Die 1,1 mio € App – subventioniert vom BMWi

Nico —  7.07.2011

Die FDP, Vorreiter nicht nur im Abbau des Entwicklungshilfeministeriums sondern auch der Subventionen, stellt den Wirtschaftsminister in der schwarz-gelben Bundesregierung. Und man sollte meinen, es geht dort den Subventionen an den Kragen, insbesondere den unnützen. Aber weit gefehlt.

Mit 1,1 Mio € wird eine Mitfahrervermittlungs-App subventioniert, die auf den schönen Namen Green Mobility hört und Teil des europäischen Geldvernichtungsprojektes Theseus ist.

Die Story ist absolut absurd, zumal es bereits Apps gibt, die Mitfahrgelegenheiten vermitteln und daher kaum öffentliche Gelder für das Erstellen von Konkurrenzprodukten verschleudert werden sollten. Auf dem Blog Bitterlemmer wurde die gesamte Hirnrissigkeit des Unterfangens Green Mobility zusammengestellt:

Die App von Green Mobility gibt es dagegen noch nicht. An der brütet derzeit die Karlsruher Softwarefirma B2M. Die Förderung des Ministeriums wird stolz auf der Webseite vermerkt. Die App gehe demnächst in die “Evaluierungsphase”, sagte mir Projektleiterin Anke Thede. Später werde sie dann zunächst kostenfrei angeboten. Die Daten stammten von der Mitfahrvermittlung Raumobil – eine vergleichsweise mäßige Wahl angesichts eines Angebots von vielleicht drei, vier täglichen Fahrten auf meiner Strecke Berlin-München. Die öffentliche Förderung sei dennoch angebracht, sagt Anke Thede, nachdem ich sie auf die Konkurrenzlage ansprach. Der “innovative Ansatz” von B2M liege in der “Middleware”. Die sorge für besonders schnelle Datenübertragung auf Mobilfunkgeräten. Außerdem ermögliche sie zusätzliche Features wie die automatische Ermittlung des Standortes und einiges mehr, worüber sie noch nicht sprechen wolle, um die Mitbewerber nicht hellhörig zu machen. Überprüfen lässt sich diese Auskunft derzeit nicht.

Na, da sind wir ja alle auf die Veröffentlichung der App gespannt. Meine Prognose: die App braucht kein Mensch.