Facebook steigt ins Abo-Geschäft ein

Nico —  15.09.2011

Natürlich hat die letzte Neuerung von Facebook rein gar nichts mit Google+ zu tun. Jedenfalls wird Facebook dies weiterhin versichern, egal ob man fragt oder nicht. Die Konkurrenzsituation ist jedenfalls vorhanden und aus Nutzersicht ist es durchaus von Vorteil, wenn es unterschiedliche Varianten im Bereich Social Networks gibt. Facebook hat jetzt die Einführung eines Subscribe Buttons angekündigt:

Until now, it hasn’t been easy to choose exactly what you see in your News Feed. Maybe you don’t want to see every time your brother plays a game on Facebook, for example. Or maybe you’d like to see more stories from your best friends, and fewer from your coworkers.
 
You also couldn’t hear directly from people you’re interested in but don’t know personally—like journalists, artists and political figures.
 
With the Subscribe button, we’re making it easier to do both. In the next few days, you’ll start seeing this button on friends‘ and others‘ profiles. You can use it to:
 
– Choose what you see from people in News Feed
– Hear from people, even if you’re not friends
– Let people hear from you, even if you’re not friends

Es ist sicherlich eine gute Idee, den Nutzern noch mehr Finetuning-Optionen zu geben, wenn es um die sichtbaren Inhalte im Newsfeed geht, aber ich bin mir nicht so sicher, ob das Abonnieren von News anderer Leute wirklich zu Facebook passt. Ich habe es immer als Vorteil angesehen, daß bei normaler Nutzung von Facebook, also nicht so, wie ich es nutze mit meinen aktuell knapp 2000 engsten Freunden, sondern mit den üblichen 120 Freunden, wirkliche Freundes- und Familienbeziehungen abgebildet werden können. Für die unpersönlicheren Inhalte gibt es Fan-Pages, die man liken kann und deren Inhalte man dann mitbekommt.

Facebook Subscribe-Button

Anders ausgedrückt: Facebook weicht damit das Freundschaftsprinzip auf. Twitter und Google+ basieren auf einem asymetrischen Abomodell, also ich kann die Inhalte anderer Leute lesen, ohne daß diese ebenfalls Zugriff auf meine Inhalte haben. Die Ausprägungen sind bei Twitter, Google+ und Facebook jeweils unterschiedlich. Während ich für mich persönlich ein asymetrisches Modell bevorzuge, bin ich mir nicht sicher, ob dieses dem Nutzungsverhalten der Masse ebenfalls entspricht. Facebook ist einfach zu verstehen: Du bist mein Freund, ich lese, was Du schreibst, Du liest, was ich schreibe, hier ist das Foto von der Party, auf der ich war. Das wird jetzt alles komplizierter werden. Das ist gut für die eher fortgeschrittenen Nutzer, aber verwirrend für die Masse, die schon Twitter nicht verstanden hat.

Ich bezweifle, daß Facebooks neues Abo-Modell erfolgreich sein wird.