Nachdem mein Artikel vom Montag durchaus eine hitzige Diskussion ausgelöst hat, wurde ich in den Kommentaren gebeten, die Reise von Richard Gutjahr abschliessend zu bewerten. Wir erinnern uns, ich hatte Richard zu viel Selbstdarstellung vorgeworfen, und zwar noch bevor er überhaupt wirklich aus Ägypten berichtet hatte.
Was soll ich zu seinen Tweets und Blog-Artikeln sagen? Richard hat trotz der räumlichen Distanz einen ziemlich guten Eindruck von der Lage vermitteln können, die zurückblickend als die Ruhe vor dem Sturm angesehen werden kann. Der Artikel Die letzte Chance? beschreibt eindrücklich, wie die Stimmung gerade kippt und ich bin froh, daß Richard wieder wohlbehalten am Flughafen angekommen ist, um das Land zu verlassen.
Aufmerksamkeit hat Richard Gutjahr in den letzten zwei Tagen sicherlich gehabt, doch was war das Ziel seines Ausflugs? Hat er Insights vermitteln können, die wir sonst nicht gehabt hätten? Das kann ich nicht abschliessend beurteilen, aber eine hintergründige Recherche konnte ich bislang nicht entdecken, nur Fotos und knappe Interviews. Ich vermute, daß noch mehr Inhalte von Richard geliefert werden, sobald er wieder zuhause ist und erst einmal ausgeschlafen hat. Die Lage in Ägypten konnte er aus nächster Nähe schildern: Das hier ist jetzt unser Facebook!.
War das jetzt mehr Selbstinszenierung oder mehr Reportage? Sieht so der freie Journalist der Zukunft aus?
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