Wird Facebook sterben?

Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach meint ja, Facebook wird sterben:

Noch nicht heute, auch nicht morgen oder übermorgen. Aber es wird sterben. Und bevor das eine Binsenweisheit wird, etwas konkreter: Während Twitter und Google+ überleben werden, wird Facebook das nicht.

Wolfgang begründet seine Sichtweise damit, daß es drei Lager geben werde, nämlich Facebook/Microsoft/Nokia, Apple/Twitter und Google und von diesen drei Lagern Facebook/Microsoft am wenigsten in der Lage sein werden, ihre Dienste miteinander zu verzahnen, weshalb es viele Bruchkanten geben werde, insbesondere im Bereich Privacy.

Wolfgangs läßt sich ein wenig zu sehr vom alten Microsoft-Feindbild leiten bei seinen Überlegungen. Aber es ist schon interessant, daß noch vor Monaten alle gesagt haben “Google kann kein Social” und nun auf einmal viele Meinungsführer meinen, daß Facebook Geschichte sei. Ich hatte ja schon einmal ausgeführt, daß Twitter konzeptionell am Ende ist und ich gehe wie Wolfgang davon aus, daß Twitter als Feature von Apple enden wird. Wolfgang erwähnt in seinem Text überhaupt nicht Tumblr, dieses massive kollaborative Online-Scrapbook, in das jeder irgendwas reintumbled und damit für massive Content-Ansammlungen und extreme Stickyness sorgt. Tumblr wird meines Erachtens zu unrecht ignoriert, da wächst gerade etwas sehr Neues heran, was wiederum versucht, das Thema Content im Web neu zu definieren.

Facebook ist nicht Microsoft ist nicht Nokia. Es fällt leicht, aus einer gesunden Abneigung heraus, Microsoft zu bashen, aber ich glaube, in diesem Fall sollte man eher sehen, daß Microsoft von Facebook profitiert und nicht andersherum. Facebook hat tausende von smarten Entwicklern, die das Web verstehen und daran arbeiten, es stetig in Teilen neu zu definieren. Ich glaube, daß da ein immenses Innovationspotential vorhanden ist und wir eher den Zweikampf zwischen Google und Facebook haben werden, ausgehend von zwei völlig unterschiedlichen Positionen. Facebook hat derzeit 750 Millionen Nutzer, die über Facebook ihren Freundes- und Bekanntenkreis pflegen und mit diesen Menschen Inhalte teilen. Google hat eine Milliarde Nutzer, die vor allem nach Inhalten suchen, die Google auffindbar macht. Google nutzt jetzt social Features, um die Suche zu verbessern und Facebook nutzt den Like-Button, um die relevanten Inhalte zu identifizieren für seine Nutzer. Google und Facebook nähern sich da so langsam an, aber aus unterschiedlichen Richtungen kommend. Es geht um die Aufmerksamkeit der Nutzer und um die relevanten Inhalte.

Verkürzt ausgedrückt kann man das Problem mit dem Erreichen der Aufmerksamkeit der Nutzer wie folgt angehen: Man sammelt alle Inhalte des Webs und guckt dann, was die Nutzer interessiert, oder indem man alle Nutzer einsammelt und dann guckt, was diese interessiert. Sowohl Google als auch Facebook wollen, daß genügend Nutzer täglich wiederkommen, Inhalte finden und Werbung nutzen.

Um mal auf Wolfgangs These “Facebook wird sterben” zurück zu kommen, ich glaube nicht. Facebook hat eine irre Lernkurve gehabt in den letzten Jahren, hat wahnsinnig viele smarte Menschen, die Produkte entwickeln und Cutting-Edge Web-Technologie bauen, und ist nicht von Microsoft oder Nokia abhängig. Facebook wird aus eigener Kraft weiter dafür sorgen, daß Freunde und Bekannte sich auf der Plattform austauschen, Nutzer mit Marken und Unternehmen interagieren und ein guter Teil des Gesprächs im Hausflur oder in der Teeküche weiterhin auf Facebook ablaufen wird. Facebooks Geschäftsmodell, durch Werbung Nutzer von einer Ecke der Plattform zur anderen zu schicken, wird ordentliche Umsätze einbringen und viele weitere Entwickler finanzieren können. Facebook ist eine verdammt junge Firma, die noch viele Fehler machen wird, aber vor allem durch Tempo und Innovatiosnfreude immer wieder beeindrucken wird.

Man sollte übrigens nie den Fehler machen, von seinem eigenen Nutzungsverhalten ausgehend irgendwelche Rückschlüsse auf das Nutzungsverhalten von ein paar hundert Millionen Menschen zu ziehen. Aber es bringt immer wieder Spaß, über die Zukunft des Webs zu spekulieren, während man frühmorgens auf dem Sofa in Hamburg sitzt und einen Kaffee trinkt.

Das Internet soll schneller werden

Global Internet Speedup

Global Internet SpeedupEine Initiative bestehend aus den Firmen Google, OpenDNS, EdgeCast, Cloudflare, CDNetworks, Bitgravity und Comodo haben das Global Internet Speedup gestartet mit der Idee, den Nutzern eine schnellere User-Experience zu bieten:

Today, if you’re using OpenDNS or Google Public DNS and visiting a website or using a service provided by one of the participating networks or CDNs in the Global Internet Speedup then a truncated version of your IP address will be added into the DNS request. The Internet service or CDN will use this truncated IP address to make a more informed decision in how it responds so that you can be connected to the most optimal server. With this more intelligent routing, customers will have a better Internet experience with lower latency and faster speeds. Best of all, this integration is being done using an open standard that is available for any company to integrate into their own platform.

Also die Grundidee ist, daß Anfragen an Domain Nameserver mit einer Netzwerk-Info versehen wird, damit der nächstgelegene Server antwortet und die sog. Hops zwischen Client und Server reduziert werden. Dies funktioniert natürlich besonders dann sehr gut, wenn eine Website oder ein Dienst in der Cloud verteilt ist, oder Inhalte über ein Content Delivery Network (CDN) ausgeliefert werden, da diese über verschiedene Standorte auf der Welt verfügen.

Man darf gespannt sein, wer sich noch diesem Konsortium anschliesst und ob “edns-client-subnet” wirklich zum IETF-Standard wird. Kritiker werden sicherlich bemängeln, daß zu viele Daten an den Domain Nameserver übermittelt werden, während Befürworter der Idee kürzere Antwortzeiten als Hauptvorteil ins Feld führen werden.

[ via: OpenDNS, Google and Verisign team to speed up the web — Broadband News and Analysis ]

Westerwelle muß Außenminister bleiben!

Guido Westerwelle

Guido WesterwelleSicher, Single Serving Sites wie Ist Westerwelle noch im Amt? haben ihren kurzen Reiz, aber wir sollten hier mehr im Blick haben als die kurzfristige Ablösung von Guido Westerwelle als Außenminister.

Es geht um Deutschland und daher muß Westerwelle Außenminister bleiben!

Ich möchte kurz begründen, warum Westerwelle Außenminister bleiben muß.

Guido Westerwelle wurde bei der letzten Bundestagswahl mit einem historisch hohen Ergebnis für die FDP ins Amt gespült. Er hat sich gleich danach blamiert mit seiner Belehrung eines BBC-Journalisten, daß man in Deutschland auf Pressekonferenzen deutsch spräche und danach ging es mit Westerwelle und seinen Äußerungen weiter bergab. Westerwelle ist ein außenpolitischer Irrläufer und verkörpert damit wie kein anderer die Überflüssigkeit der FDP im bundesdeutschen politischen System.

Westerwelle muß Außenminister bleiben – als Mahnmal für alle Deutschen bis zur nächsten Bundestagswahl! Damit alle sehen, was passiert, wenn man FDP wählt! Man macht sich international lächerlich und bückt sich national vor den Lobby-Verbänden!

Bis dahin wird die Kanzlerin weiterhin außenpolitisch vor sich hinwurschelten, egal wen die FDP als Außenminister ins Amt hebt. Westerwelle als Symbolfigur von Anspruch und Scheitern der Lobbyisten-Partei FDP sollte den Wählern auch 2013 noch ein Dorn im Auge sein, damit nicht mehr als 5% auf die Idee kommen, den Politiker-Darsteller der FDP ihre Stimme zu schenken! Westerwelle muß Außenminister bleiben, damit die krachende Abwahl von schwarz-gelb 2013 garantiert wird!

Irene NYC – ein kurzer Film über Hurricane Irene

Irene NYC

Irene NYC

Zwei junge Filmemacher von Buffalo Picture House haben in einem Kurzfilm den Hurricane Irene in ihrer Nachbarschaft in Manhattan dokumentiert.

Viel Regen, Wind und kaum jemand auf den Straßen. Aber viel Atmosphäre.

[ via: ‘Irene NYC’, A Short Film Documenting Hurricane Irene in Manhattan – DesignTAXI.com ]

Der eigene Name in LEGO gesetzt

LEGO Welcome

LEGO Lummaland

LEGO WelcomeJa, ich weiß, das braucht man eigentlich für seinen Schreibtisch. Bei Brick-Built Nameplates kann man ganz locker Namensschilder konfigurieren und inklusive Bau-Anleitung bestellen. Alle benötigten LEGO-Steine sind natürlich auch dabei. Allerdings ist so ein LEGO Namensschild nicht ganz günstig, das obige Beispiel soll $109.98 kosten, was mich dann doch eher vom Kauf zurückhält.

[ via: Build your name in Lego | The Brothers Brick | LEGO Blog ]