Arbeit und Wirtschaft in der Digitalen Gesellschaft

Nico —  6.08.2011

Zum Bundesparteitag im Dezember geht die SPD (endlich) neue Wege. Ein Onlineantrag soll jetzt dafür sorgen, daß gemeinsam mit interessierten Bürgerinnern und Bürgern das Thema Arbeit und Wirtschaft in der Digitalen Gesellschaft bearbeitet wird:

Digitalisierung durchdringt alle gesellschaftlichen Bereiche und beeinflusst unser Leben nachhaltig. Sie birgt enormes Potenzial für gesellschaftliche Teilhabe, Wissensvermehrung und Wirtschaftswachstum. Technologie- und wissensbasierte Unternehmen erschließen mit innovativen Produkten neue Märkte und erhalten und schaffen zahlreiche Arbeitsplätze. Anreize für kleinere Unternehmungen und die Schaffung und Verbesserung einer Gründerkultur in Deutschland sind deshalb wichtige politische Querschnittsaufgaben. Wir brauchen neue und mutige Ideen um kreatives Potenzial zu fördern.

Wir sehen hier einen massiven Nachholbedarf und glauben, daß die gerne postulierte kollektive Weisheit der Masse helfen kann, einen vernünftigen Antrag für den Bundesparteitag zu formulieren. Natürlich gilt es hier, die Regularien der SPD einzuhalten, aber es ist schon ein massiver Schritt für die Partei, nach über 150 Jahren das Schreiben eines Antrags komplett zu verändern und Adhocracy dafür einzusetzen. Wenn August Bebel das wüsste…

Ich würde mich freuen, wenn möglichst viele Menschen mitarbeiten an diesem Antrag, die ein Verständnis haben von den Anforderungen an Internet-Gründer, die Geschäftsmodelle der Zukunft entwickeln oder die sich Gedanken machen über die Arbeit der Zukunft. Jeff Jarvis hat gerade gestern über The jobless Future geschrieben und ich glaube auch, dass die vor uns liegende Aufgabe nicht einfach sein wird. Es ist wichtig, daß jetzt eine Diskussion über die Arbeit und Wirtschaft in der Digitalen Gesellschaft geführt wird – und der Online-Antrag der SPD ist eine Variante Aggregation der Ideen und Vorschläge zu dem Thema.

Die SPD hat in der Vergangengeit nicht immer glücklich agiert in Sachen Netzpolitik, das wissen wir alle, aber es geht um die entscheidenen Zukunftsfragen hier und ich glaube daher, daß es Sinn macht, sich bei diesem Antrag zu beteiligen, wenn man etwas bewegen will in diesem Land. Schimpfen und Motzen könnt ihr weiterhin, aber jetzt kann man sich konstruktiv einbringen und muß dafür noch nicht mal sein Sofa verlassen. Das ist doch schon mal was, oder?

8 responses to Arbeit und Wirtschaft in der Digitalen Gesellschaft

  1. FriedrichB 6.08.2011 at 9:08

    endlich.. das ist der treffende Ausdruck!!

    Wenn ich sehe, dass die Tante SPD immer noch bei Web 0.1. stehengeblieben ist….

    Wir brauchen mehr Stefan Wehrmeyers in .de:

    http://stefanwehrmeyer.com/

    gute Beispiele für die e-participation findet man mittlerweile auch in: .uk. (an anderer Stelle schon einmal angerissen, here etwas neues)

    http://www.direct.gov.uk/en/index.htm

    http://epetitions.direct.gov.uk/

    Hier noch ein Überblick zur Situation in .eu:

    http://www.publicserviceeurope.com/article/667/e-government-makes-policy-making-social

    Hier wird auch der Flop bei Elena angerissen !!!

  2. FriedrichB 6.08.2011 at 9:08

    endlich.. das ist der treffende Ausdruck!!

    Wenn ich sehe, dass die Tante SPD immer noch bei Web 0.1. stehengeblieben ist….

    Wir brauchen mehr Stefan Wehrmeyers in .de:

    http://stefanwehrmeyer.com/

    gute Beispiele für die e-participation findet man mittlerweile auch in: .uk. (an anderer Stelle schon einmal angerissen, here etwas neues)

    http://www.direct.gov.uk/en/index.htm

    http://epetitions.direct.gov.uk/

    Hier noch ein Überblick zur Situation in .eu:

    http://www.publicserviceeurope.com/article/667/e-government-makes-policy-making-social

    Hier wird auch der Flop bei Elena angerissen !!!

  3. FriedrichB 6.08.2011 at 9:33

    Nachtrag:

    Was Jim Jarvis betrifft: The jobless future…

    Ich neige eher den Auffassungen von Nicholas Carr zu, der uns auf einen radukalen Abbau von Arbeitsplätzen im Akademikerbereich vorbereitet:

    Siehe auch sein Buch the Big Switch:

    http://www.nicholasgcarr.com/bigswitch/

    Beispiel

    British Telecom 40 Mill. Kunden 100 000 Beschäftigte

    Skype: 150 Mill. Kunden 400 Beschäftigte (2008)

    Nach dem durch die Robotorisierung die blue collar Arbeiter in .de und den anderen Industrieländern verringert wurden. sind jetzt die white collar Personen dran.

    Auch in China:

    http://www.applebreak.de/2011/08/foxconn-plant-ersetzung-von-arbeitern-durch-1-millionen-roboter/

    Selbst solche scheinbar sicheren Jobs wie Anwälte werden zunehmend durch intelligente software ersetzt.. noch nicht in Europa aber in den US hat man damit bereits begonnen:

    http://www.nytimes.com/2011/03/05/science/05legal.html?pagewanted=all

    M.E müßten wir endlich eine Wertschöpfungssteuer einführen, sool heißen die erfolgten Rationalisierungen kommen auch den Beschäftigten zugute.

    Siehe Nicholas Carr und auch man glaubt es nicht bei Ralf Dahrendorf, der als ausgewiesener Liberaler den Gedanken schon in den achtziger Jahren hatte.

    Aber die liebe alte Tante SPD glaubt immer noch an die Geschichte vom Weihnachtsmann und das das Wachstum des BIP und die neuen Arbeitsplätze. Übrigens die Grünen auch !!

    Ein Blick über den Tellerrand zu Herrn Werner von dm und seinen Ideen könnte nicht schaden.

  4. FriedrichB 6.08.2011 at 9:46

    alle guten Dinge sind 3:

    Glaubst Du wirklich, dass die Digitalisierung soviel neue Arbeitsplätze erbringt??

    Mir fällt nur die Aussage von Jeff Rifkin ein:

    >Das ist die Hoffnung, an die wir uns seit Jahrzehnten geklammert haben. Die kapitalistische Logik sagt, dass technologischer Fortschritt und gesteigerte Produktivität alte Jobs vernichtet, dafür aber mindestens genauso viele schaffen. Aber die Zeiten sind vorbei.>

    aus:

    http://tinyurl.com/5uf75sf

    Wenn ich sehe, dass z.B. zum Thema Auswirkungen der rapid type Technology

    (http://en.wikipedia.org/wiki/Rapid_prototyping)

    die DHL schon workshops durchführt um auf die Auswirkungen und den wahrscheinlichen Verlust von Arbeitskräften vorbereitet zu sein. (Ersatzteile können bereits jetzt via 3D- printer vor Ort z.B. in Indonesien hergestellt werden, software von .de: daher kein real Transport von HH (Airbus)nach Djarkarta nötig

    dann zweifle ich zunehmend an der alten Wachstum=Job Theorie

    Wäre m.E. ein interssantes Diskussionsfeld. Sprengt hier aber leider den Rahmen.

  5. FriedrichB 6.08.2011 at 9:47

    Bei alle dem:

    Ich wünsch Dir und Deiner Familie noch ein schönes sonniges Wochenende

    Gruß Friedrich Bolle

  6. FriedrichB 8.08.2011 at 8:14

    Schade. dass keine Diskussion über zukünftige Arbeitsplätze in der digitalen Welt zustande kommt.

    Warten wir doch einml ab bis der evolutionäre Algorithmus nicht nur die Jobs der Anwälte bedroht, sondern auch im IT Bereich verstärkt der Arbeitsplatzabbau einsetzt. Die IT-blue collars wie die operator gibt es schon nicht mehr:-)

Trackbacks and Pingbacks:

  1. Europa muss endlich lernen, sich um sich selbst zu kümmern | NeueWerbung - 6.08.2011

    […] Ein Online Antrag soll jetzt dafür sorgen, daß gemeinsam mit interessierten Bürgerinnern und Bürgern das Thema Arbeit und Wirtschaft in der Digitalen Gesellschaft bearbeitet wird. Mehr dazu auf Lummaland. […]

  2. Aus der Neuen Welt » Blog Archive » Mitmachen! Die SPD öffnet sich - 6.08.2011

    […] Nico Lumma finde ich auch, dass da jeder mitmachen sollte, der eine Meinung zum Thema […]