Google Chromebook – was fehlt?

Nachdem ich jetzt mit dem Google Chromebook in der Cloud arbeite, sind mir natürlich einige Sachen aufgefallen, die nicht so prickelnd sind. Ich finde das generelle Konzept super und denke, daß viele Nutzer mit einem Browser alles erledigen können, was sie im Web tun wollen. Aber es gibt einige Aspekte am Google Chromebook, die gerade diesen Nutzern den Umgang mit dem Google Chromebook und dem Konzept Cloud erleichtern.

Was fehlt?

Es fehlt eine ordentliche Einführung in das Konzept Chromebook und seine Nutzungsmöglichkeiten. Es gibt lediglich ein kurzen User Guide, in dem kurz und knapp die Nutzung erklärt wird. Es gibt aber leider keinerlei sinnvoll nutzbare Einstellungshilfen, die es auch eher unbedarften Usern ermöglichen, die verfügbaren Dienste zu nutzen. Man sollte Nutzern erklären, wie sie Gmail, Kalender, oder ähnliches als Tab festheften können, aber auch, wie sie andere Dienste nutzen können, die nicht zum Google Universum gehören. Nicht jeder Nutzer probiert gerne aus, was sich hinter grossen Buttons verbirgt, sondern benötigt eine bessere Nutzerführung. Es muß vor allem besser erklärt werden, was es bedeutet, wenn man keine wirklich nutzbare Festplatte hat, sondern alles im Netz speichern muss. Da hilft nicht der Hinweis, dass Chrome einen Webstore hat, in dem man viele tolle Sachen finden kann. Nutzer brauchen hier eine konkrete Führung, damit sie sich nicht verloren fühlen. Was macht man mit seiner Musik, mit den Photos, wie kann ich Videos abspielen, womit kann ich Bilder bearbeiten, was mache ich mit meinen Skype-Kontakten? Die Nutzer werden viele derartige Fragen haben und Google muß dies antizipieren und den Nutzern zeigen, wie man derartige Dienste auf dem Chromebook nutzen kann, oder welche Ausweichmöglichkeiten sich bieten.

Es fehlt ein vernünftig grosses Einstellungsmenü, da reicht nicht ein kleiner Button rechts oben, der dann noch Optionen verbirgt, die über den reinen Browser hinausgehen. Auch wenn man nur in der Cloud arbeitet, so finde ich es aus Nutzersicht verwirrend, daß ich in den Browser-Einstellungen auch Optionen für das System finde. Auch hier muß mehr erklärt werden, man wird den Eindruck nicht los, daß das Chromebook-Konzept von Geeks für Geeks gemacht wurde, obwohl die eigentliche Nutzerschaft weit weniger geschult im Umgang mit einem Computer sein dürfte.

Es fehlt eine nutzbare Drucker-Lösung. Man kann nicht ein Laptop anbieten, mit dem man nicht einfach drucken kann. Ich habe unter Zurhilfenahme meines Macbook Air versucht, unseren HP Photosmart C5100 mittels Google Print zum Drucken zu bewegen. Nach 15 Minuten erfolglosem Hin- und Hergeclicke habe ich es aufgegeben. Das wird für viele Nutzer ein absoluter Showstopper sein, bzw. zu massivem Frust führen. Die Nutzerführung bei Google Print lässt extrem zu wünschen übrig und erklärt auch wieder zu wenig.

Es fehlt generell eine Fokussierung auf den Nutzer, damit dieser sich abgeholt fühlt und sich in der neuen, reinen Web-Umgebung besser zurecht findet. Das Google Chromebook kann das Laptop für die Massen werden, muß dafür aber dem Nutzer den Einstieg besser ermöglichen.

5 Antworten auf „Google Chromebook – was fehlt?“

  1. Ich befürchte, dass das Chromebook eben nicht für den Otto-Normal-Benutzer gedacht ist. Kann mich auch nicht daran erinnern, dass dies kommuniziert wurde. Es ist eher für den gemeinen Außendienstmitarbeiter gedacht, der unterwegs damit in der Cloud arbeiten soll. Ach ja, und eben für Geeks. Ich hatte es neulich getestet und war tatsächlich 20 Sekunden nach dem Einschalten vollständig arbeitsfähig. Dies kann nicht jeder, aber ich bereite mich eben seit 1,5 Jahren auf genau dieses Chromebook vor. Das war anfangs nicht leicht, aber glücklicherweise haben viele Dienste inzwischen alles im Portfolio, was ich brauche. Nur Coding muss ich noch über eine SSH-Verbindung machen. Für mich genau das Richtige, aber ich empfehle niemandem, der das Teil für mehr als nur auf der Couch surfen benutzen will, sich ein Chromebook zu kaufen. Meines trifft wohl endlich am Samstag ein. Vorbestellt ist es ja :-)

  2. @mthie tja, ich verstehe nicht, wieso man das chromebook zum coding nutzen sollte. eher zum casual browsing oder zum professionellen nutzen von web-anwendungen.

  3. @NicoLumma das Ziel war, den gesamten Arbeitstag in die Cloud zu verlagern. Und wenn ich damit abends auf dem Sofa sitze und „mal kurz was bauen will“ möchte ich nicht ins Büro fahren müssen, um dies zu tun.

  4. Sag, Nico, weißt du, was man tun kann, wenn man das Chromebook vor einem eventuellen Kauf mal testen möchte? Bei Saturn und Konsorten stehen die ja nicht herum.

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