Faszination QR-Code

QR-Code an der U-BahnMittlerweile sieht man sie überall, von der Visitenkarte bis zum Plakat – diese merkwürdigen schwarz-weiss geklecksten Quadrate.

QR-Codes wurden in Japan entwickelt und sind das nächste große Ding. Und das seit Jahren. Dieses Jahr, aber nun wirklich, werden sich QR-Codes durchsetzen und den Massenmarkt erobern.

Ganz bestimmt. Jedenfalls findet man QR-Codes mittlerweile überall. Schließlich will man ja innovativ sein und da darf so ein neumodischer QR-Code nicht fehlen.

Aber mal ehrlich, was kann ein QR-Code, was ein Short-URL nicht kann? Ich behaupte, daß ich schneller mit meinem Smartphone http://bit.ly/a22mx0 eingeben kann, als zu versuchen, bei einer langsam drehenden Litfaßsäule den QR-Code mit meinem iPhone einzuscannen. Sollte ich dann wirklich den QR-Code über mein Smartphone gescannt haben, was erwartet mich dann? In 99% der Fälle mehr Werbung.

Das ist ja eine tolle Idee. Der Nutzer frickelt rum, ist genervt und bekommt dann auch noch mehr Werbung platziert. Jetzt QR-Code einscannen und exklusiven Trailer zum Werbespot auf dem Smartphone ansehen! Yeah, sofort, was muss ich tun, durch ein QR-Code werden Werbespots sicherlich gleich viel besser.

Der eigentliche Vorteil des QR-Codes, nämlich der Verzicht auf das Eintippen einer URL, hat sich irgendwie Dank der Ausbreitung der Smartphones erledigt. Was bleibt also? Wie lange kann man sich einen wie auch immer gearteten First-Mover-Effekt noch auf die Fahnen schreiben, wenn man fröhlich QR-Codes auf seine Plakate klatscht?

Ich finde das alles ziemlich uninspirierend. Allerdings weiß ich auch, daß man immer noch Leute mit QR-Codes beeindrucken kann. Mich würde allerdings die Responserate bei QR-Codes mal interessieren – und die dazu gehörige Interpretation a la „das zahlt voll auf die Marke ein, auch wenn niemand clickt.“

Irgendwo zwischen „Sie finden uns auf Facebook!“ ohne Angabe einer URL und dem PLatzieren eines QR-Codes liegt sicherlich der goldene Mittelweg. Ich vermute mal, wir werden wieder öfter schlichte URLs sehen. Ja, da fehlt die Grandezza, der internationale Sex-Appeal eines QR-Codes, aber trotz jeglicher Fancyness hat ein Universal Resource Locator dann doch einen extrem praktischen Nutzwert.

Der QR-Code an sich ist noch nicht die Idee, auch wenn viele das meinen. QR-Codes können nützlich sein, auch wenn man das derzeit kaum glauben mag bei den sichtbaren Anwendungsfällen.

[ inspiriert durch QR-Code Renaissance | Sebastian Keil und Fragen für Kopisten | Hubertus von Lobenstein – ganz wundervoll und kostenlos ist übrigens QR-Lab zum Erstellen von QR-Codes inklusive Branding. ]

11 Antworten auf „Faszination QR-Code“

  1. Die Nutzung von QR Codes nimmt gefühlt tatsächlich zu. Das ist gut, denn ich habe wirklich keine Lust kryptische Short URLs zu tippen ;)

    Beim Einsatz von QR Codes kann man allerdings auch einiges falsch machen. Z.b. den Nutzer keinen „Mehrwert“ bieten, den Referer vergessen (schlecht für die Auswertung hinterher) … oder auf den „falschen Standard“ (z.B. proprietäre Microsoft Tags) setzen.

    Hab da in letzer Zeit auch ein bissel was zu geschrieben:http://d76.de/blogs/about/tag/qrcode/

  2. Die Nutzung von QR Codes nimmt gefühlt tatsächlich zu. Das ist gut, denn ich habe wirklich keine Lust kryptische Short URLs zu tippen ;)

    Beim Einsatz von QR Codes kann man allerdings auch einiges falsch machen. Z.b. den Nutzer keinen „Mehrwert“ bieten, den Referer vergessen (schlecht für die Auswertung hinterher) … oder auf den „falschen Standard“ (z.B. proprietäre Microsoft Tags) setzen.

    Hab da in letzer Zeit auch ein bissel was zu geschrieben:http://d76.de/blogs/about/tag/qrcode/

  3. Die Nutzung von QR Codes nimmt gefühlt tatsächlich zu. Das ist gut, denn ich habe wirklich keine Lust kryptische Short URLs zu tippen ;)

    Beim Einsatz von QR Codes kann man allerdings auch einiges falsch machen. Z.b. den Nutzer keinen „Mehrwert“ bieten, den Referer vergessen (schlecht für die Auswertung hinterher) … oder auf den „falschen Standard“ (z.B. proprietäre Microsoft Tags) setzen.

    Hab da in letzer Zeit auch ein bissel was zu geschrieben:http://d76.de/blogs/about/tag/qrcode/

  4. Ich nutze in meinem Blog QR-Codes, um Links zu einem Download für das Smartphone bereit zu stellen. Da ist es einfacher, einmal kurz zu fotografieren als den langen Link zu tippen.

  5. Schöne Nutzung von QR Codes bei der Gamescom am EA Stand: Neben den meterlangen Schlangen bei Mass Effect etc. waren QR Codes angeschlagen mit quasi so was:

    „Hey! Hey du! Klick mal mit deinem Handy kurz auf den Code hier, wenn du Glück hast gewinnst du einen Fast-Pass und kannst direkt, an der Schlange vorbei, das Spiel angucken!“

    Klick.

    „Nicht geklappt? Schade. Aber hey, guck mal, hier hab ich ne Menge Wallpaper und so, angepasst für den Gerätetyp deines Handys. Cool, oder? Außerdem, hier ein paar Trailer zum angucken.“

    Nicht blöd gemacht, EA, gar nicht blöd gemacht.

  6. Schöne Nutzung von QR Codes bei der Gamescom am EA Stand: Neben den meterlangen Schlangen bei Mass Effect etc. waren QR Codes angeschlagen mit quasi so was:

    „Hey! Hey du! Klick mal mit deinem Handy kurz auf den Code hier, wenn du Glück hast gewinnst du einen Fast-Pass und kannst direkt, an der Schlange vorbei, das Spiel angucken!“

    Klick.

    „Nicht geklappt? Schade. Aber hey, guck mal, hier hab ich ne Menge Wallpaper und so, angepasst für den Gerätetyp deines Handys. Cool, oder? Außerdem, hier ein paar Trailer zum angucken.“

    Nicht blöd gemacht, EA, gar nicht blöd gemacht.

  7. Ja. QR-Codes.

    Ich glaube, das Problem ist, dass zu viele einfach nur ihre Webseite dahinter packen. Ganz ehrlich: Was für eine Verschwendung… Noch dazu hat man bei dem nächsten QR-Code keinen Bock mehr ihn abzuscannen, weil man eh schon weiß was dahinter steht. Genau so QR-Codes für Making-off-Videos an Säulen. Soll ich mich jetzt 10 Minuten neben die Säule stellen und mir YouTube geben??

    Ganz putzig hat es allerdings Victoria’s Secret genutzt.

    http://www.fastcompany.com/1777570/in-the-us-the-qr-code-shouts-im-not-dead-yet

  8. Ja. QR-Codes.

    Ich glaube, das Problem ist, dass zu viele einfach nur ihre Webseite dahinter packen. Ganz ehrlich: Was für eine Verschwendung… Noch dazu hat man bei dem nächsten QR-Code keinen Bock mehr ihn abzuscannen, weil man eh schon weiß was dahinter steht. Genau so QR-Codes für Making-off-Videos an Säulen. Soll ich mich jetzt 10 Minuten neben die Säule stellen und mir YouTube geben??

    Ganz putzig hat es allerdings Victoria’s Secret genutzt.

    http://www.fastcompany.com/1777570/in-the-us-the-qr-code-shouts-im-not-dead-yet

  9. Jedes Mal wenn ich mir denke „Da wäre jetzt ein QR-Code total sinnvoll“ fallen mir kurz darauf drei gute Gründe dagegen ein. Der Wichtigste ist übrigens: Die meisten Seiten mag ich mir _wirklich_ nicht auf dem Mobiltelefon angucken. Und dann kann ich das gar nicht übertragen auf den Rechner und weil die URL irgend eine Trackingnummer dahinter hat, ist es auch gar nicht so einfach, das Gleiche mal eben auf dem PC einzugeben.

    Weil @Andy_FTW von der Gamescom sprach: Ja, die EA-Aktion war gut. Es gab aber auch einen QR-Code für Uncharted 3, mitten auf der Haupttreppe. Wer den also aufrufen wollte, musste mitten im Besucherstrom mal eben stehen bleiben und den Boden fotografieren. Ich warte ja irgendwie noch auf die Schlagzeile „QR-Code verursacht Massenpanik“ ;)

  10. Jedes Mal wenn ich mir denke „Da wäre jetzt ein QR-Code total sinnvoll“ fallen mir kurz darauf drei gute Gründe dagegen ein. Der Wichtigste ist übrigens: Die meisten Seiten mag ich mir _wirklich_ nicht auf dem Mobiltelefon angucken. Und dann kann ich das gar nicht übertragen auf den Rechner und weil die URL irgend eine Trackingnummer dahinter hat, ist es auch gar nicht so einfach, das Gleiche mal eben auf dem PC einzugeben.

    Weil @Andy_FTW von der Gamescom sprach: Ja, die EA-Aktion war gut. Es gab aber auch einen QR-Code für Uncharted 3, mitten auf der Haupttreppe. Wer den also aufrufen wollte, musste mitten im Besucherstrom mal eben stehen bleiben und den Boden fotografieren. Ich warte ja irgendwie noch auf die Schlagzeile „QR-Code verursacht Massenpanik“ ;)

  11. Jedes Mal wenn ich mir denke „Da wäre jetzt ein QR-Code total sinnvoll“ fallen mir kurz darauf drei gute Gründe dagegen ein. Der Wichtigste ist übrigens: Die meisten Seiten mag ich mir _wirklich_ nicht auf dem Mobiltelefon angucken. Und dann kann ich das gar nicht übertragen auf den Rechner und weil die URL irgend eine Trackingnummer dahinter hat, ist es auch gar nicht so einfach, das Gleiche mal eben auf dem PC einzugeben.

    Weil @Andy_FTW von der Gamescom sprach: Ja, die EA-Aktion war gut. Es gab aber auch einen QR-Code für Uncharted 3, mitten auf der Haupttreppe. Wer den also aufrufen wollte, musste mitten im Besucherstrom mal eben stehen bleiben und den Boden fotografieren. Ich warte ja irgendwie noch auf die Schlagzeile „QR-Code verursacht Massenpanik“ ;)

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