SEO-Report mit Sitereporter

SEO ist so ein Thema, von dem ich weiß, daß es wichtig ist, und daß man sich darum kümmern sollte. Und ich kenne auch so die groben Grundzüge, die man bei SEO beachten sollte. Aber Search-Engine Optimization (SEO) überlasse ich dann doch lieber den Profis und bei meinem Blog ist es mir ehrlich gesagt relativ egal, da ich vor Jahren die Hoffnung aufgegeben habe, enorme Reichweite zu erzielen und von den Werbeeinnahmen leben zu können.

Einige meiner Kölner Ex-Kollegen kennen sich allerdings um Längen besser aus mit SEO als ich und haben ein neues kommerzielles Tool entwickelt, das ich recht praktisch finde: Sitereporter.

Sitereporter ist kein all-inclusive SEO-Tool, das alle SEO-Themen von alleine löst, sondern vielmehr eine enorm praktische Handreichung für alle diejenigen, die insbesondere aus kommerziellen Gründen ein Augenmerk auf SEO haben sollten. Der Sitereporter generiert Reports, aus denen auch SEO-unbedarfte Personen sehr schnell ablesen können, ob im Bereich SEO alles okay ist, oder ob die Auffindbarkeit einer Site verbessert werden müsste. Dabei wird auch für Laien recht gut erklärt, warum ein Aspekt für die Positionierung der Site relevant ist. Neben einer executive Summary kann man sich sowohl web-basiert als auch in einem PDF tiefer in die Details des Reports einlesen und daraus Handlungsempfehlungen ableiten. Aus Agentur-Perspektive eignet sich der SEO-Reporter natürlich sehr gut, um einfach mal gegenüber dem Kunden als SEO-Schlauberger auftreten zu können.

Das einzig Negative am Sitereporter: eigentlich müsste ich jetzt den Hinweisen nachgehen und die Auffindbarkeit des Blogs verbessern.

[ Disclosure: zum Testen wurde mir ein Basic-Account des Sitereporter freigeschaltet ]

Berlin Mitte Nerds e.V. gegründet

Soso, der Alleinvertretungsanspruch für die Digitale Gesellschaft liegt nun also bei Markus Beckedahl und Konsorten. Ich finde es naheliegend, daß Markus Beckedahl aus seinem netzpolitik.org mehr macht als nur ein gutgelesenes Blog, und ich finde auch die Gründung eines Vereins sinnvoll. Aber ich finde den Namen und die Struktur anmassend.

Markus und seine Kumpels sind nicht die Digitale Gesellschaft. Sie bilden nur einen ganz kleinen, sehr nerdigen Teil ab. Den Großteil der Digitalen Gesellschaft werden sie nie erreichen, dafür benötigen sie ein anderes Themenspektrum und vor allem eine andere Art der Ansprache. Der Verein soll schlagkräftig werden, daher soll gespendet und mitgemacht werden, die Entscheidungen werden aber nur von Markus Beckedahl und seinen Kumpels getroffen. Das finde ich sehr limitierend und überhaupt nicht den Gepflogenheiten des Netzes entsprechend. Hier wird so getan, als ob, aber letztendlich wird ein Vehikel geschaffen, das Markus Beckedahl, Markus Beckedahl und Markus Beckedahl als Thema haben wird. Das finde ich völlig ok, aber dann nennt den Verein doch bitte anders. Merkwürdig finde ich allerdings auch, daß Netzpolitik.org-Autor Jörg-Olaf Schäfers für das ZDF-Blog Hyperland ein Interview mit Markus Beckedahl führt, ohne eine netzübliche Disclosure anzuführen. Würde die Deutsche Content Allianz derartiges praktizieren, wären alle sofort auf den virtuellen Barrikaden. Zur weiteren Diskussion um den neuen Verein sind die Artikel von Christian Scholz old school Klüngelgesellschaft e.V. und Julia Seeliger Digitale Gesellschaft ohne Community sehr lesenswert.

Ich wünsche mir sehr, daß die Vereinsgründung deutlich gemacht hat, daß BVDW, ECO und wie sie alle heissen, als Lobby-Instrumente nicht ausreichen. Ich sehe allerdings, daß dringend mehr gesellschaftspolitische Aspekte in die Debatten um das Internet und seine Auswirkungen auf die Zukunft aufgenommen werden müssen. Wir springen zu kurz, wenn Markus Beckedahl und seine Freunde sich für die Digitale Gesellschaft halten.

Wir brauchen mehr.

Und wieder ein belangloses Päckchen


“Hallo lieber Blogger” – Wenn ich das schon lese, bekomme ich das kalte Kotzen! Ich finde es ja toll, daß immer mehr Unternehmen auf die Idee kommen, mal “irgendwas mit Bloggern” zu machen, aber man kann das auch wirklich intelligenter lösen, als immer nur irgendwelche Päckchen wahllos zu versenden. Mal ehrlich, ich bin 38 Jahre alt und arbeite als Director Social Media bei einer der größten Kommunikationsgruppen Deutschland. Meint ihr wirklich, daß ich irgendwelche dusseligen Pseudorätsel lösen will, um ein iPad gewinnen zu können? Und dafür soll ich auf irgendeine Website verlinken, um dieser Website entsprechende Keywords und Linkjuice zuzuschieben? Wegen irgendwelchen Kontaktlinsen, Rasierern oder sonstigem Krempel? Meint ihr wirklich, daß die Anrede “Lieber Blogger” dazu führt, daß ich mich ernstgenommen fühle? Ich bin sowas von transparent im Netz, man könnte schon meinen Namen verwenden und vielleicht auch mal gucken, wie meine Interessen so sind. Ich habe noch nie Kontaktlinsen getragen, was meint ihr, wie scheissegal mir irgendwelche Kontaktlinsenversender sind? Das kann man echt intelligenter anstellen. Ich frage mich auch überhaupt nicht, was es mit diesem Päckchen auf sich hat, ich bekomme ständig diesen Plünnkram zugeschickt und entsorge den Mist umgehend. Am schlimmsten waren irgendwelche Hohlbacken aus Dänemark, die haben mir mal irgendein Festplattendingensmediacenter zugeschickt, das nur mit Windows funktioniert. Was soll ich denn mit so einem Blödsinn? Schickt mir irgendetwas Cooles, mit dem ich auch etwas anfangen kann, aber nicht irgendeinen Trödel verbunden mit einem Pseudo-Gewinnspiel, bei dem es nur im Verlinkungen geht.

Es gibt so viele tolle Social Media Monitoringtools und es gibt gesunden Menschenverstand. Die Kombination wäre unschlagbar bei der Ansprache von Leuten, die ins Internetz reinschreiben.