Die Passagier-Risikogruppen an sich

Nico —  28.12.2010

Deutsche Flughäfen wollen Passagiere in Risikogruppen einteilen – als Vielflieger begrüße ich das durchaus:

Die deutschen Flughäfen erwägen im Anti-Terror-Kampf die Einführung des sogenannten Profiling nach israelischem Vorbild. Dabei werden die Passagiere je nach Alter, Geschlecht, ethnischer Herkunft und anderen Kriterien in Risikogruppen unterteilt und unterschiedlich scharf kontrolliert.
"Auf diese Weise können die Kontrollsysteme zum Wohle aller Beteiligten effektiver eingesetzt werden", sagte der designierte Präsident des Deutschen Flughafenverbands (ADV), Christoph Blume […]

Ich unterstütze diese Forderung nachdrücklich und schlage daher folgende Einteilung in Risikogruppen vor:
– Familien mit kleinen Kindern: halten jede Schlange auf, haben grundsätzlich den halben Hausstand als Handgepäck dabei, sollten sofort eine Extra-Schlange zugewiesen bekommen, da Milchfläschchen, Cremes, Windeln, Kinderkarren und sonstiges Geraffel alles aufhalten.
– Ehefrauen gut-betuchter Männer: denken, ihnen gehört der Flughafen, regen sich maßlos auf, wenn die Jumbo-Flasche Parfüm nicht im Handgepäck mit an Board genommen werden darf, riechen drei Meilen gegen den Wind nach Parfüm und tragen massiv Kluncker, sind eine massive Gefahr für den guten Geschmack.
– Urlaubsreisende aus der Provinz: sind 4 Stunden vor Abflug am Flughafen angekommen, stehen im Weg rum, gucken sich alles ganz genau an, fragen jeden nach dem Weg und ob die Anzeige auf dem Display wirklich stimmt, dabei tragen sie 7/8-Hosen und Sandalen mitsamt weißen Socken, sollten zügig außer Landes gebracht werden, auch wenn dies peinlich ist für andere Deutsche im Ausland.
– Billigfliegerpassagiere in der Fast-Lane: freuen sich wie Bolle, daß sie in der Schlange für die Businessreisenden sind, halten alles auf, weil sie vergessen, den Laptop auszupacken, weil sie vergessen, die Münzen aus der Hosentasche zu nehmen, weil sie vergessen, das Portemonnaie aus der Hosentasche zu nehmen und dann auch noch verpeilen, daß sie ihre Jacke auch aufs Band legen müßen. Sollten sofort an das Ende der längsten Schlange verfrachtet werden, bevor sie versuchen, auch noch ihre Thermoskannen mit Kaffee durch die Security zu bekommen.

Mit diesem Profiling wird für alle Reisenden das Prozedere am Security-Check leichter sein.

2 responses to Die Passagier-Risikogruppen an sich

  1. JoSchaefers 28.12.2010 at 23:27

    Wir tragen in der Provinz keine 7/8-Hosen! Wir wachsen nur schneller! Ausserdem, was ist schlecht an weißen Socken?

  2. Sehr schön! Das erinnert mich an die Eleganz, mit der George Clooney in „Up in the Air“ die Sicherheitskontrollen am Flughafen durchläuft. Da muss der eine oder andere wohl noch üben..