Ist das Chromebook reif für den Business-Einsatz?

Steven J. Vaughan-Nichols stellt auf dem ZDNet Networking-Blog Five Chromebook concerns for business vor und erklärt, daß derzeit das Chromebook noch nicht geeignet sei für den Arbeitsplatz.

Gucken wir uns doch die fünf Punkte einmal an.

Punkt 1 ist das VPN, bzw. die eher komplizierte Einrichtung von VPN auf dem Chromebook. VPN ist immer noch im Stadium „experimentell“ und wird daher nicht überall funktionieren. Ich bin mir nicht sicher, wofür VPN beim Chromebook benötigt wird, da ja eh davon ausgegangen wird, daß alle Daten in der Cloud liegen, insbesondere in der Google Cloud.

Punkt 2 ist die fehlende WLAN-Sicherheit. Dies ist in der Tat eher problematisch. Ich habe im Büro WLAN schlichtweg nicht zum Laufen bekommen, da sowohl das Extensible Authentication Protocol-Transport Layer Security (EAP-TLS) als auch das Lightweight Extensible Authentication Protocol (LEAP) derzeit nicht standardmässig unterstützt wird.

Beide Punkte kann ich gut nachvollziehen, das ist nicht vermittelbar und sollte schleunigst gefixt werden.

Punkt 3 ist der Filemanager, den Vaughan-Nichols als nicht ausgereift ansieht, da die üblichen Doppelclick-Aktionen nicht funktionieren, sondern die Dateien in die Google Cloud hochgeladen werden müssen und dann in GoogleDocs konvertiert werden. Ich würde sagen, daß der Autor hier die Idee eines eigentlich ohne Festplatte auskommenden Netbooks nicht verstanden hat. Das Chromebook arbeitet Cloud-basiert und daher ist es völlig normal, daß auf das Filesystem keinen Wert gelegt wird.

Punkt 4 ist der Hinweis auf die schlechte Zugänglichkeit zu System-Funktionen des Chromebooks, vor allem der Shell. Nun ja, das Chromebook ist konzipiert für den Endnutzer ohne jegliche Ahnung von IT, der sollte niemals eine Shell zu Gesicht bekommen und auch für die Admins sollte möglichst keinerlei Konfiguration notwendig sein. Diesen Punkt kann ich nicht nachvollziehen.

Punkt 5 ist die eher fehlende Dokumentation. Da gebe ich Vaughan-Nichols durchaus Recht. Eigentlich sollte ein Chromebook selbsterklärend sein, aber es gibt Themen wie WLAN und vor allem das Einrichten eines Druckers über Google-Print, was ohne Dokumentation eher umständlich ist. Hier sollte in der Tat nachgelegt werden.

Ist das Chromebook also nicht geeignet für den Business-Einsatz? Nun, ich denke, für viele Standard-Arbeitsplätze, bei denen es nur um Mail, Kalender, Web und Textverarbeitung geht, reicht das Chromebook vollständig aus, seine Stärken werden natürlich ausgespielt, wenn auch Google Apps im Unternehmen eingesetzt wird. Aber in der Tat muß Google noch einiges tun, um die Attraktivität des Chromebooks zu verbessern.

4 Antworten auf „Ist das Chromebook reif für den Business-Einsatz?“

  1. VPN ist gerade für administrative Webanwendungen im Unternehmen nicht ganz irrelevant…

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