Social Media Maschinen sind keine Lösung

Ach, wenn ich das schon lese: Social Media Tool Tweriod ermittelt die optimale Zeit zum Twittern – was für ein Blödsinn.

Unternehmen nutzen Social Media, um Kommunikation mit menschlichem Antlitz hinzubekommen. Wenn man jetzt jeden Tweet durchoptimiert nach Thema und Uhrzeit, um die maximale Response zu bekommen, dann wird die Response mittelfristig sein, dass Nutzer sich abwenden, weil sie sich ausgenutzt fühlen. Nutzer sind nicht doof. Wer jeden Tweet zu lange abwägt und die optimale Tweetzeit finden will, der verscherzt es sich schnell, denn die Nutzer erwarten, daß nach all den Jahren der Durchoptimierung, der Callcenter-Wartschleifen und Tastendrück-Menüs endlich wieder Menschen normal kommunizieren.

Was kommt als Nächstes? Ein Twittertool, das nicht nur die Uhrzeit vorschlägt, sondern auch SEO-Optimierungen macht und jeden Tweet ableicht mit den Follower-/Unfollowerzahlen und daraufhin Tweets permament optimiert? Glückwunsch, damit macht man sich obsolet als Unternehmen auf Twitter.

5 Antworten auf „Social Media Maschinen sind keine Lösung“

  1. Ich finde das wird hier etwas zu sehr schwarz/weiß gesehen. Das beschriebene Szenario ist natürlich absolut unförderlich für den Grundgedanken von Social Media und steht jeglicher Spontanität gegenüber. Dennoch finde ich, dass man das Tool sehr wohl für sich nutzen kann und es nicht absoluter Quatsch ist. Wer Social Media verstanden hat, wird mit dem Tool noch lange nicht zum Roboter!!

  2. Grundsätzlich d’accord. es gibt aber messages, dei man ggf nicht als Antwort sendet sondern eben ‚irgendwann‘, wenn man dann weiss, dass jetzt am meisten zuhören. OK, das Problem tacht dann wieder auf, dass alle ja gleichzeitiig zuhören und… endflessly on. Mich fragen halt eine Kunden schon oft, wie sie das effizient machen. So ein Tool (ich teste grade timely.is mit 1 Tweet/Tag) ist jedenfalls testwürdig.

  3. @bosch Den ‚Doppeltenkonjunktivdetektor‘ muss erst noch jemand bauen ;)

  4. Ich sehe auch ein Problem darin, dass wir unsere Kommunikation immer mehr zu „optimieren“ versuchen – auch #Klout ist unter diesem Gesichtspunkt kritisch zu betrachten. Oder um es mit Jaron Lanier zu sagen: „Technologie sollte sich unseren Bedürfnissen anpassen, nicht wir uns der Technologie“. Dazu hatte ich vor einiger Zeit mal was gebloggt:http://kulturcafe.posterous.com/meinungsfuhrer-oder-marionette

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