7 Antworten zum Datenschutz: Christoph Kappes

Nico —  25.08.2011 — 39 Comments

Christoph KappesGestern hatte ich 7 Fragen zum Datenschutz gestellt – heute antwortet Christoph Kappes. Christoph Kappes ist Unternehmer, Agenturgründer, Jurist und Informatiker. Er ist Geschäftsführer der Fructus GmbH und twittert als @ChristophKappes.

Was ist problematisch an Widgets, Tracking-Pixeln und eingebundenen Werbeplätzen?

Nichts. Problematisch ist nur die Sammlung von Daten durch Anbieter, wenn diese nicht mit ausdrücklicher Zustimmung geschieht und den Menschen nicht klar ist, was mit diesen Daten passieren wird. Für mich geht es weniger um staatlichen Schutz, dafür ist mir der Missbrauchstatbestand nicht schwerwiegend genug, für mich geht es darum, dass die Fiktion vom mündigen Nutzer untertstützt und nicht ad absurdum geführt wird. 64-seitige Datenschutzerklärungen auf dem iPhone sind doch ein Schilda-Witz, genauso wie die ständigen Diskussionen unter Fachleuten, die wir Fachleute ja selbst kaum noch verstehen, ganz zu schweigen von Journalisten, die bis zum Spiegel Online hin versuchen, kalifornisches Recht auszulegen, und dabei natürlich zerschellen.

Was ist so schlimm am Like-Button?

Antwort: Dass er für 22 Millionen Menschen, die bei Facebook Nutzer sind, einige Bewegungsdaten an Facebook sendet. Und zwar im Unterschied zu anderen AdServern Daten, die erstens exakt einer Person zugeordnet werden (Klarnamensprinzip bei Facebook, im Unterschied zu blosser Rechner-ID), dass dies zweitens geschieht, wenn Nutzer eingeloggt sind, ohne dass ihnen das bewusst ist (zB. anderer Tab offen), und das dies drittens flächendeckend über Millionen von Websites fast lückenlos geschieht, weit über das lückenhafte von normalen Adservern hinaus, die beispielsweise wie IVW im wesentlichen Verlagsangebote tracken. Aus Sicht eines Web-Menschen, der grundsätzlich marktwirtschaftlich orientiert ist, kann ich mich darüber hinaus nicht so gut damit anfreunden, dass Google und Facebook gigantische Zusatdaten von Nutzern crowdsourcen lassen, ohne dass diese darüber aufgeklärt werden. Wer sich mal einen Tag mit maschinellen Verfahren beschäftigt hat, weiss, was da für ein wunderbarer Goldgräberschatz gesammelt wird. Aus Sicht eines Bürgers wünsche ich mir ausserdem, dass diese Daten anonymisiert wenigstens der Wissenschaft bereitgestellt werden.

Was passiert, wenn Unternehmen tracken können, was ich als Nutzer online mache?

Kurzfristig nichts, sofern sie sich an deutsche Spielregeln halten. Sind diese Daten aber einmal erfasst, können eine Reihe von Dingen passieren: erstens Zusammenführen mit anderen (nicht-anonymisierten) Daten (was in den USA gang und gäbe ist, auch mit Offline-Daten, Matching über die Mailadresse), zweitens statistische Schlussverfahren über Bonität, sexuelle oder weltanschauliche oder politische Vorlieben, Kriminalität, Krankheiten etc., drittens entsteht so ein Datenpool, der für den staatlichen Zugriff prädestiniert ist.

Warum tracken Unternehmen eigentlich, was die Nutzer im Web alles machen?

Performance von Werbemitteln, Produktoptimierung/Usability, Marktforschung, zielgerichtete Auslieferung von Inhalten

Haben die jetzt wirklich meinen Namen, Adresse, Bankverbindung, Hobbies, Freunde und Anzahl plus Namen der Haustiere? Und wie machen die Unternehmen damit jetzt Geld?

Um diese Daten geht es nicht, die hat jedes Unternehmen, bei dem ich Kunde bin. Und ich habe auch nichts gegen zielgerichtete Werbung. Im Gegenteil. Es geht aber um Bewegungs- und Verhaltensdaten. Nico, die Frage ist doch nicht Dein ernst, oder? Das Experiment vom MIT aus 2007 muss ich doch nicht zitieren, wonach Homosexualität gut zugeordnet werden kann, wenn ich einmal den Freundeskreis kenne? Das Problem ist hier, dass Maschinen Dinge mit guter Treffsicherheit schließen können, von denen die Leute nicht einmal ahnen, dass sie die Ausgangsdaten dafür preisgegeben haben. Wer die Namen meiner Freunde kennt und bei einigen deren Homosexualität kennt, kann recht gut sagen, ob ich selbst homosexuell bin. Auch das ist vielleicht in einer modernen aufgeklärten Gesellschaft nicht mal schlimm, ich habe ja viel Verständnis für die Vision von Post Privacy. Solange ich aber für staatliches Handeln kein Prognose über 100 Jahre abgeben kann, bestehe ich auf erstens Zustimmung der Nutzer und zweitens Aufklärung.

Es gibt doch das Safe-Harbour-Abkommen mit den USA, also ist doch alles halb so wild, oder?

Das ist nicht durchsetzbar, weil dafür das US-Handelsministerium mitspielen müsste, soweit ich weiss. Was man aber machen kann ist, dieses Abkommen zu kündigen oder nicht zu verlängern oder Neuzuverhandeln. Dass eine blosse Unterzeichnung durch ein Unternehmen genügt, reicht jedenfalls nicht.

Was sollte passieren, um Datenschutz zu gewährleisten, ohne den Unternehmen die Möglichkeit zu nehmen, die Nutzerdaten zu monetarisieren? Die wollen ja auch irgendwie Geld verdienen mit kostenlosen Diensten, oder?

Vor allem klare Aufklärung der Verbraucher. Ich bin für eine Standardisierung durch Verordnung, dann gäbe es Diensteklassen. Diese Klassen sollten auf der Homepage klar erkennbar sein “Typ B – macht dies und das”. Dadurch erfolgt auch eine Standardisierung der Datenschutzerklärungen: Abweichungen werden besser sichtbar. Auskunftsfunktion auf alle gespeicherten Daten, Exportfunktion, Löschfunktion (ja, auch fuer Kommentare in Threads.) Zwang zu Hinweisen, wann anonymisisert wird und wie. Bei Unternehmen, die keine Tochter in Deutschland haben, ist eine Beschränkung der Wirtschaftstätigkeit bis zu Auflagen bei Werbung denkbar. Im Übrigen generelle Zurechnung des Auslandsbetriebes an die deutsche Tochter.

Generelle Linie: Unterscheidung nach Datentypen im BDSG. Lockerung bei einigen Daten. Verbotsbeschränkung nicht auf Verarbeitung, sondern Verwertung. Einräumung einer Frist zur Anonymisierung mit Erlaubnis der Verarbeitung personenbezogener Daten in dieser Frist.

Im Übrigen finde ich es richtig, wenn Anbieter umdenken, und kostenpflichtige Nutzung als Altermative einführen. Das ist nämlich die eigentliche Ursache der Probleme. Ich überlege schon laenger, ob wir nicht viele Probleme erledigen, wenn wir zu kostenpflichtigen & werbefreien Nutzerkonten als Alternative verpflichten. Dann kostet GMail halt einen Fünfer im Monat. Das ist es doch auch Wert!

Vielen Dank!

[ Update 26.8.2011 ] Neben den von mir gestellten 7 Fragen zum Datenschutz sind bislang außerdem 7 Antworten zum Datenschutz: fukami in der kleinen Interview-Reihe erschienen.

39 responses to 7 Antworten zum Datenschutz: Christoph Kappes

  1. RT @Nico “7 Antworten zum Datenschutz: Christoph Kappes http://lumma.”

  2. lkölklokok

  3. axel.h.horns 25.08.2011 at 9:43

    “Bei Unternehmen, die keine Tochter in Deutschland haben, ist eine Beschränkung der Wirtschaftstätigkeit bis zu Auflagen bei Werbung denkbar. ” –> Standortnachteil DE? (“Sorry, this Service isn’t available in your country”) Das ist doch “a shot in the foot”.

    “[...] entsteht so ein Datenpool, der für den staatlichen Zugriff prädestiniert ist.” –> Wichtige Erkenntnis, das passiert aber auch bei kostenpflichtigen Angeboten. Dieser Aspekt ist lässt sich nur durch Einflussnahme auf die Staatsräson ändern, nicht durch irgendwelche Datenschutz-Fummelei.

    Ich glaube nicht, dass diese “Verbot mit Erlaubnisvorbehalt”-Rechtstechnik genügend skaliert, um die anstehenden Probleme adressieren zu können. http://tinyurl.com/3tv549z

  4. axel.h.horns 25.08.2011 at 9:43

    “Bei Unternehmen, die keine Tochter in Deutschland haben, ist eine Beschränkung der Wirtschaftstätigkeit bis zu Auflagen bei Werbung denkbar. ” –> Standortnachteil DE? (“Sorry, this Service isn’t available in your country”) Das ist doch “a shot in the foot”.

    “[...] entsteht so ein Datenpool, der für den staatlichen Zugriff prädestiniert ist.” –> Wichtige Erkenntnis, das passiert aber auch bei kostenpflichtigen Angeboten. Dieser Aspekt ist lässt sich nur durch Einflussnahme auf die Staatsräson ändern, nicht durch irgendwelche Datenschutz-Fummelei.

    Ich glaube nicht, dass diese “Verbot mit Erlaubnisvorbehalt”-Rechtstechnik genügend skaliert, um die anstehenden Probleme adressieren zu können. http://tinyurl.com/3tv549z

  5. Bitte nicht die IVW/AGOF verharmlosen! Die tracken bei Weitem nicht nur Verlage, sondern auch Amis wie Yahoo, Freemailer wie web.de und GMX, Social Networks wie StudiVZ und E-Commerce-Riesen wie eBay. Damit lassen sich wunderbare Profile bilden.

    Und spätestens wenn man einmal z.B. bei einer Online-Bestellung seinen Klarnamen eingegeben hat, lässt sich technisch problemlos ein eindeutiger Personenbezug herstellen. Daher: Auch ein IVW-Cookie sollte bitte zustimmmungspflichtig sein.

  6. Bitte nicht die IVW/AGOF verharmlosen! Die tracken bei Weitem nicht nur Verlage, sondern auch Amis wie Yahoo, Freemailer wie web.de und GMX, Social Networks wie StudiVZ und E-Commerce-Riesen wie eBay. Damit lassen sich wunderbare Profile bilden.

    Und spätestens wenn man einmal z.B. bei einer Online-Bestellung seinen Klarnamen eingegeben hat, lässt sich technisch problemlos ein eindeutiger Personenbezug herstellen. Daher: Auch ein IVW-Cookie sollte bitte zustimmmungspflichtig sein.

  7. Bitte nicht die IVW/AGOF verharmlosen! Die tracken bei Weitem nicht nur Verlage, sondern auch Amis wie Yahoo, Freemailer wie web.de und GMX, Social Networks wie StudiVZ und E-Commerce-Riesen wie eBay. Damit lassen sich wunderbare Profile bilden.

    Und spätestens wenn man einmal z.B. bei einer Online-Bestellung seinen Klarnamen eingegeben hat, lässt sich technisch problemlos ein eindeutiger Personenbezug herstellen. Daher: Auch ein IVW-Cookie sollte bitte zustimmmungspflichtig sein.

  8. germanyguido 25.08.2011 at 9:45

    @RAStadler Ist es manchmal nicht paradox das die Leute freiwillig alles preis geben und hinterher über fehlenden datenschutz jammern #web2

  9. ThomasWerning 25.08.2011 at 9:54

    Sollten die Nutzer nicht frei entscheiden dürfen ob sie mit einem “Fünfer” bezahlen oder mit der Preisgabe einiger (selbst ausgewählter) Daten?

  10. ThomasWerning 25.08.2011 at 9:54

    Sollten die Nutzer nicht frei entscheiden dürfen ob sie mit einem “Fünfer” bezahlen oder mit der Preisgabe einiger (selbst ausgewählter) Daten?

  11. ChristophKappes 25.08.2011 at 10:01

    @ThomasWerning So war es gemeint. “Als Alternative”.

  12. ChristophKappes 25.08.2011 at 10:03

    @boximon Die Frage von Nico war, was “so schlimm” am Like-Button ist. Daher habe ich versuchst, für jedermann verständlich und komprimiert zu sagen, inwieweit der von normalen Cookies abweicht.

  13. ChristophKappes 25.08.2011 at 10:05

    @axel.h.horns Wieso ist das Einschränken von Werbemöglichkeiten als ultima ratio a shot in the foot?

  14. axel.h.horns 25.08.2011 at 10:29

    @ChristophKappes “eine Beschränkung der Wirtschaftstätigkeit [...]” Das kann auch bedeuten: “Sorry, Facebook isn’t available in your country”, eh?

    Ich glaube nicht, dass alle Unternehmen aus dem Ausland Lust haben werden, sich DE-spezifischen Regelungsexzessen anzupassen … es wird dann immer Situationen geben, in denen es unter dem Strich vernuenftiger ist, sich zurückzuziehen.

    Davon abgesehen: Warum im Interview die Äußerung “eine Beschränkung der Wirtschaftstätigkeit [...]” statt “Einschränken von Werbemöglichkeiten”? Ersteres läßt vieles offen …

  15. axel.h.horns 25.08.2011 at 10:33

    @ChristophKappes@ThomasWerning Als ob “mit einem Fünfer bezahlen” irgendetwas an der Datenschutzproblematik lösen würde …

    Wenn Zahlungsflüsse im Spiel sind, *müssen* sensitive Daten erhoben werden (Zahlungsmodalitäten, Kreditkarte, Kontoverbindung etc. pp) , und der Leviathan ist erst recht im Spiel: Mindestens 10-Jährige steuerrechtliche Aufbewahrungspflichten, Tracking der Zahlungswege durch “Bedarfsträger” etc. pp.

  16. ChristophKappes 25.08.2011 at 10:47

    @axel.h.horns@ThomasWerning Gegen die Speicherung dieser Stammdaten habe ich keine Bedenken. Das ist das Prinzip von Online-Wirtschaft.

  17. ChristophKappes 25.08.2011 at 10:47

    @axel.h.horns@ThomasWerning Gegen die Speicherung dieser Stammdaten habe ich keine Bedenken. Das ist das Prinzip von Online-Wirtschaft.

  18. ChristophKappes 25.08.2011 at 10:52

    @axel.h.horns

    1. Ja, das kann bedeuten, dass einiges not available ist.

    Für mich ist es aber eine sehr grundsätzliche Frage, ob die Gesellschaft die Spielregeln definiert oder Unternehmen. Und das sage ich, obwohl ich (auch) Unternehmer bin und marktwirtschaftlich denke. Nach meinem Verständnis muss es aber möglich sein, bei Auswüchsen einzugreifen.

    2. Ja, das soll auch offen sein. Es ist “offen” gemeint. Jede Art von Tätigkeit, die mit dem sozialen System eines Landes interagiert, zieht Nutzen aus diesem System. Daher ist der Ansatzpunkt nicht zwingend Werbung.

  19. ChristophKappes 25.08.2011 at 10:52

    @axel.h.horns

    1. Ja, das kann bedeuten, dass einiges not available ist.

    Für mich ist es aber eine sehr grundsätzliche Frage, ob die Gesellschaft die Spielregeln definiert oder Unternehmen. Und das sage ich, obwohl ich (auch) Unternehmer bin und marktwirtschaftlich denke. Nach meinem Verständnis muss es aber möglich sein, bei Auswüchsen einzugreifen.

    2. Ja, das soll auch offen sein. Es ist “offen” gemeint. Jede Art von Tätigkeit, die mit dem sozialen System eines Landes interagiert, zieht Nutzen aus diesem System. Daher ist der Ansatzpunkt nicht zwingend Werbung.

  20. @ChristophKappes Ich bin halt nur drüber gestolpert, dass Du das Tracking durch den Facebook-Like-Button als “fast lückenlos” bezeichnest, “weit über das lückenhafte von normalen Adservern hinaus, die beispielsweise wie IVW im wesentlichen Verlagsangebote tracken.”

    Für die Adserver gilt das zum Glück ja noch, aber IVW/AGOF ist in Deutschland viel lückenloser als Facebook (auch lückenloser als Google/Doubleclick), werden aber in der Öffentilchkeit so gut wie gar nicht wahrgenommen, obwohl da die gesamte Werbebranche dahintersteht und dann auch noch von Caspar abgesegnet mit dem Feigenblatt gekürzter IP-Adressen.

    Das Facebook-Like-Button-Tracking mit Klarnamen-Zuordnung betrifft nur Facebook-User, da _könnte_ man irgendwo noch mit “selber schuld, musst ja nicht zu Facebook” argumentieren. Aber IVW betrifft wirklich alle. Und es ist schon schräg, dass über FB alle, aber über IVW (fast) keiner diskutiert.

    Ansonsten find ich Deinen Beitrag prima: “Schilda-Witze” trifft es sehr schön!

  21. axel.h.horns 25.08.2011 at 11:05

    @ChristophKappes Ähh, wieso ist jetzt mein ursprünglicher Kommentar gelöscht worden?

    “This comment has been deleted”

  22. axel.h.horns 25.08.2011 at 11:05

    @ChristophKappes Ähh, wieso ist jetzt mein ursprünglicher Kommentar gelöscht worden?

    “This comment has been deleted”

  23. “Solange ich aber für staatliches Handeln kein Prognose über 100 Jahre abgeben kann, bestehe ich auf erstens Zustimmung der Nutzer und zweitens Aufklärung.”

    Ja, das ist der Kernsatz, zu ergänzen freilich um unternehmerisches Handeln.

  24. Schlage hiermit Christoph Kappes erneut zum Internetbeauftragten der Bundesregierung vor. Die wäre dann gut beraten, vermutlich würde sie aber nicht auf ihn hören, was meinen Vorschlag wiederum obsolet macht.

  25. ChristophKappes 25.08.2011 at 12:26

    @axel.h.horns Weiss ich nicht. Ich habe kein Radiergummi :-) Kein eigentlich nur Nico gewesen sein, oder Du.

  26. @ChristophKappes@axel.h.horns hmm, ich war unterwegs. gucke gleich, was da war :)

  27. danielmautz 26.08.2011 at 6:41

    @off_the_record @nico der Kappes wird ja mehr und mehr zum #socialBedenkenTräger

  28. danielmautz 26.08.2011 at 6:41

    @off_the_record @nico der Kappes wird ja mehr und mehr zum #socialBedenkenTräger

  29. FriedrichB 26.08.2011 at 7:42

    Christoph Kappes

    Im Zusammenhang mit der Datenschutzdiskussion Focus Internet, sollten wir nicht vergessen, dass bereits in den Urzeiten des Netzes schon riesige Stammdaten von uns auf Datenbanken gelagert waren. Die Trefferquoten waren damals bereits so gut, dass man/frau auch sagen konnte:Gib mir einen Monat die Werbebriefe in Deinem Briefkasten und ich sage Dir wohin Du in den Urlaub reist, wieviel Dein Jahresgehalt ist, ob Du Bordeaux Rotwein Fan bist etc.

    Und wer hat nie mit Amex, Visa oder Master Card eingekauft und macht das noch heute??

    Und wie ist es mit der Bezahlung der EC Card :-)

    Interessant wird die Datensammlung, wenn wir durch KI keine Klarnamen mehr brauchen und uns Alias Namen nicht weiterhelfen….

    weil jeder von uns hat seinen linguistischen “footprint” wie seine anderen biometrischen Daten.

    Ein Teil des linguistischen footprints von Nico ist z.B. sein morgendliches “Hmm ”

    :-) :-)

    Was den zukünftigen Datenschutz betrifft, ist es m.E. notwendig dass wir das Informationsfreiheitsgesetz auch auf die Privatunternehmen ausdehnen, um zu erfahren was sie an persönlichen Daten gespeichert haben.

    Wie und ob das realisierbar ist????

    ratlos

    Friedrich Bolle

  30. FriedrichB 26.08.2011 at 7:45

    Im Zusammenhang mit dem Datenschutz:

    Ich wüßte gerne von Nico warum ich immer 5 Punkte für meine Fragen erhalte? Andere erhalte 8 oder 13 Punkte?

    Das wir keine Bratpfannen bekommen wissen wir mittlerweile!!

  31. FriedrichB 26.08.2011 at 7:45

    Im Zusammenhang mit dem Datenschutz:

    Ich wüßte gerne von Nico warum ich immer 5 Punkte für meine Fragen erhalte? Andere erhalte 8 oder 13 Punkte?

    Das wir keine Bratpfannen bekommen wissen wir mittlerweile!!

  32. marcelweiss 30.08.2011 at 17:59

    Ich habe mir mal ein paar Gedanken zu dem Vorschlag gemacht, Webunternehmen zur kostenpflichtigen Alternative zu verpflichten:

    Was, wenn das Unternehmen sich entschließt, den Preis so hoch anzusetzen, so dass diese Alternative für den Endnutzer nicht attraktiv wird? Soll eine Behörde dann die Preisbildung überwachen und korrigierend eingreifen?

    Wollen wir Unternehmen vorschreiben, was ein werbefreier Webmail-Account kosten darf? Wie viel Facebook vom privaten Nutzer verlangen darf? Dass XING keine Werbung bei Premium-Accounts schalten darf? Müssen Webunternehmen dann ihre Kostenstrukturen vor der Webaccountbehörde vom Tag Eins an offen legen? Schreiben wir eine maximale Profitspanne für kostenpflichtige Accounts vor?

    http://www.neunetz.com/2011/08/30/webunternehmen-zu-kostenpflichtigen-werbefreien-alternativen-zu-verpflichten-ist-nicht-die-loesung/

  33. marcelweiss 30.08.2011 at 17:59

    Ich habe mir mal ein paar Gedanken zu dem Vorschlag gemacht, Webunternehmen zur kostenpflichtigen Alternative zu verpflichten:

    Was, wenn das Unternehmen sich entschließt, den Preis so hoch anzusetzen, so dass diese Alternative für den Endnutzer nicht attraktiv wird? Soll eine Behörde dann die Preisbildung überwachen und korrigierend eingreifen?

    Wollen wir Unternehmen vorschreiben, was ein werbefreier Webmail-Account kosten darf? Wie viel Facebook vom privaten Nutzer verlangen darf? Dass XING keine Werbung bei Premium-Accounts schalten darf? Müssen Webunternehmen dann ihre Kostenstrukturen vor der Webaccountbehörde vom Tag Eins an offen legen? Schreiben wir eine maximale Profitspanne für kostenpflichtige Accounts vor?

    http://www.neunetz.com/2011/08/30/webunternehmen-zu-kostenpflichtigen-werbefreien-alternativen-zu-verpflichten-ist-nicht-die-loesung/

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