Das neue Sicherheitsproblem: Facebook-Party

Bin Laden ist tot und der Sommer steht vor der Tür. Das ist die ideale Möglichkeit für Innenpolitiker, sich neue Grausamkeiten zu erdenken, vor denen die Bürger geschützt werden müssen: Innenminister fordern Verbot von Facebook-Partys.
Die Republik wird in ihren Grundfesten erschüttert, denn nach der durch eine StudiVZ-initiierten Party auf Sylt vor einigen Jahren gab es dieses Jahr schon zwei große Parties in Hamburg und Wuppertal. Das darf so nicht weitergehen, sonst ist die öffentliche Ordnung in Gefahr.

Laut Schünemann müssen die Länder die geltenden Gesetze „konsequent“ anwenden und zugleich ihre Aufklärungsarbeit bei Jugendlichen und Eltern verbessern. Nötig sei ein „Internet-Führerschein“ in den Schulen, um über die Gefahren von Facebook aufzuklären. „Die Jugendlichen wissen doch oft gar nicht, was sie anrichten“, sagte Schünemann.

Nicht nur die Jugendlichen, sondern auch die Innenminister wissen oft nicht, was sie anrichten. Panikmache hilft hier überhaupt nicht, sondern allenfalls Aufklärung. Oder fürchten sich hier Politiker generell davor, daß über Facebook massenhaft Menschen mobilisiert werden können?

4 Antworten auf „Das neue Sicherheitsproblem: Facebook-Party“

  1. Gestützt wird das ganze von „den klassischen Medien“, die begeistert ein Thema haben, mit dem sie das Web als gefährlich für die gesamte gesellschaftliche grundordnung darstellen können – ich hatte mich letztes schon drüber ausgelassen (http://www.jawl.net/facebook-party/2011-06-20/) Hoffen wir nur, dass es im politischen Rahmen eher in die Reihe „Sommerloch-Absurditäten“ fällt …

  2. Innenminister fordern Verbot von Facebook-Partys? – Ich freue mich auf tolle Google+ Partys!

    Und meine Meinung zum Internetführerschein ist ja bekannt: http://bit.ly/ggpVsi

  3. So funktioniert Politik:

    Sachen sind ein bisschen anders –> Bild macht den Leuten Angst davor –> (Dumme) Menschen machen sich Sorgen –> Politiker plappern hirnlos nach, was in der Bild steht –> Politiker werden von den Leuten gewählt

    Es wäre ja lustig, aber eigentlich ist es nur sehr sehr traurig. (vgl. auch: Gammelfleisch, Fremdarbeiter, Aussterben der Deutschen, Graffiti-Sprayer, usw. usf.)

  4. @abstechen Bleibt ja eigentlich nur, so oft es geht kluge Artikel irgendwohin zu schreiben – zB ins Internet – um auch andere meinungen in den Topf zu werfen …

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