktieren und Verschleiern, die zumindest gefu00c3u00bchlt, sehr hu00c3u00a4ufig vorkommt. Dazu dann das Gefu00c3u00bchl, dass viel Geld fu00c3u00bcr solche Projekte wie (Beispiel HH) eine Stadtbahn und eine Elbphilharmonie ausgegeben wird/werden soll, wu00c3u00a4hrend auf der anderen Seite z.B. ein Kulturetat so geku00c3u00bcrzt wird, dass Museen schlieu00c3u009fen und Theater eingeschru00c3u00a4nkt werden mu00c3u00bcssen. Ich habe auu00c3u009ferdem schon recht hu00c3u00a4ufig das Gefu00c3u00bchl, dass "Politik machen" und das "Volk vertreten" nicht mehr wirklich Hand in Hand gehen.

Abgesehen davon denke ich allerdings auch, dass die "Protestmacher" genauso arbeiten wie die Politik. Da werden Themen instrumentalisiert. Und das sind genau die von denen du sprichst: die Leute denen die Veru00c3u00a4nderung unbequem ist. Fru00c3u00bcher (gut, so alt bin ich noch nicht) waren das vielleicht noch eher Idealisten.

sebastiankeil 15 pts

Ich finde ja " finanzielle Kosten, fehlende Notwendigkeit des Vorhabens" durchaus gute Gru00c3u00bcnde in einem Land, in dem nicht genug Geld fu00c3u00bcr die Ausbildung der Menschen vorhanden ist.

r0llinger 5 pts

sebastiankeil Danke, gut gesprochen!

jensbest 8 pts

Durch das Ende der geistigen Doppelhegemonie Kapitalismus gegen Sozialismus, die auch bei eigentlich unideologischen Themen wie Startbahn West zum Zuge kamen (auf beiden Seiten), sind wir eben nicht am Ende der Geschichte angekommen, sondern in der Beliebigkeit der Werte (und damit auch bei der Beliebigkeit der Wertung der Werte.)

Das Web erhu00c3u00b6ht als partizipatives Werkzeug diese Beliebigkeit. Ein dem Aktionismus vorgelagerter Wertediskurs oder etwas einfacher, eine Richtungsdebatte, ist handlungsorientiert nicht mu00c3u00b6glich, da es in dem Zustand des ewigen Betas keine Leitlinie gibt, die fu00c3u00bcr eine sinnhaft lange Periode online Bestand haben kann.

R.D. Precht hat insofern also recht, wenn er in dieser Phase vor eine weiteren Fragmentisierung der medialen Gesellschaft und damit vor Schwindendem Sozialen Kitt spricht.

Wu00c3u00a4hrend die digitale Avantgarde noch in feststellbaren Teilen aufklu00c3u00a4rerisch bis libertu00c3u00a4r bezeichnet werden kann, stellt fu00c3u00bcr die fru00c3u00bche Digitale Zivilgesellschaft das Web ein reines Werkzeug dar. Es fehlt also ein gemeinsamer neuer bzw. Neu aufgelegter ideologischer u00c3u009cberbau, der allerdings auch in Teilen der Gru00c3u00bcnen Bewegung anfangs nur Schemenhaft vorhanden war.

Es ku00c3u00b6nnte also gefragt werden, welchen Kern die Digitale Zivilgesellschaft haben ku00c3u00b6nnte. Welche Verantwortungsebene von ihr zentral bespielt wird. Ich denke, wir sollten u00c3u00bcber das Spannungsfeld Individuum und Gemeinschaft nachdenken, u00c3u00bcber Einzel und Gemeinschaftssinn. Auch dies ist nicht ideologisch, wu00c3u00bcrde aber mehr Klarheit uber die Veranderung bringen.

eric108 7 pts

jensbest Grou00c3u009fartig! Du kennst Wu00c3u00b6rter, von denen ich gar nicht dachte, dass es sie geben kann. Wirklich schade, dass ich zu prollig bin, um so etwas zu verstehen. Aber die Sache mit der Klarheit finde ich gut.

jensbest 8 pts

marxal Ach wie su00c3u00bcss, ein Link zu einer neokonservativ-libertu00c3u00a4ren Online-Zeitschrift. Wenn sie nicht fu00c3u00a4hig sind mehr als den Basiswortschatz aufzunehmen, mu00c3u00bcssen natu00c3u00bcrlich gleich harte Troll-Geschu00c3u00bctze aufgefahren werden.

Ich kann wirklich kaum schwierige Worte in meinem Posting entdecken. Wer dennoch irgendwo Verstu00c3u00a4ndnisprobleme hat -> viele gute Nachschlagewerke sind nur einen Klick entfernt.

Ansonsten entschuldige ich mich natu00c3u00bcrlich, dass ich versucht habe, den Inhalt von Nicos Posting in einen Kontext zu setzen, der u00c3u00bcber diese Einordnung vielleicht hilft, tagesaktuelle Gefu00c3u00bchle und Gedanken in einen nachhaltigen Handlungsrahmen u00c3u00bcberfu00c3u00bchren zu ku00c3u00b6nnen - ggf. ist fu00c3u00bcr diese wichtige gesamtgesellschaftlich anstehende Leistung die Blogosphu00c3u00a4re tatsu00c3u00a4chlich nicht der richtige Ort. ;)

JoSchaefers 12 pts

eric108 Ich ku00c3u00b6nnte es u00c3u00bcbersetzen, aber dann wu00c3u00bcrdest du jensbest auslachen. Das mu00c3u00b6chte ich nicht.

marxal Bitte keine Sippenhaft, wir sind nicht alle so. Tatsu00c3u00a4chlich funktioniert die Nummer mit dem abgefahrenen Intellektuellenduktus inzwischen auch nur noch so mittelgut. Liegt evtl. aber auch an der Kombination mit u00c3u00bcbel riechendem Rasierwasser.

jensbest 8 pts

JoSchaefers Ich glaube kaum, dass du "u00c3u00bcbersetzen" kannst, bisher wirst du medial ja eher als Linkschleuder tu00c3u00a4tig (das machste aber ganz okay).

Ansonsten frage ich mich langsam ernsthaft, aus welcher emotionalen Stu00c3u00b6rung bei dir immer diese unqualifizierten, pseudo-beleidigenden Kommentare kommen.

Anderseits inhaltliche Auseinandersetzung ist ja bekanntlich nicht deine Stu00c3u00a4rke, insofern erwarte ich auch hier nicht mehr als ein weiteres neunmalkluges aber aussageloses Posting

eric108 7 pts

jensbest JoSchaefers Grou00c3u009fartig! Habt ihr auch so viel Spau00c3u009f? Weiter!

JoSchaefers 12 pts

eric108 Eigentlich ist es eher ein Mischung aus Ekel und Fremdschmen.

r0llinger 5 pts

Sie werden alt? Ist es das? Es ist eine "das Fass lu00c3u00a4uft u00c3u00bcber "Demo. Es geht gegen dieses herumhantieren mit anderer Leute Geld. Da bekommt man tu00c3u00a4glich vorgebetet "knallharter Sparkurs" bis hinunter an die Erntehelferkolonne und alles wird damit legitimiert. "Wenn wir sparen ku00c3u00b6nnen wir auch die Arbeitsplu00c3u00a4tz erhalten" und dann kommt man daher nachdem die Banken jetzt alle satt sind und nimmt zweistellige Milliardenbetru00c3u00a4ge und baut Gebu00c3u00a4ude um sich selbst ein Denkmal zu setzten und obendrauf durch Spu00c3u00a4tzle Connections sich noch daran zu bereichern weil andere mit ihren Steuern das ja bezahlen. Die Leute haben die Schnauze voll belogen zu werden. Wem dient der Bahnhof und wem dient er wirklich?

eric108 7 pts

Das ist wohl der Unterschied zwischen Mu00c3u00bcnchen und Hamburg: Ihr protestiert gegen eine Stadtbahn und in Mu00c3u00bcnchen waren am Wochenende 50.000 Menschen gegen Atomkraft und die Laufzeitverlu00c3u00a4ngerung (also Fu00c3u009cR Veru00c3u00a4nderung weil Atomkraft ja unwidersprochen veraltet ist) demonstrieren.
Ach, und Stuttgart? Als ich in der vergangenen Woche dort war, waren gerade zig Tausende gegen Atomkraft auf der Ku00c3u00b6nigstrau00c3u009fe und im Schlou00c3u009fpark am demonstrieren. Nur, damit nicht der Verdacht aufkommt, die wu00c3u00a4ren dort auch nur unreflektiert gegen Grou00c3u009fprojekte.

Na ja, schade, dass das in Hamburg so anders ist. Aber ich wu00c3u00bcrde das dann nicht gleich auf die Bundesrepublik verallgemeinern.

eric

NicoLumma 44 pts

eric108 naja, auch in Hamburg wurde im Sommer gegen Atomkraft protestiert, so ist es ja nicht. aber es wird deutlich, dass sich die themen u00c3u00a4ndern und protest eher reaktionu00c3u00a4re formen annimmt IMHO.

eric108 7 pts

NicoLumma Nun, nicht immer ist der Protest gegen ein 15 Jahre alten Plan reaktionu00c3u00a4r. Ich kenne nicht die Stadtbahnsituation in Hamburg. Aber in Stuttgart war die Welt vor 15 Jahren halt auch einfach anders. Da hat man noch mehr Bu00c3u00bcros gebraucht, da hat es zwei Wirtschaftskrisen nicht gegeben, da hat Daimler noch kru00c3u00a4ftig Steuern gezahlt. Jetzt gibt es in den Stuttgarter Bibliotheken einen Stopp bei der Aufnahme von neuen Bu00c3u00bcchern. Aus Geldmangel.
Was ist denn daran reaktionu00c3u00a4r, wenn man dann dagegen ist, einen uralten Plan umzusetzen?
Grou00c3u009fprojekte scheitern ja nicht daran, dass alle gegen alles sind, sondern weil die Planung derart lange dauert, dass sich die Welt veru00c3u00a4ndert hat. Aber deshalb "einfach durch"? Nein. Man ku00c3u00b6nnte die Planung beschleunigen - aber das ku00c3u00b6nnen ja nicht die Stuttgarter Bu00c3u00bcrger machen.

Ich finde, gegen alte Plu00c3u00a4ne und Regelungen zu demonstrieren eigentlich sogar ziemlich fortschrittlich...

presseschauer 5 pts

Kommendes Wochenende ist Durchstich am Gotthardbasistunnel. Die Schweizer haben das so gewollt ( http://j.mp/cPUp90 ). Das zeigt auch, dass Grou00c3u009fprojekten trotz ( oder gerade wegen? ) direkter Demokratie mu00c3u00b6glich sind.

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