Niemand braucht Groupon

Nico —  13.06.2011 — 37 Comments

Ausser Groupon. Der IPO von Groupon ist in aller Munde, mit Dollarzeichen in den Augen wird vor Überbewertung gewarnt, wird von der nächsten Blase im Internet gesprochen, wird thematisiert, daß die Gründe schon Hunderte Millionen Dollar eingesackt haben, obwohl Groupon weiterhin viel Geld benötigt. Groupon polarisiert.

Ich glaube, niemand braucht Groupon. Groupon ist in der aktuellen Phase kein nachhaltiges Business. Sicher, es werden aufregend große Zahlen präsentiert und jede Woche gibt es einige neuen Firmen, die ebenfalls mit Coupons das große Geld machen wollen. Aber Groupon hat ein Geschäftsmodell, das vor allem massiv Groupon und ihren Gründern sowie Investoren nützt. Allen anderen eher nicht. Groupon verspricht hohe Rabatte, aber genau hier steckt der Haken. Unternehmen werden Kunden zugeführt, die vor allem auf den massiven Rabatt aus sind, bzw. sich zu einem Impulskauf haben hinreissen lassen. Hier verdient erst einmal Groupon, denn das Groupon nutzende Unternehmen und der Kunde zahlen bereits jetzt schon für Groupon, und wer verdient bislang? Eben. Groupon. Zum Aufbau eines Kundenstamms lohnen sich die Schnäppchenjäger allerdings nicht, da sie vornehmlich auf Schnäppchen ausgerichtet sind und gar kein Interesse haben, ein Abendessen in einem teuren Restaurant für den vollen Preis zu bezahlen, um nur eine Art der Nutzung zu nennen. Unternehmen investieren also über Groupon in Kunden, die sie eigentlich nicht wirklich wollen, denn sie sorgen zwar für ein volles Haus, aber wenig wiederkehrenden Umsatz. Die Methode sorgt für viel verbrannte Erde, d.h. Groupon muß permanent Unternehmen finden, die Groupon noch nicht genutzt haben und sich davon viele Kunden versprechen. Das System sorgt dafür, daß Groupon noch dazu pausenlos die bestehenden Nutzer mit Emails penetrieren muß, damit diese die Coupons kaufen, die sie eigentlich nicht brauchen und aus Sicht von Groupon auch hoffentlich nie einlösen, denn dann bleibt mehr Geld in der Kasse von Groupon.

Tolles Geschäftsmodell. Aus Sicht von Groupon. Für die allermeisten Unternehmen wird Groupon einen einmaligen Versuch darstellen, um an Kunden zu kommen. Für die Nutzer wird es zunehmend nervtötender werden, da immer penetranter für Coupons geworben werden wird. DIe Gründer und Investoren der ersten Runden sind fein raus. Alle anderen haben Dollarzeichen in den Augen und werden in spätestens einem halben Jahr davon reden, daß Groupon in die nächste Phase seines Geschäftsmodell eintreten wird, was mit massiven Umstrukturierungen verbunden sein wird und am Ende kauft Ebay an der Börse Groupon für einen Schnäppchenpreis.

37 responses to Niemand braucht Groupon

  1. Das Schlimme ist nur: Groupon wird so oder so Schaden anrichten. Denn sie werden ihre (Unternehmes-)Kunden finden, die auf die schnelle Aufmerkamkeit aus sind, und das wir dden Markt unter Druck setzen. Ich kann mich noch gut an die Hoch-Zeit der Handys erinnern. Da hat auch jeden Tag ein Handy-Shop im Internet aufgemacht, der gemeint hat, er können mit Dumping-Preisen bekannt werden und dass er mit 0,5 Prozent Marge auskomme. Die sind dann noch ein paar Monaten bankrott gegangen – aber sofort stand ein neuer auf der Matte. Für die vernünftig kalkulierenden Leute war es trotzdem ein Einbruch. Ich würde einem Markenartikel dringend davon abraten, das zu nutzen – außer bei Auslaufware, wenn überhaupt.

  2. exilgolfer 13.06.2011 at 21:45

    Ich nehme an, Du hast das gelesen, aber auf TechCrunch wurde sich mit dem Thema in einer Serie von Gastbeiträgen noch etwas intensiver auseinandergesetzt. Fand ich sehr spannend. http://techcrunch.com/2011/06/13/why-groupon-is-poised-for-collapse/

  3. @exilgolfer ja, den beitrag habe ich eben gerade auch gesehen. aber es wurde ja auch genügend über groupon geschrieben in den letzten tagen

  4. Lieber Nico,

    ich teile deine Meinung zu diesem Teil des Geschäftsmodells von Groupon vollkommen. Ich denke nur, dass es sich hierbei gerade nur um eine Phase der Groupon-Evolution handelt. Zu erst wird der Name penetrant im Markt besetzt. Egal ob positiv oder negativ. Die Leute kennen Groupon in allen Internet-afinen Schichten. In der Offline-Welt verwenden Unternehmen schon immer Coupons, sie alle waren aber nicht in der Lage diese Art von Reichweite zu generieren. Natürlich ist Groupon dafür auch deutlich teurer für Unternehmen. Und viele erkennen ohne die kaufmännische Weitsicht erst im Nachhinein, dass sie mit Groupon keinen Mehrwert für ihr Lokal, Produkt, Angebot schaffen können.

    Ich bin mir aber sicher, dass die nächsten Evolutionsschritte die sind, die Groupon wirklich attraktiv machen werden. Hier sehe ich vor allen Dingen zwei:

    1. Die massive Verzahnung zwischen Social Media, Location Based Services und einem Coupon-Modell. In dem Moment, wo du dich via Facebook (Beispiel) an einem Starbucks (Beispiel)einloggst und du dafür automatisch einen Coupon über 15% erhältst, weil dein Soziales Netzwerk, die Power einer Anzeige in der Zeitung hat…in dem Moment revolutionierst du Marketing vollkommen. Du wirst deine eigene Marketingwand, weil du weniger Geld für deinen Kaffee zahlen musst. Das Coupon-Modell kann natürlich auch individuell vom Unternehmen gegen ein Punkte-Modell (Beispiel Payback-Modell) getauscht werden.

    2. Global-Brands werden Groupon als Markteinstiegsmodell nutzen. Die enorme Basis an jungen, kaufwütigen Menschen in 60 Ländern (ca. Stand heute) macht Groupon super attraktiv für die Big Player. Vor allen Dingen gibt es in den Konzernen aus Sicht des Controllings kaum einen besser, steuerbaren Marketing-Kanal als Groupon. Das wird uns aus dem Marketing noch richtig weh tun. Die großen wie Procter&Gamble, Unilever, Nestlé werden alle ihre Produkte über groß angelegte Kanäle bei Groupon in Märkte reinschmeissen. Definierbare Zielgruppen, maximale Skalierbarkeit und bestmögliche Auswertungen. Die Margen werden dabei für Groupon kleiner werden aber dafür werden sie den Laden schon gut am Leben halten.

    Viel spannender ist und bleibt es, ob die Jungs in Chicago diese Prozesse nun gut umgesetzt bekommen und sich nicht von der Konkurrenz überholen lassen. Groupon-Modelle gibt es seit Jahren…aber nur die brutale Execution der Macher aus den Staaten hat den Markt überhaupt erst geöffnet. In der heutigen Zeit kann so etwas aber auch ganz, ganz schnell wieder vorbei gehen.

    Ich bin sehr gespannt. Würde aber definitiv nicht vom Kauf einer Groupon-Aktie abraten.

    Gruß

    VP

  5. StephanNoller 13.06.2011 at 23:37

    An sich müsste man sagen: schön die vielen kritischen Groupon-Artikel der letzten Tage zusammengefasst (und übersetzt). Aber für einen Lumma-Beitrag finde ich das ehrlich gesagt ein wenig müde und hinterhergeschrieben. Und irgendwie ganz schön altvälterlich technologiefeindlich. Gut, Groupon ist jetzt nicht grad ein rocket-science Technologie-Business. Aber was ich schon bemerkenswert finde ist, wie sie offensichtlich ein Modell gefunden haben lokalen Handel mit dem Internet zu verbinden. Und mir ist noch keine Geschichte untergekommen, in der Händler berichtet haben, dass sie zur Teilnahme gezwungen worden wären. Natürlich ist es sehr agressiv hochgefahren und die tragen mit beiden Händen das Geld zu sich nach Hause. Aber es spricht doch vieles dafür, dass die Jungs offenbar auf etwas gestossen sind, was doch irgendwie nahezu Sprengkraft zu haben scheint, nämlich Internet + lokaler Handel. Wow. Ich find das erstmal bemerkenswert. Wie übrigens auch die unfassbaren Wachstumszahlen – von 30 auf 780 Mio Umsatz in 12 Monaten ist selbst dann eine unternehmerische Meisterleistung, wenn da mehr als 400 Miese in den Büchern stehen. Und die 780Mio sind allesamt Umsätze, die von echten Kunden mit echten Händlern irgendwo da draussen gemacht wurden… Keine Sorge – auch ich habe meine Zweifel, ob das Modell so wie es von Groupon aufgesetzt wurde nachhaltig sein kann (interessanterweise scheinen viele Geldgeber, die nicht dumm sind, anderer Meinung zu sein). Aber wenn man das Modell nur einen Tick nachhaltiger macht (und z.B. nur 10% von jedem deal einkassiert) könnte es schon ziemlich zukunftsfähig sein, oder?

    Ach und noch eine Geschichte von heute mittag (ohne Witz) zum Abschluss: eine Kita-Freundin betreibt zwei Strassen weiter eine Homöpathie-Praxis seit einiger Zeit. Lief ok, hatte aber grosse Probleme den Kundenstamm zu erhöhen. Groupon-Aktion gemacht, jetzt muss sie 350(!) Leute für 15 EUR/h einmal massieren. Aber sie war ganz glücklich, weil schon erste davon weitere Termine zum normalen Tarif gebucht haben…

  6. Finde das ja alles soweit richtig, aber es gibt mE durchaus Unternehmensformen, bei denen das Sinn macht. Gerade Hotels und Restaurants können ungenutzte Kapazitäten auffüllen, Stichwort Deckungsbeitrag. Oder auch beim Start des Geschäfts. Anders sieht das beim Verkauf von Produkten aus.

  7. NicoLumma 14.06.2011 at 9:54

    @baranek naja, es geht eben nicht um ungenutzte kapazitäten.

  8. OlafKolbrueck 14.06.2011 at 9:56

    to cut a long text short: grouponzi

  9. NicoLumma 14.06.2011 at 9:56

    @StephanNoller ja, danke, dass Du mir technologiefeindlichkeit unterstellst.

    aber überleg mal, wie lange die Dame benötigt, um 350 Leute zu massieren und wie genervt die 350 Leute sein werden, weil sie auf absehbare Zeit keinen Termin bekommen werden. Und danach werden die sich schwer tun, den vollen Preis zu bezahlen. Und nur Groupon verdient daran.

  10. KlausWolfrum 14.06.2011 at 10:08

    “Kaufen, um zu sparen” ist ja eine bekannte Reaktion im Kleinhirn von uns Sapiens. Dazu kommt, dass viele Geschäftsleute gleichfalls eine nicht nachvollziehbare Unrechenkunst bei dem Thema haben. Gastro-Gutscheinbücher, die an sich dämlichste Werbeform ever für Gastronomen, sind ja nicht totzukriegen

    Daher Nach Groupion (wenn) kommt das nächste Ding in dieser Art.

  11. markus.breuer 14.06.2011 at 10:09

    Groupon in der heutigen Form ist tatsächlich ein Geschäftsmodell, bei dem ich an Nachhaltigkeit nur schwer glauben kann. Natürlich kann ich mit Rabatten mein Geschäft (auch nachhaltig) nach Vorne bringen. Dazu gehört aber eine ausgesprochen ausgeklügelte Marketing-Strategie, die professionell – insbesondere sehr sorgfältig – durchgezogen werden muss. Dazu sind die typischen Groupon-“Partner”, kleine, lokale Businesses kaum in der Lage.

  12. KlausWolfrum 14.06.2011 at 10:09

    “Kaufen, um zu sparen” ist ja eine bekannte Reaktion im Kleinhirn von uns Sapiens. Dazu kommt, dass viele Geschäftsleute, die an sich fit sind, gleichfalls eine nicht nachvollziehbare Unrechenkunst bei diesem Thema haben. Gastro-Gutscheinbücher, die an sich dämlichste Werbeform ever für Gastronomen, sind ja nicht totzukriegen

    Daher Nach Groupion (wenn) kommt das nächste Ding in dieser Art

  13. markus.breuer 14.06.2011 at 10:23

    Oops, da hat Livefyre meinen Post wohl doch zu schnell abgefeuert …

    Nachtrag:

    Wo ich dem @StephanNoller aber (höchst ungern ;-) rechtgeben muss, ist, dass Groupon an einer Stelle schon etwas geschafft hat, was ich als disruptiv empfinde und hinter dem eine Menge Potential steckt: Groupon hat als erste große eCommerce-Plattform die Brücke von Online zu Offline geschlagen. Hier werden Sachen vermarktet, die online bisher nicht effektiv verkauft werden können. Da ist Musik drin! Speziell, wenn man das ganze noch intensiver mit Location Based Services verheiratet. Ich habe eigentlich immer erwartet, dass sich FourSquare intensiver in diese Richtung weiterentwickelt. Aber die wollten/konnten vermutlich nicht so eine große Mannschaft aufbauen.

    Eventuell wird es tatsächlich auch GroupOn gelingen, dass zu einem nachhaltigeren Geschäftsmodell umzubauen. Die Struktur dafür und eine Vertriebsmannschaft haben sie ja.

    Dass der IPO trotzdem mit das Frechste ist, was es bislang im Markt gab und nur allzu offensichtlich ist, dass es Investoren und Gründern nicht unbedingt auf Langfristigkeit ankommt (sondern sie sich so schnell wie möglich die Taschen vollstopfen wollen), steht auf einem anderen Blatt. Bei diesem IPO mitzuspielen, ist gerade deshalb ein sehr großes Risiko. Ob das eingesammelte Geld wirklich zur Weiterentwicklung des Geschäftsmodells genutzt wird, scheint mir zumindest fraglich zu sein.

  14. marcelweiss 14.06.2011 at 10:48

    @OlafKolbrueck Lustiges Wort, das du dir da ausgeda.. ach nein https://twitter.com/#!/ryan/status/76408251134124032

  15. marcelweiss 14.06.2011 at 10:49

    @NicoLumma @baranek Natürlich geht es auch um ungenutzte Kapazitäten.

  16. marcelweiss 14.06.2011 at 10:54

    In dem Text steckt viel Meinung, der leider oft die Fakten fehlen. Beispiel:

    “Für die allermeisten Unternehmen wird Groupon einen einmaligen Versuch darstellen, um an Kunden zu kommen.”

    “Based on our Yipit data product, 44% of daily deals run in May were run by businesses who had alreadyrun a daily deal. If they really had a bad experience, why would so many merchants be doing it again? Also, if local merchants didn’t like daily deals, how was Groupon able to increase the number of merchants they work with in a mature market like Boston by 60% in just the last three months.”

    http://blog.yipit.com/2011/06/05/6-widespread-groupon-concerns-that-are-unfounded/

    44% ist dafür, dass wir hier noch von einem Wachstumsprozess sprechen und angesichts der Tatsache, dass Groupon zumindest in den USA einen Händler maximal zwei Mal pro Jahr einen Deal schalten lässt, eine gute Quote.

  17. OlafKolbrueck 14.06.2011 at 10:59

    Ich mag diese Unterstellung nicht. @marcelweiss

  18. @marcelweiss natürlich steckt in dem text viel meinung. sonst wäre es ja auch nicht mein blog. ich denke, beispiele wie dieses hier: http://public-correlations.de/2011/06/01/groupon-und-seine-schwachen/ wird es in zukunft häufiger geben. und natürlich verdienen auch einige unternehmen geld, aber die masse wird einmal groupon nutzen und danach nie wieder, weil das businessmodell nicht hilfreich ist für das gros der unternehmen.

  19. marcelweiss 14.06.2011 at 11:27

    @NicoLumma Rabatte und Preisdifferenzierung gab es auch vor Groupon und dem Internet und das wird es auch im Internet geben. Ob Groupon sinnvoll für ein lokales Geschäft ist oder nicht, hängt auch stark davon ab, wie der Deal kalkuliert wird. Da wird viel Unsinn gemacht und Groupon könnte auch (und besonders?) in Deutschland den Unternehmen mehr unter die Arme greifen. (Wie viel sie da bereits machen, ist mir nicht bekannt.) Das ist aber eher eine Justierungsfrage und nicht automatisch eine Existenzfrage für das Geschäftsmodell an sich.

    Was mich interessieren würde: Wie erklärt man sich als jemand, der meint, dass Groupon keine Zukunft hat, dass von Amazon über Google bis Facebook alle an grouponähnlichen Diensten arbeiten?

  20. DeaniceRiver 14.06.2011 at 11:54

    Wenn man die Leistungen die hinter den dem GrouponDeal vom Nutzer des Deals bewerten lassen würde, wäre es für den Unternehmer viel nachhaltiger. Die Erfahrungen des GrouponDeal Nutzers werden in einem Empfehlungsportal wie zum Beispiel Qype veröffentlich. Der Unternehmer erhält ein Feedback und kann dieses Feedback einer breiten Masse zugänglich machen um dadurch neu Kunden zu generieren. Der Unternehmer ist gezwungen eine perfekte Vorstellung für den GrouponDeal Nutzer zu bieten, der wiederum erklärt sich damit einverstanden (oder tut es freiwillig), dass seine Erfahrungen im Internet veröffentlich werden.

  21. markus.breuer 14.06.2011 at 12:00

    @marcelweiss Ich denke, “Fakten” – meist “anekdotische Evidenz” gibt es für und wider Groupon. Online und offline wirst du viele Beispiele sowohl für Fälle finden, wo Groupon-Aktionen zu echten Neukunden geführt haben als auch für solche Fälle, wo das für die kleinen Anbieter mehr oder weniger böse in die Hose gegangen ist. Auch die “statistischen Aussagen” zu Groupon sprechen nicht durchgängig eine positive – oder negative – Sprache.

    Selbstverständlich kann man mit Rabatten Marketing machen (und macht man reichlich). Es ist nur – wie oben schon mal erwähnt – nicht ganz einfach, aus Rabattaktionen dauerhaft einen positiven Impuls für das Geschäft zu ziehen. Es gibt auch offline genügend Beispiele dafür, dass Schnäppchenjäger nicht unbedingt leicht zu treuen (profitablen) Kunden zu machen sind. In einigen Branchen geht das einfacher (insbesondere, wenn sich da Cross- und Upselling-Optionen anbieten). In anderen ist es schwieriger.

    Einiges an Kritik, was gegenüber Groupon geäußert wird, bezieht sich ja nicht auf Schnäppchen (neudeutsch Deals) als Marketing-Instrument an sich sondern auf die konkrete Ausprägung bei Groupon – deren Konditionen nicht immer sehr vorteilhaft für den Einzelhändler zu sein scheinen. Das erklärt vielleicht auch das Interesse anderer Player an diesem Marktsegment, selbst für den Fall, dass die Kritik an Groupon selbst berechtigt wäre.

    Bei mir bleibt auf jeden Fall die Faszination über das Durchbrechen der Online/Offline-Barriere und das Unbehagen über diverse Details des IPOs. Zweispältig die Sache.

  22. @marcelweiss also zum einen ist es natürlich so, daß groupon das thema coupons und rabatte auf die tagesordnung gesetzt hat und nun viele andere firmen ebenfalls versuchen, dieses thema zu besetzen. zum anderen mag bei anderen firmen die ausprägung des businessmodells eine andere sein, aber ehrlich gesagt, habe ich das bislang nicht recherchiert und kann daher nicht sagen, ob ich andere modelle nachhaltiger finde.

  23. techberlin 14.06.2011 at 15:49

    Für Einblicke zu dem Thema von einem Groupon-Cloner gibt es einen Artikel auf TechBerlin http://www.techberlin.com/post/6517580180/is-groupon-doomed

  24. FrankHelmert 16.06.2011 at 1:40

    Hi Nico,

    Ich glaube du haettest es echt schwer hier in den USA viele Unterstuetzer fuer deine Meinung zu finden (ok, ich schreibe aus der Groupon-Hauptstadt Chicago, da gibt es natuerlich auch noch viel Lokal-Patriotismus und persoenliche Beziehungen). Ich selber bin bei mindestens 6 Groupon-Kunden Stammkunde geworden – weil die, anders als viele europaeische Unternehmen, professionelles CRM betreiben und dauerhaft gute Angebote an Groupon-Neukunden ausliefern (Email Marketing; das groesste asset, dass diese Firmen mit Groupon erwerben, ist ja das opt-in). Alles Unternehmen, von denen ich vorher noch nie gehoert hatte und bei denen fuer mich der Rabatt im Groupon-Angebot ziemlich zweitrangig war (haette sowieso nicht ueberpruefen koennen, ob das wirklich ein “Rabatt” ist). Groupon wird in den USA von so gut wie jedem Smartphone-Nutzer 1x taeglich konsumiert. Fuer die Werbetreibenden sind das einfach wahnsinnig viele impressions bei einer kauflustigen Kundschaft. Alle CMOs, mit denen ich gesprochen habe und die Groupon bisher genutzt haben, werden es wieder nutzen. Und ich rede nicht von den mom-and-pop shops, die ihren ROMI vielleicht nicht so genau ueberblicken koennen. Die White Sox sind ein schoenes best practice Beispiel, obwohl ich selbst lieber Cubs tickets kaufe – natuerlich auch bei Groupon. Europa mag da anders (oder langsamer?) ticken, aber die U.S. haben definitv auf dieses Geschaeftsmodell gewartet.

    VG

    Frank

  25. Hallo,

    in der gesamten Diskussion ist vielleicht zu beachten, dass das oder eins der höchsten Güter in unserer Kapitalgesellschaft Informationen sind.

    Plattformen wie Groupon oder FourSquare werden sich ruckzuck auf Smartphones wiederfinden. Da haben natürlich Google, Facebook und Konsorten ein Wörtchen mit zu sprechen. Standortbestimmung + gekaufter Ware = Goldwert.

    “Gutscheine” werden bald Standort bestimmt und personalisiert auf deinem Smartphone landen!

    Hier ein Artikel der C’t welcher einen kleinen Einblick in die Mächtigkeit der Möglichkeiten gibt.

    http://www.heise.de/artikel-archiv/ct/2011/7/142_kiosk

    Gruß

  26. FrankHelmert 13.07.2011 at 12:51

    Was heißt denn “werden sich wiederfinden”? Gibt’s irgendjemand, der Groupon NICHT auf dem Smartphone nutzt? Die Gruppe dürfte statistisch vernachlässigbar sein. Das ist doch gerade der Clou, dass die push-Benachrichtigung beim morgendlichen Entsperren gelesen werden MUSS. Und geolocation ist der einzige Grund, warum Groupon überhaupt fliegt. Würde mich kaum interessieren, wenn da morgens ein Deal aus Miami angezeigt wird. Google und Facebook hatten da leider gar nicht mitzureden und bieten jetzt ähnliche Services an, aber dem Marktführer werden sie wohl so schnell nicht gefährlich werden. Dann schon eher LivingSocial, machen gerade US-weit Radiowerbung und die Deals sind mindestens geau so gut.

  27. EricSchreyer 16.08.2011 at 19:43

    Die prekäre Lage bei GROUPON in einer aktuellen Übersicht:

    http://www.valuation-in-germany.blogspot.com

  28. Hat bereits jemand Erfahrungen mit Yopoly.de (Bonuskarten auf dem Handy)?

  29. Wer braucht schhon Groupon, wenn es Gutscheine auch überall umsonst gibt? Das Konzept Groupon geht in Deutschland außerdem nicht auf, da es zu wenige Käufer gibt.

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