Archives For September 2011

Vor ein paar Wochen war mir die LEGO Aktion Life of George auf Facebook aufgefallen. Mittlerweile gibt es die Auflösung, was das alles sollte.

Life of George ist ein neuartiges Lego-Set, zu dem eine iPhone-App gehört. Für die LEGO-Bastler geht es jetzt darum, alleine oder zu zweit die angezeigten Aufgaben mit LEGO so schnell wie möglich nachzubauen. Die iPhone-App sorgt dann über eine Augmented-Reality Komponente für den geeigneten Spielfluß und lädt dazu ein, eigene Kreationen zu erschaffen.

Das Set Life of George soll in den USA morgen auf den Markt kommen und $29.99 kosten, die iPhone-App gibt es kostenlos dazu.

[ via LEGO, Meet iPhone: ‘Life of George’ Uses iOS to Judge Building Skills – Techland – TIME.com ]

Nasty Internet Commenter
Der Regisseur Ninian Doff hat mit einer Handvoll Stuntmen einen packenden und Action-geladenen Kurzfilm realisiert, der die 50 besten Moves zeigt, die man freihändig auf einem Fahrrad ausüben kann. Noch dazu sind die Moves
“approved by the Official Federation of No Handed Bike Skills”, was will man mehr?

Welches ist Euer Lieblings-Move?

[ via Ninian Doff’s Professional Display Of 50 No Handed Bike Moves [Video] @PSFK ]

Heute hat Google für Google Analytics endlich eine Realtime-Ansicht angekündigt. Ich nutze auf diesem Blog Google Analytics und abgesehen davon, daß Google Analytics Unmengen von Daten aufbereitet, was für ein Blog etwas überkandidelt ist, hat mich das Fehlen einer Realtime-Ansicht immer genervt.

Google Analytics Realtime

Ich gebe zu, daß Realtime bei Webanalytics größtenteils Spielkram ist, weil man eher die Daten über einen Zeitraum analysieren sollte, als nur einen Snapshot in Echtzeit zu betrachten. Aber es ist schon interessant mit anzusehen, wo auf einmal die Nutzer herkommen, wenn man einen Link zu einem Blog-Artikel in einem Social Network geshared hat. Insbesondere wenn auf einmal Traffic auf ältere Artikel entsteht, gucke ich gerne, wo der auf einmal herkommt. Ich glaube, für Dashboard-Fanatiker ist Google Analytics in Realtime sehr cool.

Wer mehr als nur das normale Google Analytics benötigt und auch ein paar Euros in Webanalytics investieren will, der kann sich künftig auch Google Analytics Premium buchen. Die Features sind umfangreich, die Preise allerdings auch: $150.000 pro Jahr. Google Analyics ist rein für den Enterprise-Markt zugeschnitten und bietet einen besseren Zugriff auf die Daten, mehr Features, direkten Support und vor allem Service Level Agreements.

Mit diesen Ankündigungen wirbelt Google den Webanalytics-Markt ein klein wenig auf, ich kann mir aber vorstellen, daß gerade in Deutschland immer noch Vorbehalte gegen den Einsatz von Google Analytics herrschen, auch wenn die Verknüpfung mit Google Adsense und Adwords sehr eng ist. Mich würde interessieren, wann Google Analytics mit dem kürzlich durch Google erworbenen Dienst Postrank verknüpft wird und dann den Analyse-Bereich auf Social Media ausdehnt.

Die gestrige Vorstellung des Amazon Kindle Fire hat eines sehr deutlich gemacht: das Internet wird ein Netzwerk konkurrierender Ökosysteme.

In der deutschen Debatte um Facebook, Google+, die Cloud, Schnittstellen und alles, was dazu gehört, geht es vor allem um die Fragestellungen Privatsphäre und Datenschutz. Man merkt deutlich, daß große Teile der Gesellschaft und vor allem der Gesetzgeber Probleme haben, den Entwicklungen zu folgen oder sie gar zu antizipieren. Anders ausgedrückt: die Welt dreht sich gerade extrem schnell und wir diskutieren, ob wir das gut finden, aber nicht wie wir das Drehen besser gestalten können.

Wir sollten langsam verstehen, wie diese neuartigen Ökosysteme funktionieren. Es geht nicht mehr nur darum, wie groß Google ist oder wieviele Nutzer Facebook hat, oder wie die Laufzeit der Cookies aussieht. Das ist ehrlich gesagt völlig egal. Das Interessante ist doch, daß Google, Facebook, Amazon und Apple gigantische Ökosysteme geschaffen haben, die Wertschöpfung im Zentrum haben, aber durch Schnittstellen mehr oder weniger offen nach Außen hin sind. Apple ist nicht mehr nur ein Hardware-Hersteller, Google nicht nur eine Suchmaschine, Facebook mehr als nur ein annotiertes Adressbuch und Amazon ist kein reiner Versandhändler.

Diese neuen Ökosysteme sorgen dafür, daß sie große Zahlen von Nutzern an sich binden, dann bieten sie Dritten den Zugang zu diesen Nutzern an und profitieren dadurch, entweder weil Dritte von den Nutzern gewollte Dienstleistungen erbringen oder Inhalte liefern, oder schlicht weil Dritte für den Zugang zu den Nutzern bezahlen. Apple profitiert von einer Masse von App-Entwicklern, Google von zig Millionen an Werbetreibenden und Seitenbetreibern, die um Aufmerksamkeit werben, Facebook lässt die Plattform durch Drittanbieter immer attraktiver machen und Amazon bietet von der Logistik bishin zur Contentplattform so ziemlich alles, was man als Anbieter von Waren oder Inhalten benötigen könnte, um Nutzer zu erreichen.

Ja, früher, da war alles einfacher. Da waren Händler noch Händler und Hersteller noch Hersteller und Websites einfach nur Inhalte-Anbieter, die Werbeplätze verkaufen an Marken, wie man das von TV und Print so kennt.

Was bedeutet das jetzt? Unternehmen können sich entscheiden, ob sie Ökosystem werden, oder ob sie Zulieferer sein wollen. Beides kann lukrativ sein, beides kann sehr schwer sein. Es gibt auch Kombinationen, wie man z.B. beim Deal zwischen Facebook und Spotify sieht. Spotify ist mittlerweile ein ordentliches Ökosystem für Musik geworden, es verfügt über eine gute API und viele Dienste, die auf die API zugreifen und damit den Nutzern wiederum eine Dienstleistung erbringen. Spotify ist jetzt allerdings auch tief in das Ökosystem Facbeook integriert und macht damit sich, aber auch Facebook attraktiver. Wenn man sich im Vergleich Spotify anguckt, dann stellt man fest, daß Spotify einfach nur ein Anbieter von Musik ist. Wenn Unternehmen sich entscheiden, mit dem Internet Geld verdienen zu wollen und weder Ökosystem noch Zulieferer werden wollen, dann werden sie es bei wachsender Dominanz der Ökosysteme zunehmend schwerer haben, die Nutzer bzw. Kunden zu erreichen. Schwerer bedeutet in aller Regel, daß sie mehr Geld ausgeben müssen für Werbung, oftmals in den Ökosystemen. Denn dort sind die Nutzer.

Man könnte jetzt mal darüber nachdenken, wie die zukünftige Rolle der Nationalstaaten bei diesen konkurrierenden Ökosystem aussieht. Oder sich mal fragen, warum Deutschland als eine der bedeutendsten Wirtschaftsmächte der Welt keinen ernstzunehmenden Konkurrenten für die vorherrschenden Ökosysteme ins Rennen geschickt hat. Natürlich ist auch die Frage erlaubt, wie stark der Lock-In Effekt für die Nutzer sein darf und wie in Zukunft der Wettbewerb zwischen den Ökosystemen aussehen wird. Google wird in Spanien Mobilfunkanbieter als MVNO, Amazon verkauft preisagressive Lesegeräte für Inhalte aus dem Amazon-Ökosystem, Facebook etabliert mit Facebook Credits ein eigenes Bezahlsystem für Inhalte, die man im Ökosystem Facebook bezahlen kann – das Tempo der Entwicklungen ist atemberaubend.

Aus Nutzersicht bedeutet dies, daß vieles einfacher werden wird. Der Computer mit seinem Betriebsystem wird immer weniger sichtbar, sondern das Ökosystem steht im Vordergrund. Die Einfachheit ist allerdings verbunden mit einer engeren Verknüpfung mit einem Ökosystem und es wird in Zukunft immer schwieriger werden, sich aus dem Lock-In eines Ökosystem zu befreien, weil es eben so schön praktisch und einfach ist. Machen wir uns nichts vor, die einfache Nutzung und das Vertrauen auf einen Anbieter hat für ganz viele Nutzer enorme Vorteile, egal wieviel über offene Standards und Schnittstellen geschrieben wird. Mittendrin steht der Nutzer mit seinen Daten und muß sich überlegen, ob und wie er welches Ökosystem nutzen wird und was das für ihn und seine Daten bedeuten wird.

Schöne neue Welt?

Wer meint, Microsoft hätte das Internet nicht verstanden und würde mit Bing einfach nur Milliarden verbrennen, der irrt gewaltig. Microsoft hat verstanden, daß mobile Endgeräte und Tabs immer wichtiger bei der Internet-Nutzung werden. Daher springt Microsoft voll auf den Zug auf: Our Licensing Deal with Samsung: How IP Drives Innovation and Collaboration

PferdekopfToday, Microsoft announced a patent cross-licensing agreement with Samsung that will provide coverage under Microsoft’s patent portfolio for Samsung’s mobile phones and tablets. The agreement also gives both companies greater patent coverage relating to each other’s technologies, and opens the door to a deeper partnership in the development of new phones for the Windows Phone platform.

Nachdem bereits HTC, Acer, General Dynamics Itronix, Onkyo, Velocity Micro, ViewSonic und Wistron als sog. Partner gefunden wurden, ist nun also auch Samsung dabei.

Im Klartext bedeutet dies: Microsoft verdient Geld damit, daß Geräte-Hersteller nicht Windows nutzen, sondern Android einsetzen und dafür Lizenzgebühren bezahlen müssen, weil Microsoft irgendwelche Patente hält. Microsoft bekommt es nicht auf die Reihe, bei den derzeiten Entwicklungen im Bereich Internet und Mobile eine Rolle zu spielen, trotz ihrer Größe und ihrer Horde von Entwicklern und Produkt Managern. Microsoft ist sich aber auch nicht zu schade, über Lizenzvereinbarungen massiv Geld zu verdienen. Der Erfolg von Open Source Software sorgt jetzt also dafür, daß Steve Ballmer weiter mit seiner Softwarebude Geld verdient. Microsoft hat eine neue Abgaben-Variante gefunden, aus dem ein lukratives Geschäftsmodell wird.

Ich bin angewidert von diesem Vorgehen von Microsoft, aber alles andere als überrascht.