Martin Oetting findet eine seltsame Kneipen-Analogie in seinem Text Eine kurze Anmerkung zu Facebook und Markenwebsites:
Facebook ist eine riesige Kneipe. Da sollte man als Marke hingehen und sich aufhalten, Leute kennenlernen, Freundschaften schließen. Aber zu glauben, dass man dort sein Zuhause findet, halte ich für gefährlich. Denn dann liegt man irgendwann besoffen unter dem Tisch – wie das so ist bei Leuten, die in Kneipen “wohnen”.
Ich glaube, die Kneipen-Analogie ist völlig falsch gewählt. Wenn man schon Facebook und Marken-Websites miteinander vergleichen will, was m.E. eher absurd ist, weil beide ihre Daseinsberechtigung haben, aber eben auch unterschiedliche Anwendungsszenarien erfordern, dann würde ich eher den Vergleich eines einfachen Ladens vs. Laden in Einkaufszentrum und von mir aus auch noch vs. Shop-in-Shop wählen. Beim Einkaufszentrum und Shop-in-Shop profitiert man von der Laufkundschaft anderer, hat aber ein Problem, sollte das Einkaufszentrum oder das Geschäft schließen, in dem sich der Shop-in-Shop befindet. Aber solange die Infrastruktur nutzbar ist, kann ein Laden im Einkaufszentrum eine sehr gute Wahl sein.
Bevor man also irgendwelche Verallgemeinerungen zum Thema “Hin und wieder fragen sich Marketingleute derzeit, ob es nicht sinnvoll wäre, die eigene Markenwebsite einfach abzuschalten und die ganze Sache komplett auf Facebook zu verlagern.” anstellt, sollte man sehr genau darauf achten, was die jeweilige Marke online erreichen will. Erst danach stellt sich die Frage, ob eine eigene Markenwebsite sinnvoll wäre, oder eine Facebook-Fanpage oder vielleicht nur ein Blog. Aber pauschalisierende Antworten und seltsame Kneipen-Vergleiche bringen wenig Erkenntnisgewinn.