Mein Dinner mit Barack Obama

Nico —  16.09.2011 — 1 Comment

Neulich kam eine seltsame Mail in meiner Inbox an, deren Subject mich gleich aufhorchen lies:

meet for dinner?

Ok, mir war klar, daß Barack Obama mir jetzt nicht persönlich eine Email geschrieben hat, weil er eh gerade in der Nähe ist und abends irgendwie noch Zeit hat und eh gerne mal mit mir einen Happen essen wollte. Aber ich vermute mal, die Öffnungsquote dieser Email ist eher hoch. Man will ja schon irgendwie wissen, was auf die Frage “Nico, can we meet for dinner?” folgt. Auf die sehr persönlich formulierte Betreffzeile folgt dann auch sofort die Ansprache, die wirklich zum Weiterlesen animiert:

Supporters like you are the reason I’m here, and the values we share have always made our organization more than just a political campaign.

Ok, das ist jetzt vielleicht etwas übertrieben, so viel habe ich nun auch nicht zum Sieg Obamas beigetragen, nicht, daß ich mich da irgendwie rausreden will, jetzt da seine Popularitätswerte nicht so super sind, aber ich bin nur ganz normaler Abonnent des Newsletters von Obama for America.

So whenever I can, I want to take the opportunity to meet you. Last month, that meant I got to talk to folks in Iowa about small-business opportunities, and sit down with a group of volunteers from around the country who helped build this campaign in their communities this summer.

Ach so, also jetzt doch nicht Barack Obama und ich ganz alleine, sondern er ist eh unterwegs in Iowa und da trifft er Unterstützer. Na gut, und Iowa ist ja auch wichtig, weil dort traditionell die ersten Vorwahlen sind und man deswegen frühzeitig Präsenz in Iowa zeigt, und ich da als Unterstützer registriert bin.

Today, I want to ask if you’ll join me and three other supporters for a meal and conversation sometime soon.

Na gut, Barack, drei andere Typen und ich, das kann ja ein netter Abend werden. Aber skaliert das? Wieviele Unterstützer kann Obama damit erfreuen?

Please donate $5 or more to be automatically entered for a chance to join me for dinner.

Ach so. Obama will doch nur mein Geld. Und ich dachte, wir wären jetzt irgendwie quasi fast Kumpels. Ich bin mir sicher, in Proseminaren zum Thema Wahlen und Wahlkämpfe werden diese Mails als der Goldstandard für die Ansprache von Unterstützern vorgestellt werden. Die Newsletter vom Wahlkampfteam von Barack Obama sind verdammt professionell und werden sicherlich auch im kommenden Wahlkampf ordentlich zur Mobilisierung und zum Spendensammeln beitragen.

So, und nun stellt Euch mal vor, Angela Merkel würde eine derartige Mail schreiben lassen.

One response to Mein Dinner mit Barack Obama

  1. FriedrichB 19.09.2011 at 19:20

    Die Einladung zum Dinner in Washington D.C. hatte ich schon. Aber wie wäre mit diesem bumper:

    http://tinyurl.com/67sy8er

    oder mit dieser Grillschürze:

    http://tinyurl.com/3fxnsg6

Los, kommentier das mal!