2 Klicks für mehr Datenschutz findet Facebook nicht gut

Gestern hat Heise seine Lösung 2 Klicks für mehr Datenschutz vorgestellt, um den vom ULD in Kiel aufgezeigten Datenschutzproblemen entgegenzuwirken:

Das Konzept ist einfach. Standardmäßig bettet heise online deaktivierte Buttons ein, die keinen Kontakt mit den Servern von Facebook & Co herstellen. Erst wenn der Anwender diese aktiviert und damit seine Zustimmung zur Kommunikation mit Facebook, Google oder Twitter erklärt, werden die Buttons aktiv und stellen die Verbindung her. Dann kann der Anwender mit einem zweiten Klick seine Empfehlung übermitteln. Ist er beim sozialen Netz seiner Wahl bereits angemeldet, erfolgt das bei Facebook und Google+ ohne ein weiteres Fenster. Bei Twitter erscheint ein Popup-Fenster, in dem man den Text des Tweets noch bearbeiten kann.

Die Resonanz auf diese Initiative von Heise ist sehr positiv, weil natürlich durch die Äußerungen des ULD eine gewisse Rechtsunsicherheit entstanden ist.

Naja, es gibt nicht nur positive Resonanz. Facebook findet die 2 Klicks für mehr Datenschutz nicht witzig:

Unterdessen hat Andreas van de Castel von Facebook die Beschwerde konkretisiert: „In Absatz I.8 wird untersagt Funktionen von Facebook nachzuahmen. Dies haben Sie mit der Abbildung des Empfehlen Buttons aber getan“ erläutert der bei Facebook für Social Plugins zuständige van de Castel seine Interpretation der Sachlage. Allerdings nutzen die 2-Klick-Buttons nach wie vor die unveränderten Facebook-Funktionen, einzig die Form der Einbindung unterscheidet sich.

Sollte heise online der Aufforderung, den angeblichen Missbrauch abzustellen, nicht nachkommen, hätte dies eine Sperrung der Applikation zur Folge (was anhand der genutzten App-ID erfolgen würde) und könnte bei „wiederholter nicht policy-konformer Einbindung zu einem Blacklisting [der] Domain auf Facebook führen“. Damit könnten dann Inhalte von heise.de nicht mehr auf Facebook geteilt werden, erklärt van de Castel die weiteren Konsequenzen.

So, nun nimmt die ganze Thematik, angestossen vom ULD, noch einmal an Fahrt auf. Websitenbetreiber, die jetzt einen Like-Button einbinden wollen, befinden sich nun vollends zwischen Baum und Borke – sie verstoßen entweder gegen geltendes Recht, wenn man der Argumentation der ULD folgt, oder sie verstoßen gegen die AGB von Facebook, wenn man der Argumentation von Facebook folgt. Die Juristen werden sich freuen, unklare Rechtslagen sind ja immer gut fürs Geschäft. Die Argumente von Facebook helfen allerdings nicht gerade, das angeknackste Vertrauen in die Firma, insbesondere bei Themen rund um Datenschutz und Privatsphäre, wieder herzustellen.

3 Antworten auf „2 Klicks für mehr Datenschutz findet Facebook nicht gut“

  1. Mein erster Gedanke: da werden sich die Doppelklicker unter den Webnutzern freuen. mein zweiter Gedanke: ich bin gespannt, ob es heise draufankommen lässt.

  2. Mein erster Gedanke: da werden sich die Doppelklicker unter den Webnutzern freuen. mein zweiter Gedanke: ich bin gespannt, ob es heise draufankommen lässt.

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