Die meisten Apps von Marken floppen

Foto: Wolf Gang. Lizenz: CC BY-SA 2.0

Studien, die das belegen, was man schon immer vermutet hat, sind doch die Schönsten. In diesem Fall hat Deloitte herausgefunden, daß weniger als 1% aller Apps mehr als 1 Million Mal heruntergeladen wurden und kaum genügend Apps gefunden wurden, die relevant genug waren für die Studie, was die Download-Zahlen angeht.

Or, to put that latter stat another way: 80% of branded apps analysed by Deloitte had been downloaded less than 1,000 times. This, despite the fact that every month, the three stores in the study generate 1.6bn downloads – 1bn for Apple’s App Store, 500m for Google’s Android Market and 90m for Research In Motion’s BlackBerry App World.
"Brands view apps as a golden opportunity to communicate directly with consumers and in a more meaningful, long term manner," says Howard Davies, media partner at Deloitte. "When brands get it right, the returns can be huge." The problem appears to be that most are getting it wrong.

Woran das liegt?

Drei Gründen werden angeführt:
1. Die App bietet keinen Mehrwert und ist eine reine Marketing-App.
2. Andere Apps ziehen weit mehr Aufmerksamkeit auf sich, wie z.B. Angry Birds.
3. Die Apps werden nicht genug beworben.

Bei Apps sehen wir derzeit genau dasselbe, was man Ende der 90er Jahre im Web gesehen hat. Plötzlich meinen alle, Apps haben zu müssen und dann kennt der Sohn vom Nachbarn des Chefs jemanden, der das günstig umsetzen kann. Dann hat man eine App, genauso wie man damals eine Homepage hatte. Der Mehrwert fehlt und niemand weiß, daß es die App gibt. Aus der Kombination kann nichts werden, außer daß der Verantwortliche später seinem Chef berichten kann: „App haben wir schon ausprobiert, hat nichts gebracht!“ Ich nenne es das „Sohn vom Nachbarn“-Syndrom. Das „Sohn vom Nachbarn“-Syndrom grassiert gerade massiv in den Marketing-Abteilungen dieser Welt.

Marken-Apps funktionieren, wenn sie Teil einer Mobile-Strategie sind, wenn sie einen Mehrwert bieten, handwerklich gut gemacht sind, auf die Marke einzahlen und vernünftig in den App-Stores beworben werden. Wenn dafür kein Budget vorhanden ist, sollte man sich überlegen, ob eine App wirklich notwendig ist. Eine schlechte App wird nicht positiv für die Marke sein, da kann man sich noch so sehr eine First-Mover-Advantage einreden.

Das „Sohn vom Nachbarn“-Syndrom sorgt dafür, daß Haufenweise Marken-Apps auf den Markt gespült werden, die niemand braucht, vor allem der Nutzer nicht. Sollte eine derartige App doch von einem Nutzer gefunden werden, schadet sie eher der Marke. Eine Marken-App muß Teil der Mobile-Strategie sein und in ein schlüssiges Vermarktungskonzept eingebettet sein – aber vor allem muß sie einen Mehrwert für den Nutzer bieten.

11 Antworten auf „Die meisten Apps von Marken floppen“

  1. Bei uns sind das immer die Mikis und Kukis (Mitarbeiterkinder und Kundenkinder).

  2. ich stimme zu und weine um das co2 und die lebenszeit, die für diese wiederholungsfehler draufgeht.

  3. Wir sehen diesen Effekt schon seit zwei Jahren. Ich glaube, er hat jetzt seinen Höhepunkt erreicht. Viele Unternehmen haben mit den ersten Apps ordentlich Geld verbrannt (siehe die VZ-Gruppe als ein Beispiel) und gehen es jetzt im zweiten Anlauf ruhiger an. Wer jetzt noch eine „App macht“, weil er das für innovativ oder chic hält, muss die letzten Jahre wirklich tief und fest geschlafen haben. Darüber hinaus sind diese Unternehmen sogar noch blind und lernen nicht aus den Fehlern, die bereits mit Apps gemacht wurden, ganz zu schweigen, dass das alles im stationären Internet schon mal da war. Mobile ist ein Bestandteil einer schlüssigen Marketing- und Kommunikationsstrategie. Wer hier in Insellösungen denkt und handelt hat das Ganze nicht verstanden. Das ist nicht neu, aber Leute wie wir sind ja dafür da, das immer wieder zu erklären, gelle? ;-)

  4. Warum soll es diesmal Anders sein, als bei Multimedia-CDs, beim Web, bei eCommerce oder Second Life?

    Das Ganze wirft leider ein relativ erschreckendes Licht auf die Entscheidungskultur in Unternemen, weil ein gewisser Anteil an Sachverstand bei Entscheidungen offensichtlich erst nach mehrfacher blutiger Nase einsetzt.

  5. @aNo_nym dazu kommt mglw auch: je größer das unternehmen, umso weniger fallen die gebrochenen nasen auf, weil schon wieder im nächsten unternehmen oder weil nasenbruch eben auch kein beinbruch ist.

  6. Amüsant in diesem Zusammenhang die Jimdo-Werbeeinblendung unter dem Post.

    Tschuldigung, den konnte ich mir nicht verkneifen. Ansonsten Zustimmung

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