Das Quotenversagen der Koalition

Nico —  18.10.2011

Man kann von der Quote generell halten, was man will. Ich bin mir auch nicht immer sicher, ob das wirklich alles so hilfreich ist, vermute aber, daß anders ein Umdenken bei vielen Männern nicht hinzubekommen ist. Aber, wenn man sich politisch auf eine Sache verständigt, dann sollte man die Arbeit auch ordentlich erledigen. Die Koalition zeigt auch bei der Diskussion um die Quote für Vorstände Börsen-notierter Unternehmen, daß sie nichts hinbekommt. Das ist noch nicht einmal mehr erschreckend, das ist der Normalzustand der schwarz-gelben Koalition.

Familienministerin Kristina Schröder glaubt an die Selbstverpflichtungsaussagen der Unternehmen und freut sich wie Bolle, daß diese sich zu irgendetwas haben hinreißen lassen, gerne so, daß die Ziele der einzelnen Unternehmen schön schwer vergleichbar bleiben. Arbeitsministerin Ursula von der Leyen hätte gerne eine gesetzliche Regelung, die die Unternehmen verpflichtet, Frauen in die Vorstände zu berufen. Ja, was denn nun? Ich kann ja verstehen, daß es für eine konservative Partei schwer ist, über etwas wie eine Quote für Frauen nachzudenken, aber es gibt immerhin bei der CDU ein Quorum und bei der CSU sogar eine Quote von 40% – da kann es doch jetzt nicht so schwer sein, eine gesetzliche Regelung für die 30 DAX-Unternehmen zu finden, oder? Besonders niedlich finde ich in diesem Zusammenhang die diskutierten 25.000 € Strafzahlung für Unternehmen, die das Ziel nicht erreichen. Dieser immense Geldbetrag wird sicherlich Allianz und Co. zum Umdenken zwingen, dessen bin ich mir sicher. Die Koalition lässt sich gerade von den Unternehmen mächtig verarschen. Gerade von einer jungen Ministerin hätte ich mehr erwartet. Ach ja, die FDP, die will sich vor 2013 nicht festlegen. Auch so kann man den Totalausfall als Koalitionspartner betreiben.

Die Quote wird kommen, spätestens wenn aus der EU der Druck erhöht wird. Schön blöde, wenn wieder einmal die schwarz-gelbe Koalition nicht in der Lage ist, Politik zu gestalten, sondern durch eigenes Versagen wieder nur zum Umsetzer von Vorgaben anderer degradiert wird. Das Beispiel Norwegen zeigt, wie eine Quote umgesetzt werden kann und Positives bewirkt. Aber dafür müßte man eine Regierung haben, die handeln will und kann.

One response to Das Quotenversagen der Koalition

  1. FriedrichB 18.10.2011 at 9:31

    Wenn ich mir die Farbkombination schwarz-gelb anschaue, dann fäällt mir nur ein alter Spruch aus der Bibel ein:

    Und der Herr wandte sein Auge ab und weinte bitterlich

    Die Strompreiserhöhungen sind letztlich auch wieder ein Beweis für das Versagen der Koalition:

    http://tinyurl.com/3e86cco

    Aber vielleicht will sich die Partei 2.0 noch ein paar Jobs und Spenden sichern.