SPD: Neuer Fortschritt und kein Internet.

Nico —  9.01.2011

Anfang der Woche findet die Neujahrsklausur der SPD statt und es gibt dazu zwei Thesenpapiere, eines vom Parteivorstand [PDF], eines von der Parlementarischen Linken [PDF]. Auf SpOn wird davon ausgegangen, daß es Streit um unterschiedliche Steuerkonzepte geben könnte.

Den Streit sollte es an anderer Stelle geben!

Ich finde es gut und richtig, daß die SPD das Thema Fortschritt endlich wieder aufgreift und versucht, es programmatisch zu füllen. Aber es kann absolut nicht sein, daß in diesem Zusammenhang das Internet nicht erwähnt wird. In beiden Thesenpapieren findet das Internet keinerlei Erwähnung. Das Internet ermöglicht gesellschaftliche Teilhabe, ermöglicht einfachen Zugang zu Bildung und Kultur, veränert nachhaltig die Arbeitswelt und bringt für ein Land ohne nennenswerte Rohstoffe und einem Fokus auf Bildung ein ungeahntes Potential wirtschaftlicher Entwicklung.

Und meine Partei ignoriert dies komplett in ihrem Fortschrittspapier! Das kann echt nicht angehen! Das Internet löst seit Jahrzehnten massive Disruptionen aus, das kann man bei der Beschäftigung mit dem Thema Fortschritt nicht ignorieren!

Die SPD-Führung sollte sich dringend mal den Artikel von Lars Klingbeil und Björn Böhning Ein freies, gerechtes und solidarisches Netz durchlesen, da ist dargelegt, was das Internet für die SPD und einen neuen Fortschrittsbegriff bedeuten kann.

13 responses to SPD: Neuer Fortschritt und kein Internet.

  1. ChristianSoeder 9.01.2011 at 21:45

    „Die SPD-Führung sollte sich dringend mal den Artikel von Lars Klingbeil und Björn Böhning Ein freies, gerechtes und solidarisches Netz durchlesen, da ist dargelegt, was das Internet für die SPD und einen neuen Fortschrittsbegriff bedeuten kann.“

    Gute Idee. Sollte einfach möglich sein, da Björn das DL21-Papier ja mitverfasst hat. :-)

    • NicoLumma 9.01.2011 at 22:04

      @ChristianSoeder ja, da frage ich mich auch, wieso nicht wenigstens in dem papier irgendwas mit dem internet steht…

  2. Es ist überall ein weiter Weg, der manchmal fast verstehen lässt, warum sich einige von unseren Parteien abwenden. Während es mich persönlich (jaja) nicht überrascht, dass es bei SPD und CDU so ist (guck dir mal die dürren Sätze im CDU-Wahlprogramm für Hamburg an, Seite 48), ist es bei den Grünen auch gerade frustriertend. Zwar haben wir gute netzpolitische Positionen ins Wahlprogramm für Hamburg bekommen, aber keine einzige Person auf die Landesliste, die mehr als ein rudimentäres Verständnis für die Disruptionen hat, die das Thema mit sich bringt.
    Und nun?

  3. Aber dann ist man vielleicht auf dem Weg zu „Neuer Fortschritt: Internet und keine SPD.“

  4. ja aufm papier sollte(!) etwas stehen… wie schon gesagt wurde: „Neuer fortschritt: Internet und keine SPD“

  5. ja aufm papier sollte(!) etwas stehen… wie schon gesagt wurde: „Neuer fortschritt: Internet und keine SPD“

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  1. Genug jetzt – Ich bin dafür! | David Philippe – Social Media, PR und mehr. - 9.01.2011

    […] Diskussion der Zukunft in Deutschland, dabei sollte aber das Internet weder verteufelt werden, noch komplett ignoriert […]

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    […] Internet hat den Entwurf entdeckt und so weit ich das überblicke fangen die ersten an zu lesen und das ist gut. Vor dem Lesen nutzen andere die Suchfunktion, um sich selber zu finden. Sie geben Worte wie […]

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    […] SPD: Neuer Fortschritt und kein Internet. (Lummaland) – […]

  4. Netzschau - webpolitics - 10.01.2011

    […] im neuen Fortschrittsprogramm der SPD das Wort Internet nicht vorkommt. Seine Kritik könnt ihr hier […]

  5. distinctive leadership | ralf schwartz - 10.01.2011

    Kein Zukunftsprogramm: SPD-Führung arbeitet sich an Symptomen ab…

    Führung ist vor allem eines sein und können: vorausschauend, Denkstrukturen aufbrechend, Horizonte erweiternd, eine Vision kommunizierend, neue Wege beschreitend, ein relevantes Ziel ansteuernd, eine effektive Strategie (zur Zielerreichung) verfolgend,…

  6. till we *) . Blog » Der Fortschritt der SPD. Eine Exegese - 12.01.2011

    […] in dem Programmentwurf nicht ums Internet geht, ist nur für SPD-nahe Bestandteile der Netzgemeinde überraschend. Um es mal etwas böse auszudrücken. Aber darum geht es mir nur am […]

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    […] Da kann ich nur zustimmen, eine tiefe Beleuchtung über die Bedeutung der Digitalisierung und seine Folgen für den Journalismus, die Demokratie, der Öffentlichkeit und der Politik im Allgemeinen ist bisher noch nicht im notwendigen Maß in der breiten Öffentlichkeit geführt worden. Vor allem fehlen mir die Interpretationen wie wir diese Begriffe in der digitalen Wissensgesellschaft vielleicht neu definieren müssen. Genau diese Diskussionen sollte ja eigentlich die Enquete Kommission des Bundestages befeuern, was meiner Meinung nur bedingt funktioniert hat. Daher schadet es sicherlich nicht, wenn die Grünen es versuchen wollen – allemal besser als die komplette Ignoranz, die die SPD an den Tag legt. […]