Dieser Eintrag von Andy Carvin, Senior Strategist beim amerikanischen National Public Radio, bei Google+ macht gerade die Runde, da er Eric Schmidts Antworten beim Edinburgh Internation TV Festival wiedergibt:
He replied by saying that G+ was build primarily as an identity service, so fundamentally, it depends on people using their real names if they’re going to build future products that leverage that information.
Regarding people who are concerned about their safety, he said G+ is completely optional. No one is forcing you to use it. It’s obvious for people at risk if they use their real names, they shouldn’t use G+. Regarding countries like Iran and Syria, people there have no expectation of privacy anyway due to their government’s own policies, which implies (to me, at least) that Schmidt thinks there’s no point of even trying to have a service that allows pseudonyms. Unfortunately, the way the Q&A was conducted, I wasn’t in a position to ask him a followup on this particular point.
He also said the internet would be better if we knew you were a real person rather than a dog or a fake person. Some people are just evil and we should be able to ID them and rank them downward.
Diese Ansichten von Eric Schmidt zu Anonymität im Web sind nichts Neues, aus Sicht von Google wäre es natürlich am Elegantesten, wenn jeder Nutzer ein Profil bei Google+ hätte, dann könnte Google sicherlich die Inhalte des Webs noch besser sortieren.
Wir hatten ja auf diesem Blog bereits die Debatte um Klarnarnamen und ich habe es da irgendwie nicht geschafft, meinen Standpunkt leicht verständlich darzulegen.
Ich persönlich, ich, Nico Lumma, rede lieber mit Leuten, die ebenfalls mit Klarnamen im Web unterwegs sind. Ich kenne auch Leute, die Pseudonyme benutzen, und auch dies akzeptiere ich in einer Disussion. Aber, wenn sich Leute hinter Pseudonymen verstecken und trollen oder beleidigen, dann lösche ich diese Kommentare, bzw. breche die Kommunikation ab. Das bedeutet aber nicht, daß ich finde, daß generell alle überall immer mit Klarnamen aufzutauchen haben. Ich halte es allerdings für absurd, zu glauben, daß Facebook oder Google+ in totalitären Regimen genutzt werden könnten, ohne Gefahr zu laufen, daß über Verbindungsdaten nicht doch die Identität ermittelt werden könnte. Dafür sind Facebook und Google eher die falschen Plattformen.
Was Google+ als Identity-Service angeht, da verstehe ich dann nicht, wieso Nicknames zwar im Profil angegeben werden können, aber nicht genutzt werden. Als Identity-Service sollte Google+ in der Lage sein, daß man sich mit seinem Profil an unterschiedlichen Orten im Web anmelden kann, ähnlich wie bei Facebook Connect. Dann gäbe es bei Google+ eben verschiedene Kontexte, z.B. den Kontext Shopping, dort wird vom Identity-Service die postalische Adresse geliefert, da gäbe es das Musik-Forum, da könnte man sich eigentlich mit seinem Fan-Pseudoynm anmelden, da gäbe es die Flirtplattform, die auch ein anderes Pseudonym ermöglicht und da gäbe es dann Google+ mit seinen Circles. Warum kann nicht jeder Circle entweder den Klarnamen oder einen der Pseudonyme sehen?
Klar, man wäre einmal bei Google registriert und das hat natürlich Konsequenzen, denn man hinterlegt seine Online-Identitäten bei einem Dienst, der Vorteil wäre aber, daß man selber justieren kann, wie man mit dem Profil und den damit verknüpften Pseudonymen online in Erscheinung tritt.
Mein’ ja nur.
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