Ausser Groupon. Der IPO von Groupon ist in aller Munde, mit Dollarzeichen in den Augen wird vor Überbewertung gewarnt, wird von der nächsten Blase im Internet gesprochen, wird thematisiert, daß die Gründe schon Hunderte Millionen Dollar eingesackt haben, obwohl Groupon weiterhin viel Geld benötigt. Groupon polarisiert.
Ich glaube, niemand braucht Groupon. Groupon ist in der aktuellen Phase kein nachhaltiges Business. Sicher, es werden aufregend große Zahlen präsentiert und jede Woche gibt es einige neuen Firmen, die ebenfalls mit Coupons das große Geld machen wollen. Aber Groupon hat ein Geschäftsmodell, das vor allem massiv Groupon und ihren Gründern sowie Investoren nützt. Allen anderen eher nicht. Groupon verspricht hohe Rabatte, aber genau hier steckt der Haken. Unternehmen werden Kunden zugeführt, die vor allem auf den massiven Rabatt aus sind, bzw. sich zu einem Impulskauf haben hinreissen lassen. Hier verdient erst einmal Groupon, denn das Groupon nutzende Unternehmen und der Kunde zahlen bereits jetzt schon für Groupon, und wer verdient bislang? Eben. Groupon. Zum Aufbau eines Kundenstamms lohnen sich die Schnäppchenjäger allerdings nicht, da sie vornehmlich auf Schnäppchen ausgerichtet sind und gar kein Interesse haben, ein Abendessen in einem teuren Restaurant für den vollen Preis zu bezahlen, um nur eine Art der Nutzung zu nennen. Unternehmen investieren also über Groupon in Kunden, die sie eigentlich nicht wirklich wollen, denn sie sorgen zwar für ein volles Haus, aber wenig wiederkehrenden Umsatz. Die Methode sorgt für viel verbrannte Erde, d.h. Groupon muß permanent Unternehmen finden, die Groupon noch nicht genutzt haben und sich davon viele Kunden versprechen. Das System sorgt dafür, daß Groupon noch dazu pausenlos die bestehenden Nutzer mit Emails penetrieren muß, damit diese die Coupons kaufen, die sie eigentlich nicht brauchen und aus Sicht von Groupon auch hoffentlich nie einlösen, denn dann bleibt mehr Geld in der Kasse von Groupon.
Tolles Geschäftsmodell. Aus Sicht von Groupon. Für die allermeisten Unternehmen wird Groupon einen einmaligen Versuch darstellen, um an Kunden zu kommen. Für die Nutzer wird es zunehmend nervtötender werden, da immer penetranter für Coupons geworben werden wird. DIe Gründer und Investoren der ersten Runden sind fein raus. Alle anderen haben Dollarzeichen in den Augen und werden in spätestens einem halben Jahr davon reden, daß Groupon in die nächste Phase seines Geschäftsmodell eintreten wird, was mit massiven Umstrukturierungen verbunden sein wird und am Ende kauft Ebay an der Börse Groupon für einen Schnäppchenpreis.
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