Archives For August 2011

Drück den Like-Button!

Nico —  31.08.2011 — 2 Comments

"Like This", 2011

Dieser Like-Button ist ein Projekt von Mario Klingemann, der basierend auf einer Arduino-Platine eine Möglichkeit geschaffen hat, das physikalische Drücken eines Like-Buttons zu ermöglichen, inklusive Hochzählen der Anzahl der Likes. Mario Klingemann erläutert die Idee wie folgt:

It is not connected to Facebook since for obvious reasons it is not possible to register a “like” for another person without being logged in. Only the button design has been borrowed since it is such a cultural icon already and most people will immediately understand how to use it.
Technically it contains an Arduino which takes care for permanently storing the count of button presses (so they do not get lost when the power is detached) and which also controls the display. Also what cannot be seen on the still photo is that you have to press the button for about a second during which a progress bar appears in order for your “Like” to count – so people who do not like it but still want to touch it can do so.
The idea was to create a self-referential artwork that shows how many people like it. Apart from that I find it interesting to have an object in a gallery or show that is not only allowed to be touched but actually supposed to be.

Ich glaube, wenn man einen derartigen Button wirklich bei einem Restaurant oder einem Laden anbringen würde, die zufriedenen Kunden würden den Knopf drücken und davon ausgehen, daß sie damit ihre Meinung auch bei Facebook zum Ausdruck bringen.

[ via MAKE | Who Could Resist Pressing this Facebook “Like” Button? ]

Bengalo Surfing

Nico —  31.08.2011 — Leave a comment

Flaresurf


Der Profi-Surfer Bruce Irons erzählt, wie er mitsamt Bengalos gesurft ist während der Red Bull Minor Threat Tour. Sehr cool.

[ via Surfers Riding Waves With a Lit Flare Attached To Back of Surfboard via Super Punch ]

Die Cloud ist derzeit allgegenwärtig und erlaubt immer mehr Unternehmen, auf eine flexiblere IT-Infrastruktur zurückzugreifen. Daten werden in der Cloud gehalten und der physikalische Ort wird immer weniger relevant. Allerdings gilt das bislang nicht für die Netzwerk-Ebene, denn hier ist der Ort durchaus ein limitierender Faktor, wenn es um die Zusammenführung von Ressourcen geht. Steve Herrod, CTO von VMware, vergleicht dies auf seinem Blog mit dem Telefonnetz, das bis zur Einführung der Mobiltelefonie eben auch sehr ortsgebunden war. Daher führt VMware jetzt VXLAN ein, entstanden aus einer Zusammenarbeit mit Cisco und anderen Unternehmen der Branche. VXLAN (Virtual eXtensible LAN) soll das Zusammenschliessen von Netzwerken über die Cloud ermöglichen und damit die bisherigen Restriktionen aufheben.

Using “MAC-in-UDP” encapsulation, VXLAN provides a Layer 2 abstraction to virtual machines (VMs), independent of where they are located. It completely untethers the VMs from physical networks by allowing VMs to communicate with each other using a transparent overlay scheme over physical networks that could span Layer 3 boundaries. Since VMs are completely unaware of the physical networks constraints and only see the virtual layer 2-adjacency, the fundamental properties of virtualization such as mobility and portability are extended across traditional network boundaries. Furthermore, logical networks can be easily separated from one another, simplifying the implementation of true multi-tenancy.

VXLAN

So soll es künftig möglich sein, virtuelle Instanzen miteinander zu vernetzen, komplett unabhängig vom jeweilen Standort in der Cloud oder im Rechenzentrum. VXLAN ist als Draft beim IETF eingereicht: VXLAN: A Framework for Overlaying Virtualized Layer 2 Networks over Layer 3 Networks und dürfte allein aufgrund der Unterstützung in der Branche zum Standard werden.

Uli HeggeKürzlich hatte ich 7 Fragen zum Datenschutz gestellt und heute antwortet netterweise Uli Hegge. Uli Hegge ist Medienunternehmer, war zuletzt Chef des Burda iLabs und davor Gründer des Behavioral Targeting Anbieters Wunderloop.

Was ist problematisch an Widgets, Tracking-Pixeln und eingebundenen Werbeplätzen?

Allen gemeinsam ist das Verlassen der “sichtbaren Gefilde”, d.h. es werden Daten mit externen Systemen ausgetauscht. Per se ist das nicht problematisch, es kommt natürlich auf die Art der ausgetauschten Daten an.
Nur im Einzelfall lässt sich beurteilen, was wirklich passiert. Und für das Verständnis und die Beurteilung ist (falls die entsprechende Offenlegung des Externen fehlt) technisches Verständnis erforderlich, das weit über das des Durchschnitts-Nutzers hinausgeht.
Es ist durchaus möglich, bei der Nutzung nach deutschem Recht Datenschutz-konform zu sein – wenn die Datenschutzrichtlinie korrekt formuliert ist, und eine entsprechende Anonymisierung erfolgt oder wirksam eingeholte Einwilligungen vorliegen.

Was ist so schlimm am Like-Button?

Das er manchmal Seitenaufrufe verlangsamt ;) – Nee, im Prinzip gilt das Gleiche wie für alle Einbindungen externer Plug-ins, siehe oben. Das Besondere des Like-Button ist die automatische Übertragung der IP-Adressen aller Besucher, die eine Site mit dem Like-Button aufrufen. Die IP-Adresse, auch eine dynamische, wird von Datenschützern ganz überwiegend als personenbezogen und damit als datenschutzrechtlich relevant angesehen.
Falls, wie Facebook sagt, die IP-Adressen der deutschen Besucher so anonymisiert werden, dass sie nicht personenbezogen sind, wäre der entsprechende Kritikpunkt hinfällig. Allerdings ist eine für deutsche Datenschützer ausreichende Anonymisierung nicht so trivial, wie sie sich zunächst anhört (die letzten 3 Zahlen filtern, beispielsweise). Entscheidend sind u.a. der Zeitpunkt, zu dem die Anonymisierung stattfindet, und wer diese durchführt. Sobald eine theoretische Möglichkeit bestünde, dass der Anbieter aus für ihn im Zugriff befindlichen Daten einen Personenbezug rekonstruieren kann, wäre das nach dieser Ansicht schon ein K.o.-Kriterium. Die vermeintliche Anonymisierung wäre keine.

Was passiert, wenn Unternehmen tracken können, was ich als Nutzer online mache?

Hmm, bisschen offene Frage, oder? Inhalte, Produkte, Werbung können relevanter sein, die User Experience verbessert werden… oder ich werde ausspioniert, aufschlussreiche private Daten verwertet und ich bekomme in meinem ganz realen Leben Probleme.
Und genau das ist das Spannungsfeld, das sich um dieses Thema spannt.

Warum tracken Unternehmen eigentlich, was die Nutzer im Web alles machen?

Siehe vorherige Frage: Um bessere Angebote zu machen, und damit mehr Geld zu verdienen. Und dafür ist es für fast alle Business Modelle nicht wirklich relevant, ob da “Uli Hegge” sitzt. Sondern ob da jemand ist, der gerade oder grundsätzlich Interesse an … haben könnte. Auch für die Verbesserung von Datenmodellen ist, sofern es nicht um Direktmarketing geht, “Uli Hegge” als Individuum irrelevant.
Die böse Variante: Um Nutzer auszuspionieren, und dann eben damit Geld zu machen. Allerdings: Richtige Bad Guys setzen Malware ein, weil typischerweise die durch Standard-Tracking erhobenen Daten für “skalierende kriminelle Aktivitäten” kaum ausreichen dürften. Warum? Siehe nächste Frage:

Haben die jetzt wirklich meinen Namen, Adresse, Bankverbindung,
Hobbies, Freunde und Anzahl plus Namen der Haustiere? Und wie machen
die Unternehmen damit jetzt Geld?

Für die in der ersten und zweiten Frage genannten Dienste: Nein, zumindest wäre mir das nicht bekannt bisher. Da muss ich schon noch selbst bei einem Kauf/Gewinnspiel/… aktiv diese Angaben machen.
Und Geld wird z.B. durch mehr Nutzung = höhere Werbeerlöse / bessere Produktangebote = höhere Conversion/Upsells / präzisere Zielgruppenaussteuerung = höhere Kontaktpreise verdient.

Es gibt doch das Safe-Harbour-Abkommen mit den USA, also ist doch alles halb so wild, oder?

Tja, wenn das wirklich nachvollziehbar und kontrollierbar wäre. Und hat schon mal jemand versucht, Ansprechpartner für die Informationspflicht der US-Unternehmen zu finden, und das auch durchzusetzen? Ich kenne (noch) niemanden.
Abgesehen davon sind die Anforderungen, gemessen an den aktuellen Diskussionen, nicht gerade anspruchsvoll.

Was sollte passieren, um Datenschutz zu gewährleisten, ohne den Unternehmen die Möglichkeit zu nehmen, die Nutzerdaten zu monetarisieren? Die wollen ja auch irgendwie Geld verdienen mit kostenlosen Diensten, oder?

Das mit dem Geld verdienenen funktioniert teilweise schon gar nicht so schlecht – allerdings nur für die wirklich Großen wie Google und Facebook. Durch die (notwendige) Masse an Daten und deren derzeit mehr oder weniger geschickte Nutzung ist die Qualität der Services (meist) sehr gut und eine ständig optimierte Vermarktung möglich.

Das Verständnis von “Datenschutz” muss sich grundsätzlich wandeln, die entscheidenden Fragen neu gestellt und beantwortet werden: Wer oder was muss vor wem geschützt werden? Die bisherigen Denkmodelle hinter den Gesetzen und deren mehrheitlicher Auslegung sind definitiv nicht auf die Internationalität und die technischen Möglichkeiten des Internets ausgelegt.

Kurzform: Was tatsächlich passiert, wie das kontrolliert werden kann, und wie die Nutzer mit ihren Daten umgehen können (wenn sie wollen), sind meiner Meinung nach die zentralen Fragen.
Ist es beispielsweise möglich, die technische und rechtliche Bewertung in ein simples, verpflichtendes und zertifiziertes Ampel-Modell zu bringen? Nur als Denkanstoss: Grün ist anonym, Gelb bedarf expliziter Nutzerentscheidungen, Rot ist personenbezogen und verlangt nach Opt-in. Und diese Informationen gibt es an einer zentralen Stelle auf jeder Site für alle genutzten Dienste, in einem einheitlichen Format.
Die Zertifizierung bedingt klare, verpflichtende Regelungen mit eindeutigen Zuständigkeiten. Das heisst das Gegenteil von dem, was gerade in der EU passiert.
Und die Back-ends können über sichere (ja, ich weiß) APIs gegenseitige standardisierte Abfragen machen. Verschiedene Anwendungen nutzen die gleiche Privacy-Infrastruktur, während der Nutzer über seinen Key den zentralen Access kontrolliert. Eingesetzt wird es vom Browser-Plugin bis zum personalisierten Fernseher.

Wahrscheinlich in der Form kompletter Blödsinn, aber ich halte es für notwendig, andere Denkrichtungen mal in Praxis-Szenarien zu übersetzen.

Eine Anmerkung zum Schluss: Relevant ist übrigens auch sicher die Beobachtung, dass in jeder Befragung die Nutzer ganz überwiegend superharte Datenschutz-Regelungen und entsprechende Funktionen fordern. Tatsächlich gibt es reichlich Beispiele, dass überhaupt nicht reagiert wird, sobald die wahrgenommenen Vorteile überwiegen. Zuletzt schön zu beobachten beim Versuch deutscher Social Networks, sich über das Thema Datenschutz in Abgrenzung zu Facebook zu profilieren und Nutzer zu gewinnen – der Erfolg ist an den Nutzerzahlen abzulesen.

Vielen Dank!

Neben den von mir gestellten 7 Fragen zum Datenschutz sind bislang außerdem 7 Antworten zum Datenschutz: Christoph Kappes, 7 Antworten zum Datenschutz: fukami und 7 Antworten zum Datenschutz: Martina Pickhardt in der kleinen Interview-Reihe erschienen.

Adventure World - Grab Life by the Boulders!

Zynga hat das nächste Spiel announced: Adventure World. Der Slogan “Grab Life by the Boulders!” lässt darauf schließen, daß Zynga hier so eine Art Indiana Jones als Spiel aufleben lässt, so daß man zusammen mit seinen Freunden Abenteuer übersteht und Rätsel löst.

Zynga hat derzeit 275 Millionen monthly active Users (MAU) und sollte daher in der Lage sein, auch dieses Spiel sehr schnell zu den Top-Spielen zu machen. Cityville rangiert derzeit mit 75 Millionen MAU auf Platz 1 der Apps bei Facebook, das erst kürzlich genlaunchte Empires & Allies wird von immerhin 42 Millionen Menschen monatlich gespielt und auch Farmville hat immer noch 35 Millionen MAU.

Adventure World dürfte auch zügig unter den Top-Spielen auf Facebook landen, das wird allein schon im Interesse Facebooks sein, die ja einen interessanten Deal mit Zynga gefunden haben und anständig an Zyngas finanziellen Erfolgen partizipieren.