Was macht die Lebensmittelklarheit eigentlich so?

Nico —  1.08.2011

Wir erinnern uns, vor zwei Wochen ist mit viel PR-Getöse die Website Lebensmttelklarheit.de gestartet – für Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner sei das neue Portal wichtig für umfassende Verbraucherinformation und mehr Transparenz: „Wir fördern den Dialog, das ist das Gegenteil von Pranger.“ Nun ja, dann kann man ja zwei Wochen nach dem Ansturm auf Lebensmittelklarheit.de mal gucken, was mittlerweile aus dem Portal geworden ist. 750.000 € soll die Entwicklung der Website gekostet haben, aber leider war Lebensmittelklarheit.de an den ersten Tagen kaum erreichbar. In den nächsten zwei Jahren sollen 775.000 € aufgewendet werden, um Lebensmittelklarheit.de zu betreiben. Ein Blick auf das Portal zeigt seit über einer Woche eine entscheidene Neuerung:

Wir freuen uns über das nach wie vor große Interesse, die zahlreichen Anfragen und Produktmeldungen. Über 2.500 Nachrichten haben uns in den ersten Tagen nach dem Start dieses Portal erreicht. Wie viele der Produktmeldungen am Ende geeignet sind, um im Portal veröffentlicht zu werden, können wir zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Wir werden die Produktmeldungen schnellstmöglich sichten, bearbeiten und den Unternehmen zur Kommentierung weiterleiten.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Zentralredaktion in Hessen kooperieren eng mit den Expertinnen und Experten der Verbraucherzentralen bundesweit. Auf diese Weise hoffen wir, den Engpass aufgrund des massiven Ansturms möglichst rasch auflösen zu können.

Ansonsten: Nichts. 11 Produkte sind derzeit gemeldet. Symptomatisch für die sog. Lebensmittelklarheit ist der Beitrag zum Thema Bayerischer Leberkäse – hier nimmt die Redaktion eindeutig Stellung:

Die von der Verbraucherzentrale im Handel erworbenen „Bayrischen Leberkäse“ bestehen zu über 80 % aus Schweinefleisch. Die restlichen Zutaten bilden Wasser, teilweise Speck, Salz, weitere Gewürze und verschiedenen Zusatzstoffe. Leber enthält keiner der Bayrischen Leberkäse, was gemäß der gültigen Verkehrsauffassung korrekt ist.

Ich vermute mal, die vierköpfige Redaktion nimmt gerade Stellung zu dem Anteil von Tee in der Teewurst, ansonsten kann ich mir nicht vorstellen, warum in Sachen Lebensmittelklarheit rein gar nichts passiert.

Lebensmittelklarheit.de – eine weitere teure PR-Nummer aus dem Hause Aigner.

5 responses to Was macht die Lebensmittelklarheit eigentlich so?

  1. FriedrichB 1.08.2011 at 22:45

    Was würde die Olson Bande wohl im Hause Aigner machen :-)

  2. gregorczyk.jelena 1.08.2011 at 23:33

    Schön ist auch das sog. „Forum“

    Man könnte ja meinen dort könnte zumindest ein Informationsaustausch unter den Usern stattfinden. Ist nur leider kein Forum. Sondern ein Kontaktformular und eine FAQ Seite.

    Jede Form von Echtzeitkommunikation wird erfolgreich verhindert.

  3. TobiasBraumann 2.08.2011 at 0:22

    Also ich habe mir die Seite gerade mal in Ruhe angeschaut. Generell halte ich Sie für sehr sinnvoll und anscheinend sind ja auch schon kleine Erfolge zu sehen. Also verstehe ich deine Kritik nicht ganz zumal die Seite auch noch wirklich jung ist.

  4. NicoLumma 2.08.2011 at 8:06

    @TobiasBraumann ach komm, da wird eine Website mit enorm hohen Kosten mit viel Getöse gelaunched und dann gibt es auch Wochen später kaum Inhalte – da verstehst Du die Kritik nicht?

  5. TobiasBraumann 2.08.2011 at 18:01

    @NicoLumma Das mit den Kosten kann man schlecht beurteilen, dazu mussten Sie transparenter sein. Aber im ersten Moment empfinde ich Sie auch zu hoch.

    Jedoch finde ich die Idee hinter dieser Seite nur unterstützendswert. Die Verbraucher haben wenigstens ein kleines Instrument um sich gegen falsche Beschriftung und manchmal sogar schon arglistige Täuschung zu wehren, um den Hersteller an den Pranger zu stellen. Die Lebensmittellobby läuft nicht ohne Grund gegen die Seite Sturm. Klar ist die Seite noch ausbaufähig und die Inhalte lassen noch zu wünschen übrig. Aber da wäre konstruktiver Kritik besser angebracht als einfach draufzuhaun. Zumal deine Argumente nicht ganz stimmen und das Beispiel mit dem Leberkäse reichlich überspitzt ist. Klar ist es witzig, und eine Beanstandung zur Teewurst wird sicherlich kommen, aber das zeigt doch nur das alle Einsendungen gleich behandelt werden und gleich ernst genommen werden. Und das mit den 11 Produkten stimmt so wie du es in deinem Beitrag geschrieben hast auch nicht ganz. Hast du schon mal in die Kategorie „Produkt>Erlaubt“ bzw. „Produkt>Geändert“ geschaut? Da finden sich weitere Produkte, teilweise sogar schon mit kleinem Erfolg, die etwas bewirkt haben. Und ich weiss auch nicht was du nach 2 Wochen schon erwartest? Ich kann nur raten, aber ich denke das größte Problem ist die Stellungnahme der Hersteller einzuholen. Sowas braucht bestimmt einiges an Zeit. Die Seite ist zwar nur ein kleiner Schritt in die richtige Richtung, aber besser als auf den Stelle zu treten und uns von hinten bis vorne von der Lebensmittellobby verarschen zu lassen. Man kann nur hoffen das sich manche Hersteller auf die Finger geschaut fühlen und eine umdenken einsetzt.

    Hoffe du verstehst mich jetzt besser und weißt warum die den Artikel bzw. die Kritik teilweise ungebracht finde und mir vielleicht ein wenig mehr Objektivität gewünscht hätte.

    Schreib doch einfach nochmal in 2-3 Monaten über die Seite oder schreibt den Betreibern was dich stört anstatt auf deinem Blog. Wenn dahinter eine anständige Entwicklerfirma steht, besteht bestimmt Interesse an deinen Vorschlägen.